Fahrradunfall, geil...

Diskutiere Fahrradunfall, geil... im Plauderecke Forum im Bereich Community; Ich saß heute vorm Bäcker in meinem Rollstuhl. Dürfen ja nur zwei Kunden in den Miniladen. An der Straßenecke unterhielten sich lautstark vier...

Sel

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Ich saß heute vorm Bäcker in meinem Rollstuhl. Dürfen ja nur zwei Kunden in den Miniladen. An der Straßenecke unterhielten sich lautstark vier Jugendliche über ihre motorisierten Fahrräder und welche Schnäpper sie damit gemacht haben. War natürlich jeder besser als der andere...

Einer wollte sein Rad nun vorführen. Daumengas, volle Kanne draufgedrückt, treten brauchte er nicht. Das Rad zog echt beeindruckend ab wie eine Rakete! Er schaffte immerhin vielleicht 50 Meter, ein Bordstein verhalf ihm zum Abflug. Klar, wenn die Bremsen offensichtlich nicht richtig funktionieren. Geschätzt hatte er 40km/h drauf. Vielleicht mehr. Er flog paar Meter in die Büsche, ihm passierte wirklich nichts. Glück gehabt.

Aber sein Rad, also der Akku, brannte! Lenker verbogen, vorne und hinten die Räder deutlich krumm. Und es lagen etliche Kleinteile rum.

Die jungen Kerle waren ja laut genug. Sie protzten über ihre ach so tollen Tuningversuche für billig Geld. Jetzt war von denen nichts mehr zu hören und zu sehen. Die hatten sich blitzschnell verpisst und ihren Kumpel im Stich gelassen! Tja, so kanns enden!

Ich fands echt gut, das sich der Doofkopp auf die Schnauze gelegt hat, vielleicht lernt er was. Aber zum Glück ist ihm ja nix weiter passiert, sonst würde ich das nicht lustig finden. Es kümmerten sich auch schon Passanten um den Kerl. Und das sein Gefährt nun Schrott ist, das finde ich noch besser!
 
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KiGaZw

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Naja, als ich 14/15 war hatte ich mein Mofa auf über 100 km/h frisiert (hatte ich damals schriftlich, stand sogar in der Zeitung ;) ). Alle waren begeistert und beeindruckt. Nur meine Eltern und die beiden Herren im grünen Anzug samt senfgelber Hose komischer Weise nicht.

Um Bremsleistung habe ich mich damals eher weniger gekümmert, funktionierte aber. Trommelbremsen halt. Und einen Helm hatten wir oft dabei, selten auf. Zum Glück ist nichts passiert, war sicher oft ernster als vermutet. Es wäre damals kein Mensch auf die Idee gekommen nach ausgiebigem Alkoholkonsum nicht selbst nach Hause zu fahren. Unvorstellbar heute.

Als junger Mensch unterschätzt man mangels Erfahrung die Risiken, man blendet voller Tatendrang und auch Testosteron alle Gefahren aus. Man neigt zu Übermut und versucht seine Rangordnung im Freundeskreis zu finden. Und Imponiergehabe kommt in dem Alter auch noch dazu. Und wenn dann noch Mädels dabei sind ist der Unterschied zum Affen nur noch an der fehlenden Behaarung erkennbar.

Die meisten entwickeln sich schnell weiter, andere fahren zur Volljährigkeit per AMG/krasse BMW spazieren und nerven die Mitmenschen mit spätpubatären Blow-Off-Ventlen, Musikanlage und Klappenauspuff und lernen es erst später, oder nie.

Aber die meisten werden nach dieser mehr oder weniger ausgeprägten Phase des Lebens wieder ganz normale Menschen. Und schütteln dann, wenn sie jenseits der 40 sind über diese scheinbaren Dummköpfe den Kopf als ob sie nie selbst jung gewesen wären.

Die jungen Leute von heute haben es schwerer als wir damals. Die Welt ist heute viel komplizierter geworden als sie noch vor 30 Jahren war.

So sehe ich das.

Aber ich hätte auch grinsen müssen, wenn ich das gesehen hätte... (y)
 

jopedeleco

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Also mich hat dieser Geschwindigkeitwahsinn noch nie interessiert, zum Führerschein musste man mich nötigen und in der Fahrschule hat mich die Fahrlehrerin ständig ermahnt schneller zu fahren.

Meine Qualitäten lagen woanders, Obst klauen war z. B. meine größte Leidenschaft und in der Schule hat die Klassenlehrerin mich immer als erster gefragt ob ich das wieder war, wenn einer wieder was angestellt hatte.
Den Ruf bin auch nie wieder losgeworden und hat mich auch später in der Ausbildung begleitet.
Dabei bin ich heute ein total braver.
 

Sel

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War ja wohl jeder mal jung und hat Mist gebaut. Das gehört dazu.

Es gab aber Grundregeln, welche heute leider nicht mehr gelten:
- Erwachsenen ist Respekt entgegenzubringen (oder man verdrückt sich)
- sich kloppen war ok, wer am Boden liegt wird aber in Ruhe gelassen
- gemeinsam Mist gebaut, gemeinsam dafür eingestanden (meistens)
- fremdes Eigentum wurde nicht mutwillig beschädigt oder bemalt
- wir hatten Hobbys zur Freizeitgestaltung
- Schule war Scheiße, Lehrer waren dumm (in unseren Augen)
- Alkohol und Rauchen nur geheim, nicht öffentlich
- die Eltern hatten was zu sagen und das wurde beachtet (meistens)
- nächtens war man leise, auch die Musik oder wenn man besoffen war

Deswegen aber haben wir auf nichts groß verzichten müssen, wir hatten genug Spaß. Und die Ideen für Blödsinn gingen nie aus. Grundlegend anders war allerdings der Umgang miteinander, es herrschte eine viel geringere Aggressivität, man wurde nicht beim kleinsten Anlaß beleidigend...

Ich schreibe hier im Posting von der Zeit, wo ich in dem jungen Alter war, also vor ungefähr 40 Jahren.
 

Cowboy Willi

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Ich finde deine Auflistung höchst subjektiv und teilweise geradezu absurd (die heutige Jugend hat deiner Meinung nach pauschal keine Hobbys mehr? Schule scheiße zu finden ist etwas gutes? Rauchen ist schon okay solange es geheim geschieht??), und die Schuldzuschiebung allein auf die Jugend statt auf gesellschaftliche Veränderungen ziemlich bequem. Setzt man Aggressivität mit Kriminalität gleich, dann sind die Zahlen heute zwar eindeutig höher als 1980 – fairerweise muss man allerdings auch sagen, dass sie bereits seit Jahren am Sinken sind:
1C617AA4-9042-4FE0-864C-DA4CA5E92702.png

(Quelle)

FWIW: Anfang der 2000er war ich so ungefähr in der in dieser Grafik genannten Altersgruppe – meine Generation war also statistisch offenbar schlimmer als die heutige. Ein Pessimist kann somit zurecht feststellen, dass es heute schlimmer ist als im letzten Jahrhundert – ein Optimist kann dagegen zurecht feststellen, dass es seit Jahren besser wird. Das ist immer eine Frage der Perspektive! 😉🍻
 

MisterFlyy

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Selbst wenn dem Fahrer nichts passiert, passen für mich die Begriffe Fahrradunfall und geil nicht zusammen.🤷‍♂️

Die Grundregeln sind wirklich zu hinterfragen.

Respekt nur, weil jemand erwachsen ist? Umgekehrt heißt es, das man gegenüber jungen Menschen keinen haben muß?

Sich zu schlagen war nie ok, aber eine Hemmschwelle zu haben schon, auch nicht mehr nachzutreten.

Hobbys, ich denke viele Kinder haben heute zuviel davon, im Sinne von Pflichtverantstaltung. Montag musikschule, Dienstag Fußballtraining, Mittwoch Tennis usw...


Schule war Scheiße, Lehrer waren dumm (in unseren Augen)
Wie passt das mit dem
Erwachsenen ist Respekt entgegenzubringen
zusammen?

Zum Thema Drogen.
In meinen Augen ist heimlich immer schlimmer als öffentlich.
 
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Oberlandradler

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Ich hoffe der arme Kerl lernt wenigstens daraus. Nichts ist gefährlicher als
falsche Freunde.

In den wenigsten Fällen finden Tunnigvorhaben im Geheimen statt. Meist
ist der Freundeskreis, gelegentlich auch ein Forum und andere 3. beteidigt.

Die Verantwortungslosigkeit beginnt schon damit jemanden nicht die
Wahrheit zu sagen, auch wenn es oft unangenehm ist.

Ich wünschte, der betroffene trifft auf jemanden, der ihn ehrlich und auch
seriös über den Vorgang und die Folgen aufklärt. Und noch mehr wünschte
ich, er würde dies auch aufnehmen, verarbeiten und verstehen.
 

grosserschnurz

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Naja, als ich 14/15 war hatte ich mein Mofa auf über 100 km/h frisiert (hatte ich damals schriftlich, stand sogar in der Zeitung ;) ). Alle waren begeistert und beeindruckt. Nur meine Eltern und die beiden Herren im grünen Anzug samt senfgelber Hose komischer Weise nicht.

Um Bremsleistung habe ich mich damals eher weniger gekümmert, funktionierte aber. Trommelbremsen halt. Und einen Helm hatten wir oft dabei, selten auf. Zum Glück ist nichts passiert, war sicher oft ernster als vermutet. Es wäre damals kein Mensch auf die Idee gekommen nach ausgiebigem Alkoholkonsum nicht selbst nach Hause zu fahren. Unvorstellbar heute.

Als junger Mensch unterschätzt man mangels Erfahrung die Risiken, man blendet voller Tatendrang und auch Testosteron alle Gefahren aus. Man neigt zu Übermut und versucht seine Rangordnung im Freundeskreis zu finden. Und Imponiergehabe kommt in dem Alter auch noch dazu. Und wenn dann noch Mädels dabei sind ist der Unterschied zum Affen nur noch an der fehlenden Behaarung erkennbar.

Die meisten entwickeln sich schnell weiter, andere fahren zur Volljährigkeit per AMG/krasse BMW spazieren und nerven die Mitmenschen mit spätpubatären Blow-Off-Ventlen, Musikanlage und Klappenauspuff und lernen es erst später, oder nie.

Aber die meisten werden nach dieser mehr oder weniger ausgeprägten Phase des Lebens wieder ganz normale Menschen. Und schütteln dann, wenn sie jenseits der 40 sind über diese scheinbaren Dummköpfe den Kopf als ob sie nie selbst jung gewesen wären.

Die jungen Leute von heute haben es schwerer als wir damals. Die Welt ist heute viel komplizierter geworden als sie noch vor 30 Jahren war.

So sehe ich das.

Aber ich hätte auch grinsen müssen, wenn ich das gesehen hätte... (y)
 

Karlheinzz

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Ich finde deine Auflistung höchst subjektiv und teilweise geradezu absurd (die heutige Jugend hat deiner Meinung nach pauschal keine Hobbys mehr? Schule scheiße zu finden ist etwas gutes? Rauchen ist schon okay solange es geheim geschieht??), und die Schuldzuschiebung allein auf die Jugend statt auf gesellschaftliche Veränderungen ziemlich bequem. Setzt man Aggressivität mit Kriminalität gleich, dann sind die Zahlen heute zwar eindeutig höher als 1980 – fairerweise muss man allerdings auch sagen, dass sie bereits seit Jahren am Sinken sind:
Anhang anzeigen 362041
(Quelle)

FWIW: Anfang der 2000er war ich so ungefähr in der in dieser Grafik genannten Altersgruppe – meine Generation war also statistisch offenbar schlimmer als die heutige. Ein Pessimist kann somit zurecht feststellen, dass es heute schlimmer ist als im letzten Jahrhundert – ein Optimist kann dagegen zurecht feststellen, dass es seit Jahren besser wird. Das ist immer eine Frage der Perspektive! 😉🍻
Vielleicht auch mal das * unter dem Bild lesen? Dann wird auch die Schere zwischen der Wahrnehmung und der Statistik klar. Auch nach 2015 gab es weitreichende Änderungen in der Erfassung und was in diese Statistik eingeht.
 

grosserschnurz

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Hi,

Schadenfreude ist nicht so mein Ding; erinnern wir uns an die "Dummheiten", die wir in unserer Jugend angestellt haben.

Hier in der Fußgängerzone übt ein Jugendlicher das ebike auf dem Hinterrad. Als er fast vor mir nicht ganz "gesittet" abgestiegen ist, hat er sich entschuldigt, er wollte mir kein Angst machen.

Wir haben kurz diskutiert und er hat festgestellt, das so ein Wheelie ohne Antrieb einfacher ist.

Ich habe ihm vorgeschlagen, ein Wheelie auf dem Vorderrad zu üben. Er hat sofort gemerkt, dass dies wohl nur mit einem Frontantrieb gehen könnte.
 

Juerlu

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Ich finde deine Auflistung höchst subjektiv und teilweise geradezu absurd (die heutige Jugend hat deiner Meinung nach pauschal keine Hobbys mehr? Schule scheiße zu finden ist etwas gutes? Rauchen ist schon okay solange es geheim geschieht??), und die Schuldzuschiebung allein auf die Jugend statt auf gesellschaftliche Veränderungen ziemlich bequem. Setzt man Aggressivität mit Kriminalität gleich, dann sind die Zahlen heute zwar eindeutig höher als 1980 – fairerweise muss man allerdings auch sagen, dass sie bereits seit Jahren am Sinken sind:
Anhang anzeigen 362041
(Quelle)

FWIW: Anfang der 2000er war ich so ungefähr in der in dieser Grafik genannten Altersgruppe – meine Generation war also statistisch offenbar schlimmer als die heutige. Ein Pessimist kann somit zurecht feststellen, dass es heute schlimmer ist als im letzten Jahrhundert – ein Optimist kann dagegen zurecht feststellen, dass es seit Jahren besser wird. Das ist immer eine Frage der Perspektive! 😉🍻
Die Jugendkriminalität ist in den letzten Jahren gesunken. Stark gestiegen sind die Intensiv- und Mehrfachtäter. Zu dieser Tätergruppe kann ich, aus beruflicher Erfahrung, die E-Bike Frisierer nicht zählen.
 

MisterFlyy

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So blöd kann doch keiner sein, das er nach dem ersten erwischt werden wieder tunet.
 
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