Fahrradhelme: Helmpflicht, Rechtsfragen, Schutzwirkung (für Kaufempfehlungen gibt es ein anderes Thema)

Diskutiere Fahrradhelme: Helmpflicht, Rechtsfragen, Schutzwirkung (für Kaufempfehlungen gibt es ein anderes Thema) im Plauderecke Forum im Bereich Community; Sach bloss du bist dem Geierlamm begegnet.?🤔 Okee...war nur Spaß.😊
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Uwesfahrrad

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Also ich habe immer den Eindruck dass die Kombination aus Skaterhelm, grauem Vollbart und abgefuckten Satteltaschen bei gleichzeitig motorgeboosterter Rennradgeschwindigkeit mächtig Eindruck macht ;)
Sach bloss du bist dem Geierlamm begegnet.?🤔

Okee...war nur Spaß.😊
 
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Gummy

Gummy

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Das ist ziemlich wichtiges Thema, jedoch sehe ich nur Witzbolde :)
 
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spurlos

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Ich kenne da leider jemanden, der keinen Helm nicht trägt, sondern lieber folgendes:

Fahrrad-Airbag im ADAC Crashtest

Ausrede: Echte Helme seien so unbequem... naja, Hauptsache die Frisur sitzt!?
Und ja, es handelt sich um eine Dame im Großstadtverkehr. :rolleyes:

Ich bin schon gespannt, wann dazu passend, endlich E-Bremsen den Markt fluten. o_O
 
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Freno

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Für mich selbst ist der Fahrradhelm "kein Thema" - ich kann keinen tragen wegen einer "Trigeminusneuropathie" durch "ausgefistelte trichylemale Zisten" auf beiden Kopfseiten. Aus dem Fachchinesisch ins Deutsche übersetzt: mit infektiösem Eiter gefüllte Zysten - die größten sind gut zu tasten und auch zu sehen, welche die Kopfseiten nach Art eines Spinnennetzes mit Fisteln durchzogen haben. Sie drücken, wenn sie gereizt werden, auf die Trigeminusnerven und verursachen höllische Kopfschmerzen, die Tage-, Wochen- und Monatelang andauern können. Ich war deswegen mehrere Jahre Opiatabhängig gewesen. Inzwischen habe ich die Symptomatik gut im Griff, brauche nur noch ein paarmal im Jahr - meist im Winter - ein oder zwei Ibuprofen 600. Diese Zysten sind auch praktisch inoperabel, weil erfahrungsgemäß die OP-Narben weitaus schlimmere Probleme mit dem Trigeminusnerv verursachen, als die Zysten selbst.

Selbst wenn es irgendwann mal eine Helmpflicht geben wird - ich werde mich davon befreien lassen können.

Ich gehöre aber auch zu denen, die den Fahrradhelm kritisch sehen. Es ist bekannt, daß auch die Leichtgewichte unter den Fahrradhelmen aufgrund der Fliehkräfte bei einem Sturz dazu beitragen können, sich "das Genick zu brechen". Das ist nur anders bei den Integralhelmen, wie sie beim BMX- und Trial üblich und bei Wettkämpfen wohl auch vorgeschrieben sind. Diese liegen nämlich mit nur geringem Spiel auf den Schultern auf und verhindern so gefährliche Kopfbewegungen durch das Gewicht des Helms.

Ich kann auch damit gut leben, ohne Helm zu fahren, weil ich "fallen kann". Grundlage dafür ist eine Eigenschaft, die ich beim Motorradtraining vor fast 20 Jahren erworben habe: ich kann Ängste willkürlich in Sekundenbruchteilen "abspalten", man spricht auch von "dissoziieren". Die Angst, die ich gerade nicht brauchen kann, wird aus dem Bewußtsein ins Unbewußte (genauer gesagt: Vorbewußte) verschoben und wenn die Angst dann "weg ist", entfällt auch das "Einfrieren", die "Schreckstarre". So kann ich den Zeitlupeneffekt nutzen und "in aller Ruhe" überlegen, was zu tun ist: Kopf mit den Armen schützen und abrollen. Das habe ich auch leider mal beweisen müssen, als ich mit ca. 20 kmh mal in eine Straßenbahnschiene geriet und über den Lenker flog. Natürlich waren alle Gelenke auf der rechten Körperseite geprellt, auf der ich landete, es tat höllisch weh noch für knapp 4 Wochen, aber sonst gabs keinerlei Körperschäden.

Dieses willkürliche "Abspalten" von Angst kann man, wie gesagt, lernen. Dabei lernt man auch, daß man die "abgespaltene" Angst wieder "integrieren" muß, weil sonst ein psychisches Trauma daraus werden kann. Das geht ganz einfach: wenn die Gefahr vorüber ist, setzt man sich hin und erinnert sich immer wieder an die Unfallsituation und irgendwann fährt einem der Schreck in alle Glieder und man schlottert vor Angst - und dann ist alles wieder gut.
 
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Boerni556

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Oh mann…dass ein Helm mehr schadet als nutzt ist eine abwegige These. Der sicherheitstechnische Nutzen des Helmtragens ist doch unstrittig.

Allerdings würde etwa ein Helm beim Autofahren die Sicherheit der Insassen ebenfalls deutlich erhöhen. Soll heißen, nicht alles, was die Sicherheit erhöht wird auch umgesetzt. Helmtragen beim Radeln sollte ähnlich zum Skifahren freiwillig bleiben.
 
jm1374

jm1374

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Ich kann auch damit gut leben, ohne Helm zu fahren, weil ich "fallen kann". Grundlage dafür ist eine Eigenschaft, die ich beim Motorradtraining vor fast 20 Jahren erworben habe: ich kann Ängste willkürlich in Sekundenbruchteilen "abspalten",….

Wegen deiner Krankheit hast du mein Mitgefühl. Für dich ist der Hövding entwickelt worden. Der kann dir auch nicht das Genick brechen. Wenn dich ein Auto mit hoher Geschwindigkeit trifft, bringt dir dein Training und die Abspaltung deiner Angst gar nichts. Die Physik wird deinen ungeschützten Schädel zertrümmern.
 
Scott-Biker

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Ich fahre nur noch mit Brille und Helm. Bei uns sind zudem die Radwege zum Teil so stark zugewachsen, dass, falls der entgegenkommende Fahrer nicht wirklich ausweicht, man mit dem Kopf an den Zweigen/Ästen hängen bleibt. Frühzeitig erkennen ist hier oft nicht möglich. Kurve etc.
 
stardealer

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Du nimmst Bezug auf diesen Satz?
"Schließlich gibt es auch Vermutungen, dass bei bestimmten Unfallformen Helme das Verletzungsrisiko sogar erhöhen, vor allem durch erhöhte Rotationskräfte"
Dann empfinde ich deine Schlußfolgerung
Es ist bekannt, daß auch die Leichtgewichte unter den Fahrradhelmen aufgrund der Fliehkräfte bei einem Sturz dazu beitragen können, sich "das Genick zu brechen".
doch als eher weit hergeholt, denn "es ist bekannt" ist etwas ganz anders als "es gibt Vermutungen".

Davon abgesehen, wenn man es nüchtern betrachtet, werden im von dir angeführten Wikipedia Artikel 7 verschiedene Studien angeführt, die die Wirksamkeit zur Verhinderung von Kopfverletzungen belegen, eine davon betont sogar ausdrücklich das Gegenteil deiner Aussage, "Die Autoren konnten keinen Zusammenhang zwischen Nacken- oder Halswirbelsäulenverletzungen und dem Tragen von Fahrradhelmen finden." aber du nimmst die einzige Studie die eine erhöhte Verletzungsgefahr im Nackenbereich bei bestimmten Unfallformen "vermutet", also noch nicht mal konkret festgestellt oder ermittelt hat.

Ich gehöre aber auch zu denen, die den Fahrradhelm kritisch sehen.
Darfst du gerne weiterhin, aber lies nochmal den von dir selbst angeführten Wikipedia Artikel aufmerksam durch.
Demnach ist der Helm weit davon entfernt ein vollständiger Schutz zu sein, reduziert aber die Wahrscheinlichkeit schwere oder tödliche Kopfverletzungen zu erleiden um mehr als 60%.
 
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Freno

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Wegen deiner Krankheit hast du mein Mitgefühl. Für dich ist der Hövding entwickelt worden. Der kann dir auch nicht das Genick brechen. Wenn dich ein Auto mit hoher Geschwindigkeit trifft, bringt dir dein Training und die Abspaltung deiner Angst gar nichts. Die Physik wird deinen ungeschützten Schädel zertrümmern.

Naja - die Physik kann auch meinen Brustkorb, das Herz, die Nieren oder die Leber zertrümmern., Organe, die durch keinerlei Knochen geschützt sind. Radeln in einer Ritterrüstung, wie ich sie beim Motorradfahren sehr konsequent getragen habe (und die mir auch 1x das Leben gerettet hat bei einem schweren Unfall), funzt nun mal nicht.

Auch im Motorrad-Bereich machte eine Zeitlang ein "Airbag-Kombi" von sich reden, hat sich aber nicht durchsetzen können wegen einer großen Neigung zu spontanen Auslösungen.

Ich vertraue weniger auf passive, als auf aktive Sicherheit durch mein eigenes Fahrverhalten - das Motorradfahren ist da eine gute Schule gewesen, die heute noch ihre Wirkungen zeigt. Sie ist in Bernt Spiegels "Die obere Hälfte des Motorrades" ausführlich beschrieben (und selbstredend nur eines von vielen Themen rund ums Motorradfahren). Es geht, soweit für uns Radler relevant, darum, Gefahrensituationen zu "antizipieren" und entsprechendes Fahrverhalten zu erlernen, zu trainieren. Nur die allerwenigsten Radler wissen, wie man mit höchster Effizienz bremst: nämlich durch ein "Anbremsen" mit der Hinterradbremse, was durch die dynamische Radlastverteilung (auch diesen Begriff kennt kaum ein Fahrradfahrer) zur Gewichtsverlagerung auf's Vorderrad führt und erst dann die Vorderradbremse einsetzen, die dann "brutalstmöglich" wirkt. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Wie gesagt: die für's Motorradfahren entwickelten Grundsätze können auch aufs Fahrrad, gerade auch das elektrische Fahrrad übertragen werden - mutatis mutandis.

Man bequemt sich nur schwer zur der Einsicht, daß Fahrradfahren in unseren Zeitläuften zu einer sehr anspruchsvollen und zunehmend gefährlichen Angelegenheit geworden ist, die entsprechende Ansprüche an das Fahrverhalten stellt.

Wenn man es nicht kann, muß man es lernen. Wenn man es nicht kann und noch nicht einmal die Einsicht vorhanden ist, daß man recht viel lernen muß, nutzt auch der Helm recht wenig, schafft mitunter ein trügerisches Gefühl der Sicherheit.

Ich sehe immer wieder "elektrische Fahrradfahrer", die mit Geschwindigkeiten über 30 kmh unterwegs sind, aber ganz offenkundig nicht die geringste Ahnung davon haben, wie man sich auf einem Zweirad in diesen Geschwindigkeitsregionen verhalten muß. Denn ohne den Motor haben sie auf ebener Strecke nicht einmal 20 kmh erkurbeln können. Sie fahren mit der Motor unterstützung nunmehr in den Geschwindigkeitsregionen der Tour de France, aber mit dem Habitus und dem Können des 10-15 kmh - Hollandrad-Fahrers, zudem unter dem Einfluß der "Enthemmung durch Geschwindigkeit", was des oben genannten Bernt Spiegels erste Veröffentlichung über Verkehrspsychologie gewesen war und jenen Fahrern ebenfalls überhaupt nicht bewußt ist.
 
trallafitti

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stardealer

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Nur die allerwenigsten Radler wissen, wie man mit höchster Effizienz bremst: nämlich durch ein "Anbremsen" mit der Hinterradbremse, was durch die dynamische Radlastverteilung (auch diesen Begriff kennt kaum ein Fahrradfahrer) zur Gewichtsverlagerung auf's Vorderrad führt und erst dann die Vorderradbremse einsetzen, die dann "brutalstmöglich" wirkt. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Was du da beschreibst sind bestenfalls Feinheiten. Es wäre allerdings hilfreich wenn jeder Radler zur Reduktion des Unfallrisikos kräftiges Bremsen üben würde.
Ich selbst war, obwohl ich überzeugt war überdurchschnittlich gut bremsen zu können, überrascht wie viel mehr doch noch geht, wenn man sich durch simples Wiederholen der Bremsung an ein und demselben Punkt an die Grenze herantastet.
Für die meisten Sitzpositionen ist dabei ist eine minimale Gewichtsverlagerung nach hinten und ein Vorspannen (nicht (!) Durchstrecken) der Arme hilfreich, wodurch die Angst sich zu überschlagen reduziert und die Bereitschaft kräftiger zu bremsen gefördert wird.

Wenn du weiterhin meinst ohne Helm besser unterwegs zu sein weil du dadurch aufmerksamer bist und mehr antizipierst sei es dir gegönnt. Ich würde aus Komfortgründen auch gerne ohne Helm fahren, habe aber zu viel Angst vor meiner eigenen Schusseligkeit und der von anderen. Auf ein erlerntes Abrollen würde ich mich auch nicht verlassen wollen, es hat mich schon beim ersten Sturz im Stich gelassen und die Folge war ein gebrochenes Schlüsselbein.
 
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