Erstmals Verurteilung in Deutschland wegen Mord mit Auto

Diskutiere Erstmals Verurteilung in Deutschland wegen Mord mit Auto im Plauderecke Forum im Bereich Community; und deshalb hat der Stadtsanwalt klar die Mordmerkmale in diesem Fall aufgelistet. Einfach lesen, was in diesem Fall vor sich geht,anstatt hier...
torcman

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und deshalb hat der Stadtsanwalt klar die Mordmerkmale in diesem Fall aufgelistet.

Einfach lesen, was in diesem Fall vor sich geht,anstatt hier aus dem Bauch zu phantasieren....

Vertuschungsversuch (Leute sofort anzuschreiben, um das Video zu loeschen) direkt nach dem Unfall des Angeklagten sagt auch ganz klar, dass ihm bewusst war, was er tut.
 
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Electric

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Ich muss leider auch sagen, dass ich es falsch empfinde, diesen Tatbestand als Mord einzustufen.

Es geht mit nicht darum, ein hohes Strafmaß für den Täter zu vermeiden. Denn 10 Jahre Haft sind auch so möglich und bei Mord ist man idR nach 15 Jahren draußen. Ob der Täter mit 30 oder 35 Jahren draußen ist, er wird eh auf einem Schuldenberg sitzen, den er nicht mehr abtragen kann. Da geht es um die Verfahrenskosten und um den Neupreis des Tatfahrzeugs. Also wird er in einem normalen Lebensverlauf nie mehr zu etwas kommen. Das weiß er spätestens nach dem Urteil. Höchstwahrscheinlich wird er kriminell, Knast ist dafür ne gute Schule. Das heißt, da ist vom Täter in jedem Fall nichts zu erwarten.

Auch gibt es keine Signalwirkung, sieht man in Ländern mit Todesstrafe, wo keinesfalls weniger gemordet wird. Vielmehr macht so eine Einstufung den Mordvorwurf geringer in der Wertigkeit. Damit ist ein Auftragsmord an einem Politiker oder ein Raubmord an einem solventen Ehepaar oder Vergewaltigung eines Kindes mit Mord nicht schlimmer als für 6 Sekunden mit Vollgas in der Stadt zu fahren....
 
torcman

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Ich muss leider auch sagen, dass ich es falsch empfinde, diesen Tatbestand als Mord einzustufen.
Gut dass es im Gericht nach deinem Bauch empfinden nicht entschieden wird. Wo kämen wir hin, wenn nach Bauch empfinden geurteilt würde. Dafür haben wir klare Gesetze und Mordmerkmale, unabhängig von dem dass du den Täter entschuldigen willst.

Er hat zwei Menschen getötet, nur um ein Video mit Raserei zu drehen. Vergiss du das etwa? Zwei Menschen hatten das ganze Leben vor sich. Nur das zählt, zwei Menschen hat er getötet. Kein unabdingbarer Unfall, oder so, klarer Mordfall.
 
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Auch gibt es keine Signalwirkung, sieht man in Ländern mit Todesstrafe, wo keinesfalls weniger gemordet wird. Vielmehr macht so eine Einstufung den Mordvorwurf geringer in der Wertigkeit. Damit ist ein Auftragsmord an einem Politiker oder ein Raubmord an einem solventen Ehepaar oder Vergewaltigung eines Kindes mit Mord nicht schlimmer als für 6 Sekunden mit Vollgas in der Stadt zu fahren....
Zur Zeit leben wir ja noch in einem Rechtsstaat, in dem die Richter nicht aufgrund der Befindlichkeiten von verständlicherweise aufgebrachten Wutbürgern urteilen. Dieser Fall bleibt spannend. Das die Bestrafung sehr hart ausfällt, ist sowohl zu erwarten als auch zu hoffen.
 
Electric

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Dafür haben wir klare Gesetze und Mordmerkmale, unabhängig von dem dass du den Täter entschuldigen willst.....Er hat zwei Menschen getötet, nur um ein Video mit Raserei zu drehen. Vergiss du das etwa? Zwei Menschen hatten das ganze Leben vor sich. Nur das zählt, zwei Menschen hat er getötet. Kein unabdingbarer Unfall, oder so, klarer Mordfall.
Erstens, möchte ich nicht den Täter entschuldigen. Zweitens, habe ich stets Angst vor der Stammtischmeinung: Radikal auf Basis absoluter Ahnungslosigkeit. Es geht nicht um die Strafe, sondern um den Rechtsstaat. Hier finde ich gefährlich die Konstruktion der Vorsätzlichkeit, des niederen Beweggrunds und der Mittäterschaft. Alles drei ist juristisch extrem unsauber hergeleitet. Exemplarisch gehe ich auf den Vorsatz ein:

Früher setzte das eine Tatplanung voraus. Also musste der Mord geplant werden. Dazu würde folgende wilde Konstruktion gewählt: „Zunächst sei konkludent ( Anmerkung von mir: Konkludent heißt, es wurde weder schriftlich noch mündlich vereinbart, sondern man interpretiert beiderseitig passendes Verhalten entsprechend) ein "Stechen", dann ein Streckenrennen verabredet worden – Durch Gas-Geben und Aufeinander-Warten. In der letzten Kurve vor dem Ort des tödlichen Zusammenpralls habe diese Verabredung eine entscheidende Erweiterung erfahren: So "fasste zunächst der Angeklagte H. den Tatentschluss, das Rennen – koste es, was es wolle – zu gewinnen und dabei auch den Tod der Insassen querender Fahrzeuge in Kauf zu nehmen".

Da reicht jetzt also offenbar ein bedingter Vorsatz. Zum Glück fanden auch viele führende Juristen dieses Konstrukt als zu wild und daher wurde ja schnell der 315d geschaffen, um künftig eine Alternative zur Mordanklage zu haben.

Da das Vorherige vielleicht nicht aus deiner Welt ist, ein Beispiel: Hätte sich der Täter vorher betrunken oder Drogen genommen, wäre Mord durch diese Fahrt nicht herleitbar. Ist das fair? Würde das die Eltern der Toten trösten? Übrigens gehen 7% aller Unfalltoten auf Alkoholeinfluss zurück....
 
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torcman

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Eigentlich wollte ich dir antworten, aber wenn du jeden Diskutanten zuerst beleidigen muss

habe ich stets Angst vor der Stammtischmeinung: Radikal auf Basis absoluter Ahnungslosigkeit.
dann bist du einfach nicht fähig zu diskutieren und meine Zeit zu schade dafür.

.... gelöscht, bringt nix.

Aber zurück zu dem Prozess. Der Staatsanwalt hat vorgelegt. Die Verteidigung fängt es an...
 
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Ich habe das allgemein geschrieben, nicht auf dich bezogen. Aber, gut, wenn du dir den Schuh anziehst, sagt das was...
 
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Darfst mir ne PN schreiben, wenn du mich doof findest. Dann antworte ich dir drauf, versprochen. Ich finde persönliche Angriffe in diesem Thread nicht dienlich. Ich finde es auch unseriös von Dir, wenn du meine Aussagen falsch interpretierst. Wenn ich dem Stammtisch Hetze bei Ahnungslosigkeit unterstelle, hat das weder mit Dir noch mit anderen Diskutanten zu tun. Es ist der Stammtisch. Ein geflügeltes Wort, das jeder versteht. Sollte man meinen... :unsure:

Und es lenkt nur davon ab, dass du keine Rechtsgründe nennen kannst, warum die Anklage so korrekt ist. Vor allem erklär mir mal, warum das korrekt ist, dass bei absoluter Fahruntüchtigkeit, die gleiche Sache extrem viel milder beurteilt wird. Sind dann die jungen Leute weniger tot? Und sind die Eltern weniger betroffen?

Sollte die Anklage so durchkommen, werden sich die nächsten Raser vorher anständig betrinken oder ein paar Pillen einschmeißen. Ich prognostiziere übrigens keine lebenslange Strafe, die bei Mord obligatorisch ist. Entweder, man wird auf 315d abgleiten oder man wählt als Kompromiss trotz 20 Jahre Angeklagtenalter bei der Tat Jugendstrafrecht, was man keinesfalls anwenden müsste. Letzteres ist unschädlicher, wenn der Staatsanwalt damit an seiner Karriere bastelt, was ich vermute.
 
torcman

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Ok. Ich bin die ganze Zeit unterwegs, mit dem Rad, das Wetter ist super, daher habe etwas schöneres zu tun.

Ich habe alle meine Beiträge, die dir antworteten, gelöscht. Tue es auch und gut ist.
 
torcman

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Nachzulesen heute

Der bedingte Tötungsvorsatz sei demnach gegeben - und somit die Grundlage für eine Mordanklage.
 
Moesi

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Wenn Du es für normal hälst, dass man mit 170 durch die Stadt rast, dann solltest Du das Problem bei Dir suchen und nicht bei der Leuten die das als das einschätzen was es ist: ein Verbrechen.
Anderen etwas zu unterstellen, was sie nie geschrieben haben ist auch ein Verbrechen.
Den Rest Deiner primitiven Anpöbelungen kannst Du Dir gerne Sparen.
Du solltest vielleicht besser erst lesen lernen, bevor Du antwortest.
Du hast mein Post nicht mal ansatzweise verstanden.
 
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Boerni556

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Der Streit ob Mord oder Totschlag macht für mich keinen Sinn. Ein Irrer rast durch die Stadt und tötet zwei Menschen. Mir tun die Angehörigen leid. Mir tun die Helfer, Zeugen und vor allem die Opfer leid. Und ja, mir tut sogar der Täter und v.a. dessen Angehörige leid. Normalerweise sollten die Täter ja schon merken, dass sie final Mist gebaut haben und sowohl das Leben der Opfer als auch ihr eigenes zerstört haben. So einen Komplex kann kein Gericht der Welt wieder gerade rücken.

Welche Konsequenzen soll man daraus ziehen? Strafe ja, klar. Aber kann man sowas so verhindern ohne individuelle Freiheiten der „normalen“ einzuschränken? Und falls nein, wie hoch ist der Preis?
 
Tomcat1960

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Wenn Tretroller erkennen können, dass sie in einer Fußgängerzone bewegt werden und deshalb auf 6km/h runterregeln, warum kann dann ein Auto nicht erkennen, dass es in der Stadt unterwegs ist und einfach nicht schneller fahren als 50km/h?
 
Tomcat1960

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Zum Beispiel dass ich es nie für normal gehalten habe, dass man mit 170 durch die Stadt rast?
Aber du hast den Wahnsinnigen in seinem Zweitonner mit Tempo 170 mit dem Fahrer eines 10-Kilo-Rennrades gleichgesetzt, der 50 km/h fährt. Nein, das ist auch nicht ansatzweise vergleichbar.
 
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cephalotus

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Scheinbar hat sich da was geändert?

Vereinfacht dachte ich immer es sei:

Fahrlässige Tötung, wenn man keinen umbringen wollte und das als Unfall passiert ist
Totschlag, wenn man einen "im Effekt" tötete.
Mord, wenn es "niedere Motive" gibt UND einen Vorsatz.

Dass man jetzt einen "bedingten Vorsatz" definiert hat ist mir neu. Ist mir jetzt auch nicht so ganz verständlich, was das sein soll. Wenn ich eine Bananenschale fallen lasse es rutscht einer drauf aus und bricht sich das Genick ist das dann jetzt auch Mord? Immerhin habe ich das durch meine Untat ja billigend in Kauf genommen.

---

Ich halte die Tat auch für schlichtweg irre und dass keine erste Hilfe geleistet wurde und scheinbar stattdessen versucht wurde, Beweise zu vertuschen macht es erstmal nicht einfacher, hier "nachsichtig" zu sein.

MfG
 
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Boerni556

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Wie @torcman oben bereits ausführt: Gibt auch noch sowas wie bedingter Vorsatz, wenn man etwa in Kauf nimmt oder damit rechnen muss, dass jemand sterben könnte. Dann könnte bereits Vorsatz vorliegen.
 
Moesi

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Aber du hast den Wahnsinnigen in seinem Zweitonner mit Tempo 170 mit dem Fahrer eines 10-Kilo-Rennrades gleichgesetzt, der 50 km/h fährt. Nein, das ist auch nicht ansatzweise vergleichbar.
Wenn Du bei einem Aufprall von einem Rennradfahrer mit nur mit 10kg rechnest, dann hattest Du sicher einen wundervollen Fensterplatz in Physik..
Leider hättest Du nicht mal bei 10kg eine realistische Überlebenschance wenn sie Dich mit 50kmh am Kopf treffen.

Wenn Dein Kind oder Deine Frau vom einem wahnsinnigen mit einem "10kg Rennrad" getötet wird: Ist das dann weniger schlimm, als wenn einer mit einem "Zweitonner" drüber fährt?
Wenn Du mir diese Frage beantworten kannst, dann hast Du die Ansatz der von Dir gesuchten "Vergleichbarkeit" gefunden.
Vielleicht fängst Du mich dann an zu verstehen.
Bis dann halte ich mich aus der Diskussion raus...
 
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