Ebike als Autoersatz - Ein Erfahrungsbericht.

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UR-MIFA

UR-MIFA

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TSDZ2 > Canyon, Mifa, Velotraum, Villiger
Fahrräder und Pedelecs gehören zu unserer Alltagsmobilität. Bis auf eine eingleisige Nebenbahnstrecke gibt es keinen ÖNPV. Für 4 Personen gibt es 1 Auto und 10 Fahrräder, von denen 4 als Pedelec nachgerüstet sind. Die Abschaffung vom Zweitwagen und dem Motorrad, macht sich im verfügbaren Familienbudget bemerkbar.

Ein Fluß teilt unseren Wohnort. Im Stadtgebiet gibt es 5 Brücken, von denen nur 2 für den KFZ-Verkehr passierbar sind. Aktuell ist eine davon gesperrt. Das ist Grund genug, nicht mit dem Auto zu fahren. Mit dem Fahrrad ist man meist schneller und viel stressfreier unterwegs.

Stellplätze sind Dank der großzügigen Stellplatzsatzung kein Problem.

stellplatz.jpg
 
E

Eicher

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Moin,
1973 hab ich einer 2 Radbude mein erstes Zigarettengeld verdient.
Dann KFZ Mechanier gelernt.
Das Auto kann ich mir nicht wegdenken, da ich im ländlichem Bereich wohne.
Seit 1974 bewege ich Fahrzeuge mit 2 Rädern.
Was ich an Geld für Fahrzeuge ausgegeben habe, habe ich leider nicht dokumentiert.
Grob geschätzt 200.000€..... ohne laufende Kosten.
2019 hat mir ein Nachbar ein PROPHETE mit Frontnabenmotor ohne AKKU geschenkt.
Mit AKKUs des Akkuschraubers die ersten 5 Km gefahren.
Blut geleckt und festgestellt Nabenmotor in meiner Gegend unbrauchbar.
Für 100€ ein 24V Mittelmotor 26" PAS YAMAHA erstanden.... ohne AKKU.
12V 22AH Blei-Flies-Gel besorgt, und das Rad war 30Km sehr gut brauchbar.
Dorfhexe_1.png

30Km ist jedoch ungenügend, wenn der AKKU dann nach Einkaufstour leer ist.
Also Aufrüsten war angesagt. Das PROPHETE ausgeschlachtet und aus meinem
28" 30 Jahre altem Fahrrad ein Mittelmotor Konzept umgesetzt.
260622_E-Bike.jpg

In der weisen Kiste sind so 900Wh Blei-Flies-Gel verborgen. Der Nabenmotor hängt an der Kurbel.
5 Gänge und 5 E-Stufen und die Höhenmeter sind kein Problem mehr. Reichweiten 90 Km Akku halb leer.
Höhenmeter muss man auch immer auch runter, und das ist auf Dauer ein Problem ohne vernünftige Bremse.
Fährt sich wie ein 40 to mit 200PS aus alter Zeit. Nach einer 1 wöchigen problemlosen Pfingsttour dieses Jahr, schaltet sich
nun die Elektrik nach 15M aus. Dann hab ich festgestell.... was macht eigentlich mein Auto und meine
Motorräder?
Die stehen sich die Reifen platt....... das muss sich nicht ändern, so der Beschluß. Mittlerweile sind aber meine
Bezugsquellen zu gebrauchten 2 Rädern alle versiegt. Doch ein Geschäfft fand einen Nachfolger.
Schnell war klar, WINORA gibt es schon ewig, YAMAHA auch. Sieht noch wie a Radl aus.....
Winora-Yamaha.jpg

Jetzt zeigt das Display 920Km in 2 Monaten. Regen, Salz wird das Pedelec nicht
abbekommen. Dafür ist es mir zu schade, und meiner Meinung auch nicht gebaut.
Da fehlen Entwicklungsjahrzehnte gegenüber von Autos.
Nebengeräusche: 5kg abgenommen, jeder Tag ohne Akkuladen ein verlorener Tag.
Im Winter wird geschraubt. Das alte 26" bekommt neuen AKKU und wird aufgehübscht.
Warum hab ich jetzt so wenig über mein Auto geschrieben :unsure::ROFLMAO:.
Zur Situation Straßen und Wege. Bei Radwegen ist Deutschland Entwicklungsland.
Ich bin es seit Jahrzehnten gewohnt, auf Landstraßen und in Städten ohne Radwege
auszukommen. Die Verkehrsplaner sind mit dem vermehrtem Aufkommen von
2 Rädern überfordert. In jedlicher Hinsicht. Die Planung und Ausführung ist Katastrophe!
Verkehrsminister, die sich lieber in der Disco vergnügen wie der Aktenschwärzer Andy,
hinterlassen Spuren.Erfahrungswerte der letzten Jahrzehnte werden mit Füßen getreten.
Das beste Mofa, das je den Namen verdient hat ist ein Pedelec! Ein S-Pedelec ist ein Moped!
Autofahrer haben zu respektieren, dass die Straße nicht nur für Sie gebaut worden ist.
Was Sie in der Regel auch tun. In Ballungszentren ist das anders, da haben Autofahrer
aus Gewohnheit vergessen und verdrängt, was Ihnen Ihr Fahrlehrer beigebracht hatte.
Danke dem TE! Sehr interresant, Erfahrungen diesbezüglich auszutauschen! Erweitert den Horizont!
 
Morsi65

Morsi65

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Dafür ist es mir zu schade,
Das kann ich nachvollziehen.

und meiner Meinung auch nicht gebaut.
Da fehlen Entwicklungsjahrzehnte gegenüber von Autos.
Das weniger. Bei meinem Koga, Baujahr 1992, Stahlrahmen, hab ich die Hohlräume mit Hohlraumkonservierung, soweit ich kam, versehen. Es hat eine gute Lackierung. Macken bessere ich umgehend aus. Bisher auch an der Elektrik keine Probleme. Und im Winter, wenn denn dann mal bei uns Salz gestreut wurde, einmal in der Woche mit Waschhandschuh und einem Eimer Wasser abwaschen. Läuft. Will da aber auch nur meine Erfahrung weitergeben. Mehr nicht.
 
E

Eicher

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wenn denn dann mal bei uns Salz gestreut wurde, einmal in der Woche mit Waschhandschuh und einem Eimer Wasser abwaschen.
Da währe ich fleißiger und würde nach jeder Salzfahrt waschen.
Dein Stahlrad, wie Du beschrieben, hat natürlich Vorteile, was Salz betrifft,
gegenüber meinem Alu Rahmen.
 
Morsi65

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Das stimmt natürlich. Nutze aber auch eines mit Alurahmen im Winter. Auch keine Probleme. Aber hier wird ja auch seltener gestreut als vielleicht anderswo in Deutschland.
 
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Eicher

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Unsere Gemeindearbeiter freuen sich immer auf Überstundengeld im Winter.
Da wird ab 3 Uhr am Morgen gesalzen was der Speicher hergiebt.
 
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Daniel.Will

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Also meine Frau, kleine Tochter und ich haben letztes Jahr ab April vom Auto auf ein Lastenrad (Urban Arrow Family) umgesattelt und es grundsätzlich nicht bereut. Wie wohnen aber auch im direkten Umland von Hannover und haben viele kurze Wege unter 10 km.

Was fehlt sind Mobilitätsangebote „um die Ecke“ damit man auch mal spontan ein Auto für Ausflüge hat die etwas weiter weg sind.

Urlaube versuchen wir mit der Bahn abzudecken. Wenn das nicht geht, schlucken wir bei den Mietwagen- und Spritpreisen. Insgesamt spart man natürlich.
 
Jenss

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QUOTE="VielfahrerB, post: 1893472, member: 64505"]
Da ich gerade 100.000 km mit drei Pedelecs in knapp 5 Jahren zurückgelegt habe, bietet sich an, mal eine Kostenrechnung anzustellen:
Die Rechnung umfasst drei relativ hochpreisige Pedelecs:
  • Riese & Müller, Delite, Bj. 2017, ca. 59.000 km, bis es mir gestohlen wurde,
  • Riese & Müller, Superdelite, Bj. 2020, ca. 38.000 km, weiter in Gebrauch,
  • HNF Nicolai XF3 Adventure, Bj. 2022, ca. 3.000 km, weiter in Gebrauch.
(Details zu den Kilometerleistungen der Pedelecs hier sonstige(s) - Lebensdauer: Wer hat mehr als 10 000 km auf seinem Bosch Motor?)

Die Ausgaben waren:
  • Anschaffungskosten: ca. 25.000 EUR
  • Instandhaltungskosten, Zubehörkosten: ca. 6.000 EUR
  • Versicherungsbeiträge: ca. 1.700 EUR
  • Stromkosten (anhand Bosch-Servicebericht mit 0,37 kWh je 100 km): ca. 120 EUR
  • SUMME AUSGABEN: ca. 32.820 EUR
Die Einnahmen waren:
  • Versicherungsleistungen (wg. Diebstahl Delite und für defekte sowie Verschleißteile): ca. 6.600 EUR
Vorhandene Werte :
  • 2 Pedelecs, Zubehör, vorrätige Verschleißteile: ca. 14.000 EUR
Verbleibende Kosten (AUSGABEN minus EINNAHMEN minus VERBLEIBENDE WERTE): Ca. 12.220 EUR

Diese Kosten beziehe ich auf gefahrene 100.000 km und erhalte einen Kilometerpreis von ca. 0,12 EUR.

Bewertung:
  • Ich habe mit dem Kauf des ersten Pedelecs mein Auto verkauft. Dessen Kosten lagen je km etwa 4x so hoch bei ca. 0,50 EUR/km (alle Kosten inkl. Anschaffungskosten). Insofern ist ein Pedelec deutlich preiswerter als ein Auto. Das bleibt auch so, wenn ich alle anderen Mobilitätskosten z. B. für die Nutzung der Bahn hinzurechne.
  • Mein Fall ist sicher nicht verallgemeinerbar, weil meine Wahl auf hochpreisige Pedelecs fiel (in der Hoffnung auf Zuverlässigkeit und Langlebigkeit) und wegen des Sonderfalls, dass mir ein Pedelec gestohlen und von der Versicherung mit dem Neupreis ersetzt wurde.
  • Hinzu kommt meine sehr hohe jährliche Fahrstrecke zwischen 16.000 km und 23.000 km, was ebenfalls untypisch ist.
Fazit: Ich ziehe jetzt, nachdem 5 Jahre seit Verkauf des Autos und Kauf des ersten Pedelecs vergangen sind, ein sehr positives Fazit. Neben dem oben beschriebenen Kostenaspekt wiegen noch viel mehr:
  • Die Freude am Radeln,
  • bessere Fitness und Gesundheit,
  • zeitsparende innerstädtische Mobilität,
  • Stressarmut,
  • neue und direkte Eindrücke in schönen Landschaften bei Tages- und Mehrtagestouren und im Urlaub und vieles mehr...
Die vom TE genannten Verbesserungspotentiale bei der Radinfrastruktur sehe ich ganz genauso, sie sind vor allem jetzt dringend!
[/QUOTE]

@VielfahrerB

Danke für den tollen Beitrag!

Da biste ja mit dem delight 60000km quasie ohne Wertverlust gefahren, die km Kosten sind dann schon seeeehr gering, in diesem Spezialfall.
 
EMS

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Bionx 45km/h; GSD Pinion 45km/h, Klever X Pinion45
Insofern ist ein Pedelec deutlich preiswerter als ein Auto.
Alles andere wäre auch verwunderlich!
Treibstoff, Steuer, Versicherung, TÜV, Reparaturen, Verschleißkosten usw. sind bei einem Auto ja grundsätzlich teurer.
 
jm1374

jm1374

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Stromer ST2S 29000km;Bulls E45;Haibike Xduro FS RS
Regen, Salz wird das Pedelec nicht
abbekommen. Dafür ist es mir zu schade, und meiner Meinung auch nicht gebaut.

Klar sind die dafür gebaut. Mit meinem ersten S-Pedelec bin ich 90.000km in knapp 7 Jahren gefahren. Da wäre noch mehr drin gewesen wenn mir nicht ein Autofahrer frontal ins Rad gefahren wäre.
Das aktuelle S-Pedelec ist seit 2,5 Jahren im Einsatz und ist jetzt insgesamt 31.000km gefahren. Ziel sind wieder 100.000km und ich bin zuversichtlich, dass das klappt.
Auch durch Regen und über gesalzte Strassen. Ohne grossartige Pflege der nicht beweglichen Teile.

Alles andere wäre auch verwunderlich!
Treibstoff, Steuer, Versicherung, TÜV, Reparaturen, Verschleißkosten usw. sind bei einem Auto ja grundsätzlich teurer.

Prinzipiell hast du natürlich recht. Nur hält so ein Auto sehr viel mehr km aus als ein (S-)Pedelec. Auf den km gerechnet, muss man sich schon was einfallen lassen um mit dem (S-)Pedelec günstiger zu sein als mit einem günstigen Auto. Beispiel, mein Erdgastouran hat mich nach 350.000km in 13 Jahren insgesamt 61.000€ gekostet. Das sind nicht mal 18cent/km. Mit dem ersten S-Pedelec haben mich die 90.000km 10.000€ gekostet. Aber auch nur weil ich mit dem Extenderakku Kosten drücken konnte und fast alles selbst gemacht habe. Damit habe ich locker 5-6000€ sparen können und wäre ohne diese Massnahmen gleichauf mit dem Auto.
Klar, wenn das (S-)Pedelec >300.000km benutzbar ist und man auch so viel fährt, ist man auf jeden Fall günstiger als mit einem Auto unterwegs. Die wenigsten nutzen ihre Räder aber so exzessiv.
 
VielfahrerB

VielfahrerB

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R & M Superdelite m. Bosch Perf. CX, 25 km/h
Da biste ja mit dem delight 60000km quasie ohne Wertverlust gefahren, die km Kosten sind dann schon seeeehr gering, in diesem Spezialfall.
Ja, bedingt durch den Diebstahl und die Versicherungsleistung in Höhe des Neuwertes für das R&M Delite kommen da nur ca. 0,07 EUR/km raus. Das ist zwar kostenseitig minimiert, aber nicht in Bezug auf Ärger und Verdruss, wenn das Pedelec gestohlen wurde.
 
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Ebike als Autoersatz - Ein Erfahrungsbericht.

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