Cowboy cowboy bike

Diskutiere cowboy bike im Nabenmotoren Forum im Bereich Fertig-Pedelecs; Praxisbericht zum Cowboy, fahre das Rad jetzt seit einem Monat. Vorteile: - Gewicht (ca. 16 Kilo mit Akku). - Motorcharakteristik / Fahrgefühl...
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fsam

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Praxisbericht zum Cowboy, fahre das Rad jetzt seit einem Monat.
Vorteile:
- Gewicht (ca. 16 Kilo mit Akku).
- Motorcharakteristik / Fahrgefühl (sehr harmonische Reaktion auf das Pedalieren, Berg-, Gleitfahrt- und Beschleunigungssituationen werden für mein Empfinden bislang unerreicht gut registriert und genau passend Unterstützung gegeben. Bis 30 km/h ist die fehlende Gangschaltung nicht als Nachteil wahrzunehmen).
- Akku sehr einfach zu entnehmen, in 2,5 Stunden geladen.
- Reichweitenangabe (70 km) stimmt und ist in der Stadt völlig ausreichend.
- keinerlei Display/Knöpfe/Kabelgedöns am Lenker (Aktivierung über Smartphone, Bluetooth-Verbindung. Funktioniert schnell und zuverlässig, keine Aussetzer).
- lässt sich auch ohne Unterstützung schnell und gut fahren (kein Mittelmotor, kein Getriebe, sauberer Freilauf).
- Motor NICHT zu hören.
- Support ist gut und schnell. Direkte Kommunikation über die App oder die Website möglich, kurze Antwortzeiten.
- wachsende community die hilft.
- Preis: im Vergleich zu anderen (für mein Empfinden schlechtere Pedelecs) günstiger (s2 etc.).
- GPS Tracker eingebaut, kostenlos (SIM Karte verbaut).
- Riemenantrieb (übliche Vorteile).
- Design (ist natürlich kein Vorteil, weil Geschmacksache...): für mein Empfinden mit Abstand das beste Design.
- es ist im Stadtverkehr sehr schnell (Gewicht/Beschleunigung bis 30 km/h).
- Elektrifizierung nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar (muss nicht jeder gut finden).

Nachteile:
- Reifen zwar sehr schnell und leicht, aber auch dünn (pannenanfällig).
- Keine Schutzbleche, kein Ständer (muss für Alltagsgebrauch nachgerüstet werden).
- Keine Federung (Bike ist für den Stadtverkehr optimiert, Gelände geht nicht. Eigentlich kein Nachteil, weil nicht die Bestimmung).

Ich persönlich bin hoch zufrieden. Hat bei mir (ohnehin kein Auto) das Motorrad ersetzt, fahre damit täglich zur Arbeit und zu Terminen. Außerdem Einkäufe jeder Art (mit einem Burley Trolley). Absolut alltagstaugliches EBike.
 
F

fsam

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Hier noch Bilder, jeweils mit Zubehör:
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ThorsProvoni

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Hi fsam,

welchen Gepäckträger hast Du verbaut? Ich habe noch andere Lenkergriffe, einen anderen Sattel und eine gefederte Sattelstütze angebaut, dann ist das ganze auch noch etwas komfortabler ;-)

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ThorsProvoni

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Und hier ein erstes Fazit nach 2 Wochen und 300 Km mit dem Cowboy e-Bike. Zunächst einmal habe ich das Cowboy ein bisschen umgebaut, eine Zubehörliste findet ihr weiter unten.

Kurz zu meiner Person: Ich bin 1,95m groß, pendle so gut wie jeden Tag 2x12,5 Km mit dem Fahrrad zur Arbeit, fahre am Wochenende gerne Touren (um die 60 Km) und hatte vorher ein e-Bike von Bulls (im ersten Regen kaputt gegangen), eins von Cannondale und zuletzt ein Riese&Müller Charger Nuvinci Beltdrive.

Am Cowboy hat mich zunächst das Design und der Preis fasziniert - das Riese&Müller hat fast doppelt soviel gekostet. Aber das Allerbeste ist was anderes: das Fahrgefühl. Das Cowboy ist komplett geräuschlos, man hört keinen Motor, keine Gangschaltung, kein klappern - nur das Singen der Räder auf dem Asphalt (ok, jetzt wird’s poetisch). Muss man einfach mal ausprobieren, für mich war das ungefähr so wie vom Diesel ins E-Auto zu steigen. Hier ein paar weitere Punkte:
  • Die Reifen sind schick, haben einen guten Grip - und sind nach zwei Tagen (alle beide) kaputt gegangen. In einer Großstadt sind die Schwalbe Marathon ein Muss.
  • Reichweite: Ich habe den Akku 2x leer gefahren, was man eigentlich nicht machen soll. Beim ersten mal waren es 83 Km, beim zweiten mal 69 Km (da aber für ca. 10 Km den Off-Road Modus ausprobiert). Wie genau das mit dem 360Wh Akku funktioniert, ist mir schleierhaft - das Riese&Müller hatte einen 500Wh Akku und schaffte nicht mehr als 50 Km im höchsten Unterstützungsmodus. Ich tippe mal auf den geringeren Reibungswiderstand durch die fehlende Gangschaltung (die Nuvinci 380 ist in der Beziehung nicht wirklich optimal) und durch das geringere Gewicht (8 Kg weniger). Außerdem fahre ich häufiger als früher über 25 Km/h.
  • Motorunterstützung: Der Motor setzt sanft ein, aber wann er mit der Unterstützung aufhört kann ich nicht sagen - das geht absolut stufenlos. Die Unterstützung ist etwas geringer als beim Bosch Motor, ich würde mal sagen wie der „Sport“-Modus (Bosch: Eco/Tour/Sport/Turbo). Ohne große Anstrengung bin ich im Schnitt so bei 24 Km/h unterwegs - hier fände ich 1-2 Km/h schneller besser.
  • Singlespeed: Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll - bevor ich die Probefahrt gemacht habe. Die Motorunterstützung ist ziemlich genial gelöst und gibt immer soviel Power, dass man das Fehlen einer Gangschaltung gar nicht bemerkt. Klar gibt es so einen Sensor auch beim Bosch-Motor, aber beim Cowboy wirkt das Ganze irgendwie noch besser gelöst. Der Komfort-Bereich ist zwischen 20 und 30 Km/h, bis 35 kein Problem, darüber hat man dann doch eine sehr hohe Trittfrequenz. Maximum war bisher 45 Km/h - bergab. In Berlin sind die Steigungen eher moderat, aber auch die werden gut genommen. Aber eine Alpenüberquerung würde ich mit dem Rad nicht machen.
  • Lenker: „Das ist das erste, was ich austauschen werde“ dachte ich bei der Probefahrt. Der Lenker ist sehr schmal und ich fühlte mich damit etwas unsicher. Nach 300 Km habe ich mich daran gewöhnt und finde eher breite Lenker seltsam. Das Rad ist gut ausbalanciert, freihändig fahren ist kein Problem. Bleibt dran.
  • Was noch: Die Sattelstütze ist durch den Akku gesichert. Tolles Feature, besonders wenn man mit einer 170,- € teuren Thudbuster rumfährt. Ausbau der Räder ist relativ einfach (viel einfacher als beim Charger), man braucht einen 19er Schlüssel. Den Lenkervorbau habe ich lieber vom Fachmann vornehmen lassen. Ortung über SIM-Karte finde ich ausgesprochen beruhigend. Trotzdem ein Feature von dem man hofft, dass man es nie braucht.
  • App: Ist ausbaufähig. Man entsperrt den Motor, sieht wieviel man gefahren ist und den Tacho, Reichweite sowie Akkustand. Weiterhin eine Chat-Funktion (sehr schneller und freundlicher Support bisher) und eine Übersicht der Service-Partner (in Berlin sind das die Little John Bikes Läden). Weiterhin eine Fahrrad-Navi, aber das ist äußerst rudimentär. Wenn ich Touren plane, dann verwende ich Komoot. Zusammen jedenfalls kein Vergleich zur COBI-App, die ich vorher hatte. Na ja, vermutlich wird in Zukunft hier noch was verbessert.

Probleme
  • Das mit den Reifen hatte ich bereits erwähnt.
  • Die rechte Bremse klappert ein ganz kleines bisschen auf unebener Fahrbahn, das habe ich noch nicht gelöst.
  • Nach einer Woche fing irgendwas am Hinterrad zu knacken oder knirschen, und zwar richtig laut. Ich hatte zunächst den Riemen in Verdacht, aber der Fahrradschrauber meines Vertrauens tippte auf das Lager vom Hinterrad. Und er hatte Recht: Eine gute Ladung WD-40 beseitigte den Lärm nachhaltig.
  • Wenn man beim Anfahren sehr hart in die Pedale tritt, dann rutscht der Riemen um ein paar Ritzel (sagt man das so?). Kann man eventuell verbessern, wenn man den Riemen stärker spannt, aber die notwendigen Werkzeuge habe ich nicht. Bis jetzt behelfe ich mich damit, ein bisschen sanfter anzufahren.

Fazit
Ich würde mir das Cowboy sofort wieder holen. Es ist mit Abstand das Beste (zum günstigsten Preis), was ich je als e-Bike hatte, jedenfalls für meine Anforderungen (zur Arbeit pendeln, nur moderate Steigungen, Touren bis 60 Km). Ich bin gespannt, wie es sich in Zukunft schlägt, die meisten Probleme mit den anderen e-Bikes kamen erst nach 3000 Km.

Wenn ich mir was wünschen dürfte
  • Ich brauche Schutzbleche. Die SKS Speedrocker sind ok, aber sowas wie die Wingees wären schon prima.
  • Ich komme dank des Vorbaus auch mit meiner Größe ganz gut klar, aber wenn ich könnte würde ich den Rahmen gerne eine Nummer größer haben.
  • Bitte gleich richtige Reifen.
  • Die Features der COBI-App.

Zubehör:
1. Reifen: Schwalbe Marathon 27.5 x 1.65 cm
2. Schutzbleche: SKS Unisex Speedrocker
3. Griffe: AARON Horn, Schwarze Handgriffe mit Gel Dämpfung für Trekkingrad
4. BBB Vorbau Highfix Os Bhs-35
5. Sattel: SQlab 602 Ergolux Active
6. Sattelstütze: Cane Creek Thudbuster LT, 27,2x400 mm,
7. Fahrradklingel: Speedsporting (schick aber zu leise)
8. Handyhalterung: Quad Lock iPhone Bike Kit
 
framod

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Hai,

schöner Bericht. Fände es gut wenn Du Deine Erfahrungen hier weiterhin posten würdest.

Ich interessiere mich auch für das Cowboy und bin daher für weiteren Input dankbar.

Bezüglich der Schutzbleche haben sie eigene entwickelt und sind wohl momentan in der Erprobungsphase, wie mir mitgeteilt wurde. Ich warte noch mal so lange bis diese auf der Website vorgestellt und angeboten werden.

cu
framo
 
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Genussbiker

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Meins kommt am Dienstag und ich sehe dem Strafverfahren recht zuversichtlich entgegen. Die bloße Möglichkeit eines 30 kmh Tunings macht das Ding genauso illegal wie ALLE in Pedelecs verbauten Antriebseinheiten.
 
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Genussbiker

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Außerhalb dieses Forums scheint dieses Thema nicht zu existieren. Aber lassen wir das, schließlich wurde der entsprechende Thread nicht ohne Grund geschlossen.

Mich hat die Probefahrt im legalen Modus absolut geflasht, meiner Meinung nach gibt es kein anderes Pedelec, das so smooth unterstützt und vor allem die Unterstützung so weich abschaltet.
 
ThorsProvoni

ThorsProvoni

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Bin nach 3 Wochen und 519 Km immer noch begeistert. Ich wollte mal ein Update zur Reichweite und zur Unterstützung geben.

Reichweite
Minimum war 69 Km (Pendeln in der Stadt, viel Stop&Go, Straße und Parkwege) und Maximum 84 Km (Tour, flach, überwiegend asphaltierte Wege). Alles bei Temperaturen über 20 Grad. Allerdings ist die Anzeige der Akkukapazität manchmal etwas ungenau und geht ab 20% rapide runter. Im Zweifelsfalle schaue ich also eher, wie viele Km ich bereits gefahren bin.

Unterstützung
Ich hatte bereits erwähnt, dass die Unterstützung in etwa dem Modus "Sport" bei einem Bosch-Motor ähnelt (jedenfalls bei meinem Riese & Müller Charger aus dem Jahr 2015). Ich habe jetzt mal 20 Fahrten mit dem Cowboy und dem Riese&Müller analysiert (gleiche Strecke, Pulsmessung mit der Apple-Watch, der Kalorienverbrauch wird von der Health-App hochgerechnet). Mit dem Cowboy verbrauche ich ca. 20% mehre Kalorien als auf dem R&M. Das deckt sich auch mit dem subjektiven Eindruck. Das liegt einerseits an der etwas geringeren Unterstützung, andererseits verführt das Cowboy auch, deutlich schneller als 25 Km/h zu fahren. Bei guter Strecke kurz auf 30 Km/h beschleunigt und den Wert dann auch gehalten - das war mit meinem alten Gefährt nicht drin.

Das erklärt auch ein bisschen, warum man mit dem relativ kleinen Akku so weit kommt (immer im Vergleich zum R&M): Höhere Eigenleistung, weniger Gewicht (8Kg) und wesentlich besserer Wirkungsgrad durch Wegfall der Nuvinci Schaltung. Für mich ist das etwas sportlichere Verhalten des Cowboys perfekt, aber wer bis 25 Km/h eine maximale Unterstützung haben möchte, ist vermutlich mit einem anderen Pedelec besser bedient. Dafür ist das Cowboy mit 8 Kg weniger doch deutlich weniger schweißtreibend, wenn ich es in den Keller trage. :)
 
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fsam

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Außerhalb dieses Forums scheint dieses Thema nicht zu existieren. Aber lassen wir das, schließlich wurde der entsprechende Thread nicht ohne Grund geschlossen.

Mich hat die Probefahrt im legalen Modus absolut geflasht, meiner Meinung nach gibt es kein anderes Pedelec, das so smooth unterstützt und vor allem die Unterstützung so weich abschaltet.
Sehe ich genauso. Sind ja nur die Eindrücke derer, die es fahren, muss ja niemand auch so sehen :)
Und über Design... braucht man wirklich nicht zu streiten. Da hat jeder seinen Geschmack. Und für mich ist es aktuell das schönste Pedelec auf dem Markt.
 
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Andy_T

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Panasonic 26V / Bosch Activeline
Nun, ich werfe mein Fahrrad nicht auf den Gehsteig sondern parke es in einem Fahrradständer oder lehne es gegen ein Geländer oder eine Laterne. Das klappt bis jetzt ganz gut.

Nachdem das (Anlehnen an Laterne) bei meinem Ortler beim ersten Mal zu Schrammen am Rahmen geführt hat, lasse ich sowas lieber ... :mad:
Vielleicht ist die Lackierung beim Cowboy besser, aber Ständer sollte schon sein...

Abgesehen davon bin ich vom Ortler Munich (2017 Modell mit geringer Laufleistung gebraucht gekauft) recht angetan - die hier im Thread genannten Vorteile (sehr leise, harmonischer Antrieb, Reichweite mit 400 Wh Akku in höchster Unterstützung ca 70-75 km) sind da ähnlich präsent.
Sieht halt nicht so aus wie das Cowboy, sondern ist ein klassisches Bosch Bike. Und die Lackierung könnte widerstandsfähiger sein...
 
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Gast001

Moin moin
Bin super zufrieden mit dem bike und hab schon knapp 700km geradelt. Eine Tour querfeldein und bergauf, ohne Probleme und sonst quer durch Kassel von und zur Arbeit (14km/Tour)

Andere Sattel, einfache Federung der Sattelstütze und ne zusätzliche Beleuchtung von meinem normalen bike, plus sks Schutzbleche..

Gruß @cowboyfans

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Genussbiker

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Das Bike ist jetzt seit einer Woche bei mir, die ersten 150km sind abgespult, Zeit für einen kurzen Zwischenstand.
Erster Eindruck: Tolles Design, federleicht für ein e-bike. Ausgepackt, Pedale angeschraubt, Sattel eingestellt, Lenker ausgerichtet, App runtergeladen – erste Ernüchterung: Akku komplett leer. Nix mit sofort loslegen! Also, Akku aufgeladen und 3,5 Stunden später dann endlich ab damit auf die Straße. Was für ein Fahrgefühl, einfach ein Traum!
Aber die zweite Ernüchterung folgte: Das Bike funktionierte zwar, aber in der App (auf meinem Galaxy S9) ließ sich weder das Licht noch die Motorunterstützung ein/ ausschalten, Dauermeldung „nicht verbunden“. Es war früher Abend, Support nicht mehr besetzt. Also gegoogelt und offenbar verträgt sich die Cowboy App nicht wirklich mit Smartphones vom Marktführer Samsung. Hä? Schließlich bin ich auf den Tipp gestoßen, in den Bluetooth Einstellungen des Handys mal versuchsweise das Pairing mit dem Cowboy zu löschen. Hä? Was soll der Blödsinn? Aber hat funktionert, seitdem läuft die App absolut reibungslos und ohne Verbindungsabbrüche.
Der Funktionsumfang der App ist überschaubar, sehr viel mehr als Licht an und aus kann man da nicht machen. Ich würde mir zumindest wünschen, dass die gefahrenen Kilometer seit dem letzten Aufladen angezeigt werden. Auch eine Art Automatikmodus wäre nicht schlecht, dass sich das Bike nach der ersten Kurbeldrehung einschaltet, sobald man mit dem Handy in unmittelbarer Nähe ist. So ist es manchmal etwas nervig, dass man jedesmal das Handy zücken muß.
Der zweite Tag mit dem Bike war dann der bislang schwärzeste. Am Morgen normal ins Büro geradelt, Bike abgestellt, dann in der Mittagspause meinen Augen kaum getraut – Platten, nach 30km! Ein winziger Glassplitter (ca. 1,5mm!) steckte im hinteren Reifen:
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Tja, die Reifen. Ich hab ja im Vorfeld einige Horrormeldungen zu dem Thema gelesen, konnte das aber nicht so richtig glauben. Jetzt kann ich das voll bestätigen! Die Panaracer Decken sind so hauchdünn, dass sie den quasi ungeschützen Schläuchen auf den Straßen und Radwegen einer Großstadt wie Berlin mit ihren Milliarden von feinsten Glassplitterchen eigentlich kaum eine Überlebenschance bieten. Ich pendele schon seit vielen Jahren mit diversen Trekkingbikes quer durch die City, aber dies war meine erste Panne! Okay, vielleicht auch nicht repräsentativ, aber Hallo! nach 30km!
Die nächste Little John Bikes Filiale war ca. 2km entfernt, zu weit zum tragen. Immerhin hatte ich Flickzeug dabei. Die nächste Ernüchterung: zur Demontage des Hinterrades benötigt man einen wirklich fetten (wg. hohem Drehoment) 18er Schraubenschlüssel! Sowas hat doch kein Mensch im Pannenset!
Also, vom Kollegen Fahrrad geborgt und zu Little John Bikes gefahren. Termine erst ab Anfang September frei…(!) Immerhin konnten sie mir einen 18er Schlüssel borgen und vorsichtshalber habe ich noch einen Schlauch gekauft. Die eigentliche Reparatur war dann dank Youtube Tutorial relativ easy. Allerdings habe ich gleich den neuen Schlauch eingezogen und den originalen dann erst zu Hause geflickt.
Der Support hat lediglich angeboten, mir einen neuen Schlauch zu schicken. Immerhin haben sie mich sofort zurückgerufen, auch wenn das Ganze ziemlich unbefriedigend blieb. Der Supportmitarbeiter hat unumwunden bestätigt, dass sie ein Problem mit dem neuen Zulieferer Panaracer haben und dass sich die Berichte über platte Reifen eklatant häufen. Bislang habe man keine Lösung und schicke jedem Betroffenen einen neuen Schlauch. Ansonsten könne man (auf eigene Kosten!) z.B. auf das Vorgängermodell Schwalbe G-One oder gleich auf unplattbare Schwalbe Marathon wechseln.
Ich hab noch nicht gewechselt, die Schwalbe Marathon liegen aber seither in meinem Warenkorb beim großen Fluß. So bleibt zumindest vorläufig ein mulmiges Gefühl, aber ich will den Panaracern noch eine Chance geben, denn das Fahrgefühl mit diesen Leichtreifen ist schon toll.

Sonstiges positives:
  • Der Akku hält was er verspricht, Reichweite eher höher als 70km (den Offroad Modus nutze ich nicht!)
  • Es klappert nichts, der Grip ist gut, auch bei Nässe, Bremsen verzögern gut

Sonstiges negativ:
  • Bremse hinten quietscht ein bißchen, Bremshebel für hinten lässt sich zu weit ziehen, fast bis an den Handgriff heran. Muss eingestellt werden – Werkstatt, da Hydraulik.
  • Bei fast jeder Kurbelumdrehung ist aus Richtung der Kurbeln ein leises klicken zu vernehmen, vermutlich vom Tretlager, Pedalen oder Kurbelbefestigung
  • Das Ladegerät summt relativ laut im letzten Ladedrittel und erhitzt sich ziemlich. Support bat mich um ein Video dazu… Mal sehen, ob ein Tausch fällig ist.
  • Bremslicht (seit letztem Firmwareupdate im Blink/ Flashmodus) funktioniert nur bei eingeschaltetem Licht und nur bei starker Abbremsung (G-Sensor) – also bei mir fast nie, da ich nur sehr selten mal eine Vollbremsung mache. Wäre schön, wenn es wenigstens auch bei ausgeschaltetem Licht gehen würde
Mittlerweile habe ich nachgerüstet:
  • SKS Speedrocker Schutzbleche (federleicht!)
  • BT Win Gepäckträger 900 (Decathlon, federleicht!)
  • Toptrek Seitenständer (relativ leicht)

Bisher hat mich das Bike also zusätzlich ca. 100 EUR gekostet, ganz zu schweigen von den Nerven. Ansonsten: Immer wieder ein geiles Bike und ich würde es wieder kaufen!
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omek

omek

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Also wenn ich einen Platten durch eine Scherbe im Reifen habe, wäre es mir sehr fern den Support wegen Garantieansprüchen anzuschreiben. :X3:
Es ist doch vorher bekannt ob pannensichere Reifen montiert sind oder nicht.
Entweder Reifen austauschen, Flickzeug samt passenden Werkzeug einpacken oder anderes Fahrrad kaufen.
 
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@R_Aus_KS: Das mit der Dichtmilch habe ich auch ausprobiert, ein Reifen hielt, der andere war nach 2 Tagen wieder platt. Dann auf die Schwalbe Marathon gewechselt, seitdem Ruhe. Die fahren sich auch sehr schön.
 
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@Genussbiker: Danke für den Beitrag. Habe ich Tomaten auf den Augen oder ist der BT Win Gepäckträger 900 noch nicht auf dem Bild montiert?
Ich habe mir von einem Kollegen einen 18er Schlüssel auf seinem 3D-Drucker anfertigen lassen, bekomme ich demnächst. Wäre schön leicht, ich schreib mal ob man damit das Hinterrad abmontieren kann.

"Bei fast jeder Kurbelumdrehung ist aus Richtung der Kurbeln ein leises klicken zu vernehmen,..." habe ich auch manchmal, aber dann ist es wieder weg. Vielleicht die Hitze?
 
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Also wenn ich einen Platten durch eine Scherbe im Reifen habe, wäre es mir sehr fern den Support wegen Garantieansprüchen anzuschreiben. :X3:
Es ist doch vorher bekannt ob pannensichere Reifen montiert sind oder nicht.
Entweder Reifen austauschen, Flickzeug samt passenden Werkzeug einpacken oder anderes Fahrrad kaufen.

Dazu schrieb mir der Support:
Wir verstehen, dass das elegante Aussehen unserer Panaracer Gravelking Reifen, Fragen zur Haftung auf der Straße aufwerfen kann.
Wir haben diese hochwertigen Reifen mit Sorgfalt ausgewählt, sowohl aus Design- als auch aus Leistungsaspekten. Die Naturkautschukmischung, der Pannenschutz und ein spezielles, rollwiderstandsarmes Gehäuse machen diese Reifen vielseitig einsetzbar. Sie wurden von 25 Cowboy-Testfahrern über insgesamt mehr als 10.000 Kilometer auf verschiedenen Untergründen getestet.
Neue Reifen können etwas Wachs aus der Produktion enthalten und Reifen benötigen im Allgemeinen eine kurze Einfahrzeit, um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Wir empfehlen dir daher, während der ersten Kilometer vorsichtig zu fahren. Wenn du auch nach mehreren Kilometern Einfahrzeit noch immer das Gefühl haben solltest, nicht genug Grip auf der Straße zu haben, lass es uns bitte wissen. Wir freuen uns immer über Feedback.
Wenn du deine Reifen wechseln möchtest, können wir dir den Reifen empfehlen, welchen wir bei unserem Vorgängermodell verwendet haben: Schwalbe G-one 650B x 35. Bedenke jedoch, dass unsere aktuellen Reifen ausgewählt wurden, um den Komfort zu verbessern. Ein Wechsel auf den Schwalbe G-one, beeinflusst deinen Fahrkomfort auf unebenem Gelände. Alternativ ist auch der Schwalbe Marathon Plus "unplattbar" zu empfehlen.
Viel Spaß weiterhin mit deinem Cowboy 🚀
 
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