Reise Black Mamba (Solarmobil)

Diskutiere Black Mamba (Solarmobil) im Treffen, Touren, Reiseberichte Forum im Bereich Community; Hallo, ich möchte hier mein Solarmobil vorstellen und im weiteren Verlauf dann entlang von Reiseberichten meine Erfahrungen damit einbringen. Um...
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Hallo,

ich möchte hier mein Solarmobil vorstellen und im weiteren Verlauf dann entlang von Reiseberichten meine Erfahrungen damit einbringen. Um so mehr, als dass es im weiteren Verlauf noch Ergänzungen geben wird.

Das Basisfahrzeug wurde im April 2019 fertiggestellt, noch ohne Trittkraftunterstützung und ohne Solarmodul, und entstammt dem Hause Velomo aus Weida. Das ist ein vierrädriges Liegerad mit Blattfederung, hinten noch ergänzt durch eine Öldämpfung sowie zwei angetriebenen Hinterrädern mit Doppelfreilauf. Als Licht vorläufig nur Frontlicht, ebenfalls von Velomo.

Als erste Testtour ging es damit dann 4 Wochen über die Alpen nach Italien, wobei sich das Fahrzeug bestens bewährt hat:

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Die nächste Ausbaustufe wurde dann jetzt Mitte April 2020 fertig. Ergänzt wurde ein Bafang BBS01, einem Akku mit 1kWh Kapazität, bzw. etwas mehr, nutzbar mit Motor sind 1076 Wh zzgl. Restenergie für Licht & Co., ein Anhänger mit 200W Solarpanel sowie Rücklicht inkl. Bremslicht und diverse weitere Stromausgänge.

Analog zur Green Mamba von @kitenteddy, der wir dann im weiteren Verlauf noch begegnen werden, und auf Vorschlag von @kitenteddy, haben wir das Fahrzeug dann Black Mamba genannt.

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Aufgrund der Zeitknappheit ist nicht alles fertig geworden und manches wurde nur provisorisch gelöst, aber nächste Woche geht es in Weida weiter. Damit ging es dennoch direkt von Weida aus auf eine erste 3-wöchige Testtour. Darüber werde ich später berichten, wahrscheinlich heute noch. So viel aber schon mal im vorab: ich bin begeistert, das Fahrzeug hat sich bestens bewährt und ist für mich ein ultimatives Reisemobil. Respekt und vor allem vielen Dank an Velomo.
 
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So, dann mal zur Testtour.

Los ging es am frühen Nachmittag in Weida, als wir dort so weit fertig wurden. Der erste Teil der Tour ging über den Elster-Radweg nach Halle, von dort über den Saale-Radweg bis kurz vor Magdeburg auf den Berlin-Hameln-Radweg und an dessen Ende war dann erst mal ein Treffen mit der Green Mamba angedacht. Das Wetter war an diesem Nachmittag schön sonnig, mithin also beste Voraussetzungen, die Black Mamba mal ein wenig laufen zu lassen.

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Direkt auffällig war, wie gut der doch sehr lange Anhänger folgt und wie unproblematisch dieser auch an engen Stellen ist. Dies sollte sich bei zahlreichen Gelegenheiten immer wieder bestätigen. Der Drehpunkt, also die Kupplung, ist nicht am Ende des Quads sondern quasi an der Hinterachse, was schon mal sehr hilfreich ist. Ansonsten trägt hierzu auch bei, dass das Fahrzeug recht schmal ist, die breiteste Stelle sind die Vorderräder mit unter 80 cm. Und flach. Bei Drängelgittern & Co. ohne Querstreben kann ich einfach drunter durch fahren, was natürlich sehr angenehm ist. Ich muss nur den Kopf ein wenig zur Seite neigen. Dass der lange Anhänger problematisch sein könnte, war eine meiner größten Sorgen. Dies hat sich völlig erledigt, auch im gesamten weiteren Verlauf der Tour. Ansonsten bin ich aber trotz vollem Akku und reichlich Sonne erst mal noch recht vorsichtig gefahren. Zum einen Rase ich auf Tour sowieso nicht durch die Gegend - und bei einem neuen Fahrzeug noch mal viel weniger. Da möchte ich erst mal ein Gefühl für bekommen und damit lasse ich mir Zeit. Viel Energie braucht das Teil aber nicht, um gut vorwärts zu kommen, ich bin gut zügig mit niedriger Unterstützungsstufe voran gekommen.

Mithin also am Abend hoch zufrieden ein hübsches Plätzchen für die Nacht gesucht. Das war schon mal alles sehr vielversprechend. Der Akku noch ungefähr so voll wie bei der Abfahrt. Sehr hilfreich ist der Fahrtwind. Die Effizient solcher Solarpanel ist sehr stark von den Temperaturen abhängig. Je heißer es wird, desto weniger Strom. Ideal ist also Sonne und kalter Wind. Der Fahrtwind hilft hier sehr.

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Was sich dann beim ersten Nachtlager direkt schon abzeichnete und im weiteren Verlauf der Tour sowohl im Lager als auch unterwegs in hohem Maße immer wieder bestätigte, ist der immense Komfortgewinn, der mit dem nun zur Verfügung stehendem Stauraum einher geht. Kein permanentes Rumgewühle in Taschen mehr, Ausrüstung muss quasi nicht mehr komprimiert werden, alles hat einen passenden Platz und ist schnell griffbereit. Ein riesiger Unterschied zu allen bisherigen Touren, ein massiver Gewinn an Komfort. Und nebenbei auch sehr gut für die Haltbarkeit der Sachen, die jetzt nicht mehr in irgendwelche möglichst kleine Packsäcke gestopft werden müssen.

Mehr mitnehmen kann ich natürlich auch. Besonders auch Verpflegung. Vorbei die Zeiten, wo auf einmal kein Wasser oder Essen mehr da ist, vorbei auch die Zeiten, wo ich täglich einkaufen muss, aus Gewichts- und Platzgründen. Jetzt gibt es Großeinkäufe alle paar Tage und am Abend weiß ich, dass ich genug fürs Nachtlager dabei habe und nicht erst noch irgendwas besorgen muss. Auch das ein massiver Komforgewinn - und natürlich sehr hilfreich, wenn es dann zukünftig in die abgelegenen Gegenden dieser Welt geht.

Glücklicherweise war es damit dann aber auch erst einmal vorbei mit dem "schönen" Wetter, dunkle Zeiten brachen an. Die folgenden Tage war die Sonne nicht mehr zu sehen, noch nicht mal, wo sie denn überhaupt stand, die Wolkendecke dicht und dunkel. Sehr schön. Denn jetzt konnte ich direkt am Anfang herausfinden, wie das Ganze bei schlechteren Wetterbedingungen funktioniert, was für mich sehr wichtig ist. Nur ab und an ließ sich mal kurz die Sonne blicken, auch wenn meine Handykamera schön helle Bilder macht. Ich muss mich mal mit Bildnachbearbeitung beschäftigen :)

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Was sich hierbei dann bezahlt gemacht hat, ist die hohe Qualität des Solarpanels und des Ladegerätes. Denn bei beidem liegen die Unterschiede nicht oder kaum darin, wie viel Energie bei Sonnenschein gewonnen wird. Sondern, wie viel Energie bei schlechten Lichtverhältnissen gewonnen werden kann. Natürlich bin ich auch mit der Unterstützungsstufe runter gegangen, um Energie zu sparen. Bei niedriger Stufe war es dann so, dass tagsüber der Akku sich quasi nicht oder fast nicht weiter geleert hat. Erst ab spätem Nachmittag, wenn die Sonne tief steht, der Lichteinfallwinkel also ungünstig ist und vor allem die Schatten immer länger werden und für zunehmende Abdunkelung sorgen, der Akku anfing, sich langsam zu leeren.

Um so wichtiger wird es dann natürlich, so viel Sonne wie möglich einzufangen. Also Abends im Nachtlager das Panel zur Sonne ausrichten und dann, nach Sonnenuntergang, das Panel direkt nach Osten zur aufgehenden Sonne ausrichten. Tagsüber spielt das keine große Rolle, in den Morgen- und Abendstunden hingegen macht das dann durchaus einen Unterschied. Allerdings bei so dunklen Verhältnissen auch keinen allzu großen, die Sonne hat einfach zu wenig Kraft, auch dann noch, wenn sie tatsächlich mal kurz ein Loch in die Wolkendecke bohrt. Aber egal - man nimmt, was man kriegen kann :)

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... und andersherum am nächsten Morgen:
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Hier habe ich dann mal richtig Glück gehabt. Oben auf einem Hügel blies ein richtig kräftiger sehr kühler Wind - und die Sonne kam mal für ca. 30 Minuten hervor. Sonne und kräftiger kühler Wind zum Kühlen des Panels = Idealbedingungen. Für eine Fresspause ....

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Aber Glück hat man nicht immer - und für das nächste Nachtlager fand sich einfach kein helles Plätzchen, nur dunkler Wald ... dafür mit schönem Sonnenuntergang und vorbeihuschenden Rehen. Am nächsten Morgen habe ich es nach Jahren dann auch endlich geschafft, die Aufhängeseile für meine Hängematte da zu lassen. Ich wusste, dass mir das irgendwann passiert. Aber egal - muss ich halt unterwegs Neue kaufen.

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Am nächsten Abend dann das Treffen mit der Green Mamba, Treffpunkt war ein Campingplatz, den wir unterwegs koordiniert haben. Aber darüber berichte ich dann im nächsten Post. Hier nur noch das Nachtlager ohne Aufhängeseile für die Hängematte ;-)

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Elster-Radweg, Saale-Radweg und der Berlin-Hameln-Radweg sind übrigens wirklich empfehlenswert. Das hat richtig Spaß gemacht. Und der Akku hatte noch Energie, war so ungefähr bei 35 bis 40%. Das hätte noch für ein paar dunkle Tage gereicht.
 
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Da bist Du nicht der erste :D

Wir haben schon rumgealbert. Man müsste hinten an die helle Rückfläche ein silbernes Kreuz und an der Seite einen silbernen Schriftzug anbringen: "Lot und Gruber - ökoloische Senkrechtbestattungen". Dann könnte man noch an der Seite ein Gitter anbringen, das aussieht wie von einer Kühlung, und den Leuten erzählen, das Solarpanel sei zur Kühlung der Leichen vorgesehen. Zu Halloween kann man das Ding dann auch mit rotem Samt auslegen und eine als Leiche maskierte Schaufensterpuppe reinlegen. Auf jeden Fall brauche ich dringend einen Zylinderhut, um das Teil stilgerecht zu fahren ;-)

Später auf Tour in Aachen ging die Rumalberei dann noch weiter. Wir sind dann bei einer rollenden ich-AG mit zahlreichen Möglichkeiten des Geldverdienens unterwegs gelandet :cool:

Jedenfalls kann mir nichts mehr passieren. Geld unterwegs verdienen und den Sarg immer dabei ...
Ein Reisefahrrad für Vampire. Tags laden und schlafen, nachts fahren.
 
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Danke. Dann machen wir doch direkt mal weiter mit dem Testtourbericht.

Am Treffpunkt trafen sich dann erstmalig die beiden Mambas und die Green Mamba hat noch einen weiteren Liegeradkollegen mitgebracht, so dass wir Tippistadt gründen konnten:

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Bei der Gelegenheit habe ich dann erstmalig den Akku über das Stromnetz geladen, aber nur auf 85%, um ihn möglichst zu schonen. Das Ladegerät vom Solarpanel ist ebenfalls so eingestellt, dass es nur bis zu einer Ladeschlussspannung von 40,5 Volt lädt, also ungefähr 80%. Sonst würde mir an sonnigen Tagen der Akku permanent bei 100% geladen, was dessen Lebenserwartung deutlich reduzieren würde. So hingegen wird der Akku fast immer im Idealbereich betrieben, da er fast nie ganz vollgeladen und auch fast nie leergefahren wird. Insofern im weiteren Verlauf noch mal der gleiche Akku dazukommen soll und sich damit die Ladelast pro Akku noch mal halbiert, sollten die Dinger quasi ewig halten.

So ging es dann am nächsten Tag zu viert weiter nach Bückeburg, wo wir dann beim aktuellen Piloten der Green Mamba genächtigt haben:

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Am folgenden Tag ging es dann nur mit den beiden Mambas weiter zu @kitenteddy nach Oelde. Unterwegs ergab sich dann auch eine Gelegenheit, neue Aufhängeseile für die Hängematte zu holen.

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In Oelde haben wir dann erst mal einen Ruhetag eingelegt. Bei der Gelegenheit habe ich dann endlich auf die gewünschten Reifen wechseln können. Als Antriebsräder am Quad zwei Big Benn (55mm), die anderen Räder dann Big Apple in 50mm. Alle tubeless auf 1,5 bar. Erstes Fahrgefühl: fährt sich wie Luftkissenfahrzeug :cool:

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Auch optisch ein klare Verbesserung. Am nächsten Tag habe ich dann bei der gemeinsamen weiterfahrt eine Unterstützungsstufe weniger gebraucht, um an der Green Mamba dranzubleiben. Zudem erheblich mehr Haftung und natürlich optimalen Schutz für das Fahrzeug und alles, was das Fahrzeug beinhaltet. Eine sehr gute Wahl. Mittlerweile fahre ich das teils auch mit nur einem bar Luftdruck, je nachdem.

Die Black Mamba gibt zudem eine wirklich nette Solarlampe ab, auch wenn die Kamera das nicht so hübsch einfängt. Das Vorderlich ist dimmbar und die 4 Rücklichter machen besonders bei geöffnetem Deckel hübsch was her.

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Von Oelde aus ging es zunächst zusammen dann über die Römerroute weiter Richtung Xanten, unterwegs habe ich dann teils eine andere Route gewählt, weil ich fahrgeil war, wir hatten uns dann Abends auf einem Campingplatz wieder getroffen. Für den nächsten Abend waren wir latent wieder in Xanten verabredet, da es aber richtig gut bei mir lief und ich weiter fahrgeil war, bin ich dann übers Ziel hinausgeschossen und bereits den Rhein runter gefahren, Richtung Krefeld. Aber wir haben uns später im weiteren Verlauf meiner Testtour noch mal getroffen. Diesmal war sonniges Wetter und ich konnte bedenkenlos drauf los fahren, auch in die Nacht rein, alles kein Ding, Energie satt.

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Von Krefeld an dann weiter nach Kempen, wo ich eigentlich meinen Stiefvater besuchen wollte. Den hatte es mittlerweile aber mit Corona erwischt und er stand unter Quarantäne. Also direkt weiter nach Aachen, der nächsten Zwischenstation.

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In Aachen (mit 80% vollem Akku) angekommen war dann angedacht, drei Nächte und zwei Tage zu bleiben. Mich mit meinem Sohn rumtreiben und alte Freunde besuchen. Also die Black Mamba bei einer Freundin abgestellt, das Quad abgekoppelt, alle Sachen in den Anhänger gepackt und Aachen dann mit Quad unsicher gemacht. Auch sehr praktisch.

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Weiter geht's im nächsten Post.
 
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Bevor es mit dem Tourbericht weitergeht vielleicht erst noch etwas zum Fahrverhalten des Anhängers, zur Elektrik und weiteren geplanten Ausbauten:

Wer aufmerksam hingeschaut hat wird vielleicht festgestellt haben, dass das Solarpanel sich leicht neigt. Dies war von mir explizit so gewünscht, um bei Wind/Sturm, Böen und schnellen Abfahrten den Hänger sicher auf der Straße zu halten. Steffen von Velomo hat als Umsetzung dieser Anforderung den Hänger selber zwar gerade gebaut, ihn aber so angehangen, dass er leicht nach vorne geneigt ist. Das ist in der Umsetzung erheblich einfacher und bringt nebenbei noch den Effekt, dass diese Neigung dann auch den Unterboden betrifft, wo dann noch ein Unterdruck entsteht, der den Hänger an den Boden saugt. Der Anhänger ist sein eigener Spoiler.

Dass das funktioniert, konnte ich zwei mal kurz spüren, als ich ganz langsam fuhr und plötzlich eine Windböe kam. Da war sofort spürbar, dass der Hänger kurz schwerer wurde. Ansonsten war nichts davon tatsächlich spürbar, aber der Hänger blieb in jeder Situation absolut stabil. Unterwegs gab es auch ein paar mal richtig Unwetter und starke Böen. Das hat den Anhänger noch nicht mal ansatzweise beeindruckt, der blieb absolut stabil. Auch bei schnellen Abfahrten mit Schlaglöchern oder plötzlichen Fahrreaktionen zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise Unruhe. Auch bei Brückenüberfahrten mit starkem plötzlichem Seitenwind keinerlei Unruhe im Anhänger, das gesamte Fahrzeug zeigte sich in jeder Situation windstabil, wurde noch nicht mal zur Seite gedrück sondern lief absolut spurstabil. Vorbeidonnernde LKWs & Co hatten auch nicht die geringste Chance, da Unruhe reinzubringen.

Genau so wollte ich das haben. Ich fahre viel auch bei richtigem Unwetter und die Planungen für die Zukunft verheißen keine geringen Ansprüche. Da kann ich ein flatteriges Hinterteil nicht gebrauchen.

Zur Elektrik mache ich zu einem späteren Zeitpunkt ein kleines Special, da wir ja aus Zeitmangel nicht ganz fertig geworden sind. Insofern ich kommende Woche aber wieder in Weida bei Velomo bin und die Elektrik dann fertig gestellt wird, macht das mehr Sinn, das danach zu zeigen.

Im Weiteren sind dann noch Ergänzungen geplant. Neben einem zweiten Akku benötige ich eine Hot-Box. Da ich ja auch bei Kälte Touren mache, ergibt sich das Problem, dass die Akkus natürlich zum einen massiv an Kapazität verlieren, wenn sie kalt werden, zum anderen aber wird das mit dem Laden per Solarpanel dann ein Problem, da ein kalter Akku dann sogar explodieren kann. Dafür habe ich mir überlegt, für die Akkus eine Hot-Box zu bauen und/oder bauen zu lassen, also eine Kiste gedämmt mit wahrscheinlich 2cm dickem Kork, da Kork am wenigsten von allen Dämmaterialien verrottet und eine sehr gute Isolierleistung bietet. Das Ladegerät selber bringt etwas Wärme und auch der Akku. Das ist nicht viel - aber gut isoliert macht das bereits etwas aus. Ergänzend dazu dann eine Heizfolie mit entweder 12 oder 36 Volt, im Idealfall per Thermostat geregelt, so dass sich die Heizung unter 8 °C anschaltet und drüber wieder abschaltet. So was in der Art:
12V Infrarot Heizfolie 14cm breit 110w/m² - Infrarot Fußbodenheizung| Mi-Hea

Dann ist es so, dass wir auch Homeoffice haben bzw. dies bei uns "mobiles Arbeiten" heißt. Dies beinhaltet explizit, dass wir von überall aus arbeiten dürfen. Davon will ich reichlich Gebrauch machen. Bedeutet: das Ganze wird zu einem mobilen Büro weiter entwickelt. Da ich für meine Arbeit drei Bildschirme benötige, ist eben auch der zweite Akku zwingend nötig. Ich kann ja schlecht nicht zur Arbeit kommen, weil der Akku leer ist ;-)

Und eine richtig gute Küche ist geplant, da ich zunehmend, ggf. zukünftig auch vollständig, unterwegs leben werde und gerne lecker und gesund speisen möchte. Ich möchte unterwegs alles zubereiten können, was ich auch zuhause zubereite. Und ein bisschen Esskultur, also schönes Geschirr, Besteck & Co, soll auch nicht fehlen. Brauche ich nicht jeden Tag, gerne futtert es sich am besten aus dem Kochtopf, aber gänzlich fehlen soll es auch nicht. Plastik oder Aluminium muss da auch nicht sein, ist ungesund. Edelstahl und Holz. Eine Kaffeemühle darf auch nicht fehlen, die ist unverzichtbar.

Das ist der Plan. Stück für Stück. Einen Schritt nach dem anderen. Im weiteren Verlauf soll dann noch eine Segelyacht dazu. Irgendwie muss ich die Black Mamba ja auf andere Kontinente bringen. Und spätestens dann werden endgültig die Anker gelichtet.
 
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In Aachen hatte ich das, was ich binnen Aachen verfahren hatte, wieder per Steckdose nachgeladen. Die Wetteraussichten für die kommenden Tage waren wieder mal kaum oder keine Sonne. Mithin war also sparsames Fahren angesagt. Der nächste Abschnitt sollte mich durch die Eifel führen. Der erste Teil war harmlos, einfach den Vennbahnweg bis fast zum Ende. Der steigt kontinuierlich mit ca.2% an und führt über besten Asphalt. Also kein Thema, easy going, an einem Tag durch. Ab und zu gab es Sonne, aber das Problem war, dass der Weg zum größten Teil durch dichten Baumbestand führt, also Schatten. Und Schatten bringt quasi gar keinen Ertrag, da half auch die Sonne nicht, wenn sie sich ab und an mal blicken lies. Am Abend dann ein schönes Plätzchen ...

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... um dann am Folgetag auf eine selbsterstellte möglichst anspruchsvolle Route über Prüm, Steinfeld und Euskirchen weiter zu fahren.

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Sonne gab es dann ab da gleich fast gar nicht mehr. Darüber hinaus ergab sich das Problem, dass ich plötzlich den kleinsten Gang nicht mehr schalten konnte. Es zeigte sich, dass der Schaltzug nur noch an zwei dünnen Fäden hing und ich hatte keinen Ersatz dabei, was um so sträflicher war, als dass ich einen extralangen Tandemzug benötige, den kaum ein Laden hat. Und Läden gab es nur sehr selten. Mithin also kaum Energieertrag und keinen kleinsten Gang, sowieso möglichst wenig schalten. Und es gab eigentlich viel zu schalten, die Anstiege waren heftig, wie gesagt, ich hatte bewusst eine anspruchsvolle Route ausgearbeitet. Ist ja schließlich eine Testtour. Schwere Böden, harte Steigungen, gesperrte Wege, selten Sonne, viel Regen - und die Schaltung hing nur noch an einem Faden :)

In Steinfeld angekommen habe ich mir dann erst mal ein leckeres Essen gegönnt und die Gelegenheit genutzt, dabei den Akku nachzuladen. Hier hat sich mein recht teures Ladegerät bezahlt gemacht, dass nicht nur äußerst solide und effizient ist, sondern auch mit 8 Ampere laden kann. Der gute Satiator. Über 500 Wh bei einem Wildgulasch. Doppelt Lecker. Schlafenszeit.

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Weiter ging es über Euskirchen, Köln, Duisburg, Dorsten Richtung Münster. Unterwegs zuerst nur einen Schimano-Schaltzug, 2100mm, dann einen SRAM-Schaltzug, 2200mm, bekommen, aber keinen Tandemschaltzug. Und kurz vor Münster riss dann auch der letzte Faden.

Mit dem SRAM-Schaltzug ist es mir dann gelungen, mit einer üblen Hilfskonstruktion und unter massiver Kürzung der Schalttülle wenigstens wieder die 4 kleinsten Ritzel schalten zu können. In der Umgebung gab es einen Laden, der auch Spezialräder führte und von daher bestimmt einen Tandemzug haben würde. Es war aber schon Samstag Abend und die hatten zu. Egal - trotzdem hingefahren, vor Ort dann auch eine Telefonnummer und Handynummer gefunden, auf die Mailbox gesprochen, meine Situation geschildert und um Rückruf gebeten. Um dann ein Nachtlager in der Nähe zu suchen.

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Und tatsächlich. Am nächsten Morgen kam der erlösende Anruf, wir haben uns am Laden um 10:15 getroffen und ich zwei Tandemzüge und eine neue Tülle bekommen. Alles wieder in Gang gebracht, weiter ging es. Richtung R1. Das Wetter besserte sich wieder etwas.

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Der letzte Tourabschnitt dann im nächsten Post.
 
OldMan54

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Beinhaltet der Doppelfreilauf eine Art Differenzialsperre?
Wenn du da so durch die Wiese fährst...
 
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iGude

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Ich bin begeistert. Toller Bericht und tolles Fahrzeug!
Was ich aber am geilsten finde ist deine Hängematte.
Man sieht das gemütlich aus. Noch nie derartiges gesehen. (y)
 
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Steffen-W

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Doppelfreilauf ist wie eine Sperre. Die Räder werden nur nach vorne angetrieben, dadurch ist z.B. das kurven innere Rad immer das Treibende Rad da es einen kürzeren Weg zurücklegt. Wenn das Rad jetzt durchdreht und seine Geschwindigkeit erhöht treibt ab dem Punkt wo beide Räder gleich schnell sind das Äußere Rad auch mit an. Auf der Geraden treiben beide Räder gleichmäßig an.
Nachteile könnten sein dass das Rad bei sehr starkem Antrieb geradeaus aus der Kurve schiebt (eher unwahrscheinlich bei der Leistung) und das man keinen Rückwärtsgang verbauen kann, was bei Kettenschaltung eh nicht geht.


P.S. Sehr schöner Bericht. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.(y)
 
OldMan54

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@Steffen-W
Danke, so habe ich mir das auch gedacht, damit gehen dann Drifts im Schnee.
Ja, der Bericht ist faszinierend.
 
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Die Räder werden nur nach vorne angetrieben ...
Genau. Wobei ich bei Kurven noch nie feststellen konnte, dass da nur ein Rad antreibt. Ich denke, die Unterschiede zwischen Doppelfreilauf und Differenzial sind bei einem Fahrrad eher theoretisch und haben in der Praxis keine Relevanz. Der Doppelfreilauf hat dann aber immer noch den Vorteil, einfacher und leichter zu sein. Zumindest war das mein Entscheidungsggrund. Herstellerseitige Tendenz ist eher Differenzial.
 
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Nebenbei hier ein lustiges kleines Video zum Lageraufbau von einer letztjährigen Tour mit @kitenteddy und mir auf der Green Mamba und meinem Sohn auf dem Quad:

 
hotkirk

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Sehr schöner Reisebericht, und ein tolles Rad!
Danke für die schöne Beschreibung!
 
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