BBS01/02 250W-500W-750W: Meine Erfahrungen im Endurobereich

Dieses Thema im Forum "E-Motoren" wurde erstellt von TrailRider_81, 12.07.18.

  1. TrailRider_81

    TrailRider_81

    Beiträge:
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    Details E-Antrieb:
    Specialized SX Trail@BBS02B, NOX Satellite@BBS01B
    Hallo zusammen,

    ich poste diesen Thread um meine persönlichen Erfahrungen mit den 3 Motorosierungsstärken weiterzugeben. Am Anfang hatte ich mich sehr schwer getan und wusste nicht welcher Motor optimal ist für Hardtail oder Fully auf Trails mit Sprüngen, Drops usw. vor allem was Belasstbarkeit, Kadenz, Drehmoment und Akkuverbrauch angeht. Mittlerweile habe ich 2 Hardtails und 1 Fully mit allen Morisierungen und wollte meine Erfahrungen teilen.

    Vielleicht hilft es dem oder anderen bei der Entscheidung und anstehenden Umbau. Für alle Setups habe ich ein kleines 36er Kettenblatt vorne gefahren, damit die Motoren gut klettern können ;-)

    Belastbarkeit:
    Die gute Nachricht vorweg. Alle Bafang Motoren sind sehr stabil. Auch mit dem Hardtail habe ich schon Sprünge ca. (1Meter) teilweise sogar ins Flat gemacht, wo es hinten ordentlich gerumst hat. Die Motoren machen alles mit und halten das problemlos aus! Beim Fully sind auch größere Sprünge und Drops drin und durch den großen Federweg hinten und vorne werden die Schläge ja noch besser weggedämpft als beim Hardtail.

    BBS01 36V "Der Natürliche":
    Ist der Motor einmal ordentlich programmiert (siehe z. B. Üps Settings) läuft er wirklich hervorragend "smooth". Er dreht weder zu schnell hoch noch zu langsam und fährt sich sehr angenehm. Idealer Einsatzzweck ist das Hardtail für Cross Country aber auch der leichte Enduroeinsatz geht. Auf dem Fully verliert er an Drehmoment durch die Federung und an Steigungen insb. auf Trails berghoch mit Hindernissen fehlt für mich einfach das Drehmoment. Wenn dann noch dicke Reifen 2,4 Zoll + hinzukommen, sollte man den BBS02 500w oder 750w wählen.

    Beim BBS01 sollte man nicht am Akku sparen! Mit einem 500Wh Stunden Akku (z. B. 10s4p) ist man gut dabei. Mit vollem Akku hat man eine gute 80+ Kadenz und der Motor macht echt Laune. Fällt die Spannung unter 36V geht die Kadenz schnell auf 60 und drunter. Dann wird der Motor träge und fühlt sich nicht mehr sportlich an. . In dem BBS01B 36V habe ich auch schonmal einen 10A 36V Akku getestet 10s3P (360Wh). Die Reichweite ist dann sehr viel geringer und der Motor verliert bereits nach 20km deutlich an Spannung. Eine 500Wh Akku sollte für längere Touren 50km+ also schon eingesetzt werden.

    BBS02B 36V 500W "Der Allrounder im Gelände":
    Ich habe ihn in meinem Hardtail mit 130mm Federweg vorne verbaut. Der Motor zieht gefühlt fasst doppelt so stark an wie der BBS01 und merkt den Drehmomentunterschied (100nm vs. ca. 70nm)
    deutlich. Wheelies im kleinen Gang bergauf sind kein Thema und man hat Power in jeder Lebenslage.

    Der BBS02b36V dreht aber von der Grundcharekteristik viel schneller hoch als ein BBS01. Häufig dreht er auch schneller als man tritt. Dadurch wirkt das Treten in den hohen PAS Stufen schon fast zu stark unterstützt bzw. etwas unnatürlich und man ist schon am nah am Mofa-Feeling dran. Wenn man den Assist aber runterdreht, kann man diesen Effekt begrenzen. Kurzum der fühlt sich nicht natürlich an wie ein BBS01, der deutlich näher am Fahrradfahren ist. Wer aber mehr auf etwas mehr Drehmoment steht wird aber hier glücklich! Fällt die Spannung unter 36V schafft der Motor eigentlich immer noch seine 70er Kadenz, wo der BBS01 schon längst drunter liegt. Das ist wiederrum ein Vorteil.


    BBS02B 48V 750W "Für's Fully die leichte Alternative zum BBSHD"
    Ich hatte diesen Motor für mein Specialized SX Trail gekauft und hatte erst große bedenken, ob er sich für Enduro und leichten Freeride Einsatz eignet. Eigentlich wollte ich den BBSHD, weil der viel stabiler aber leider auch viel schwerer ist. Nach 1 Jahr Einsatz bin ich aber immer noch sehr zufrieden mit dem BBS02B 48V im Freerider. Der Grund: der Motor ist leicht und zieht sehr gut durch. Mehr als 18A braucht man fasst nie und er hat wirklich Kraft ohne Ende.

    Die max. Kadenz des Motors ist noch etwas höher als beim bbs02 36v (120 vs 110) und man reizt diese eigentlich nie aus. Der Vorteil einer so hohen Drehzahl des Motors ist, dass er selbst bei leerem Akku noch schnell genug dreht! Für den harten Enduro-Einsatz ist der Motor optimal: Mit 4,2 Kg ist er noch nicht zu schwer und kann auch mit kleineren Akkupacks (500Wh, 13S4P ca. 3,2 Kg) gefahren werden.

    Sprünge und Drops steckt er locker weg und spricht schnell an beim rausbeschleunigen. Der Drehmomentunterschied zwischen der 36V und 48V Version ist nicht so stark (120nm vs 100nm). Man könnte auch den BBS02 36V im Freerider nutzen. Aber dafür dreht der 48V etwas höher was für Daumengas -Boosts super ist. Ein Nachteil des BBS02B 750W ist aber, dass man 48V Akkus benötigt, die meistens deutlich teurer sind als 36V Akkus (es sei denn man baut selber).


    Und ein Nachteil ist auch, das gilt aber für alle BBS01/02, dass sie anfällig sind für Staub und kleinen Schmutz im großen Antriebsritzel. Anders als beim BBSHD schützt nämlich nur ein Plastikdeckel (Dust Cover) das Antriebsritzel und da gelangt gerne mal was etwas Dreck oder auch etwas Wasser durch. Daher sollte man den Motor 1x im Jahr warten: also Deckel ab, reinigen und neu fetten (Mobilgrease 28). Ich persönlich finde das nicht schlimm, aber mit einem BBSHD hat man das Problem nicht.

    Zum Schluss noch etwas zum Stromverbrauch und Akkugröße:
    Ich habe mit 75 Kg Fahrergewicht und bei leichter bis mittelere Unterstützung Fahrweise mit dem Fully und einem 13,8A 48V Akku (660Wh) etwa 1200Höhenmeter auf 40km Touren geschafft. Das Hardtail mit dem 14A 36V Akku (500 Wh) liegt hier in etwa gleich auf. Im flacheren Gelände sind wahrscheinlich locker 70km drin.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12.07.18
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  2. maspalomas

    maspalomas

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    975
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    Mountain Cycle San Andreas BBS02
    Hallo.
    Gut und hilfreich, dass jemand der alle drei Motoren faehrt, hier OBJEKTIV berichtet.
    Ich selbst fahre zwei 36V, 500W BBS02. Einmal in ein „San Andreas“ 22,8 Kg , den ich 2016 fuer fuer meine Soloueberquerug der „Sierra Nevada“, 350Km und 7000Hm hergerichtet habe, hier stand Steigvermoegen und Verbrauch in Vordergrund.
    Und nochmal in ein leichtes und schnelles Cannondale Fully 17,6Kg. fuer die Strasse, mit dem ich diesjahr eine 14 taegigeTour, 2000Km angehen werde. Hier stand Geschwindigkeit und Verbrauch zu Debatte.

    Mich faszinieren diese Motoren deshalb, weil ihre Controller in ausgedehnten Bereichen, fuer jeden Zweck, individuell konfigurierbar sind.

    Nun zwei Verbesserungen aus meiner Erfahrung.
    Naesse gibt es bei uns nicht, Staub aber reichlich, um diesen vom Motorinneren fernzuhalten wurde die Fuge zwischen den besagten Kunststoffdeckel und Motorgehaeuse mit Panzerband rundum ueberklebt und es ist Ruhe.

    Man kann den Motor am Tretlager ordentlich festziehen, aber fuer den harten Einsatz empfiehlt's sich, eine zusatzliche Aufhaengung am Rahmen.
    Viele unschoene Geraeuche entstehen naemlich an dieser Stelle!
    Bin gerade dabei, fuer den „San Andreas“ eine zusaetzliche Aufhangung des Motors am Rahmen zu bauen, mit zwei Stangenenden und eine 6mm Titanium Strebe.
    Die Strebe bekommt an einer Seite Linksgewinde und am anderen, Rechtsgewinde. Durch drehen der Strebe, in eingebauten Zustand, entsteht eine Vorspannung. So kann man downhill bedenkenlos ueber Stock und Stein duesen.
    Stangenenden.JPG
    Fuer das Cannondale wurde eine zierlichere Aufhaengung realisiert.
    Aufhaengung.JPG

    Gruß und Dank fuer deinen Bericht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12.07.18
  3. Jootchy

    Jootchy

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    BPM2 250W HR; MXUS HR; SWXB VR; SWXH; XF 07 VR
    Danke für deinen Bericht!
    So viele Kombinationen im Vergleich bekommt man selten.
     
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  4. gernhoch

    gernhoch

    Beiträge:
    4
    Toller Bericht in seiner ganzen Ausführlichkeit. Wie sieht's denn mit der Bodenfreiheit im Gelände aus? Setzt der Motor bei Stufen - ab welcher Höhe - auf?
     
  5. Hi,

    toller Beitrag, mit sehr viel gut beschriebenen Details, die eine Entscheidungshilfe für unentschlossene Umbauer sein sollte.
    Ich habe ähnliche Erfahrungen mit folgenden BBS Antrieben gemacht und bewerte diese für meine Einsatzzwecke, alle in Cannondale Fullies verbaut, wie folgt:
    750W mit 42er Kettenblatt und 9-fach 11/40. dies ist meine Lieblingsvariante, die ich mit 2 parallel geschalteten 14S4P (3,45 Pana) fahre. Power und Ausdauer ohne Ende, wobei ich die Leistung eigentlich nicht nutze, die max. Geschwindigkeit eigentlich auch nicht. Habe den Antrieb deshalb nach vielen Programmierversuchen auf "Stromsparen" eingestellt.
    Dann gibt es noch einen 500W 48W 42er Kettenblatt. Ich bin der Meinung, dass dieses Teil für jeden Einsatz ausreicht, gefahren mit 9-fach 11/40. Man kommt jede Steigung hoch, und mit der entsprechenden Programmierung ist er ein wirklich toller Antrieb.
    Dann habe ich hier auch einen 500W 36V mit 42er Kettenblatt 9-fach 11/36 im Einsatz. Man merkt die höhere Betriebsspannung deutlich, besonders wenn der 36V Akku dem Ende entgegen geht. Aber trotzdem, reicht eigentlich für fast alle Einsatzbedingungen.
    Dann gibt es noch einen 750W Antrieb mit 46er Kettenblat 10-fach 11/42. Dieses Teil fahre ich nur wenn ich mich mal mit Rennradlern anlegen will, macht riesig Spaß, auch im Trailbetrieb, aber in der Gruppe mit legalen Ebiker ist das Teil völlig ungeeignet, weil man die Geschwindigkeit im legalen Bereich nicht so richtig nutzen/fahren kann.
     
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