9 Euro oder Nulltarif im ÖPNV für 90 Tage?

Diskutiere 9 Euro oder Nulltarif im ÖPNV für 90 Tage? im Plauderecke Forum im Bereich Community; Wenn es einen funktionierenden bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr gibt, ist das eine Frage der Höhe der Stadtmaut. Wenn nur noch Leute mit...
Geierlamm

Geierlamm

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Wir sind gerade von drei Wochen in London zurück. Dort ist die Benutzung des ÖPNV extrem kundenfreundlich.
Es fahren trotzdem viele dicke Karren dort rum - Geld machts möglich. Sozial gerecht ist das nicht, aber die Alternative funktioniert wenigstens auf akzeptable Weise.
Wenn es einen funktionierenden bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr gibt, ist
das eine Frage der Höhe der Stadtmaut.
Wenn nur noch Leute mit dem Auto in die Stadt fahren können , für die Geld nun überhaupt keine Rolle spielt , ist das zwar keineswegs gerecht, aber weniger Autos gibt's trotzdem.
Eine sozial gerechte Gesellschaft , ich glaub das Thema lassen wir hier lieber.

Gruss

Geierlamm
 
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Kaspar

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Das wird nur leider von vielen nicht gerne gehört, dass der ÖPNV nun besonders (je nach Tag und Uhrzeit) durch die Schnäppchenjäger und Freizeitfahrer belastet wird. Persönlich habe ich zumindest noch keinen Besitzer (Neukunde) eines neun Euro Tickets gesprochen, der das aus rein notwendigen finanziellen Gründen statt des Autos nutzt.

Die Argumentation der Leute ist eigentlich immer gleich. „Bei dem günstigen Preis kann man ja auch mal mit der Bahn nach xy fahren, selbst wenn man man 1-2x umsteigen muss.“.

Man muss es natürlich auch ganz klar sagen, dieses vergünstigte Ticket sollte der Gesamtbevölkerung etwas finanzielle Entlastung bringen. Da nahezu jeder mobil ist und sein möchte, kann man eben durch den Kauf eines solchen Tickets saftig im Monat sparen und so die gestiegenen Preise an anderer Stelle etwas ausgleichen.

Es gibt 18,5 Mio. Führerscheine Klasse B in Deutschland und 80 Mio. Menschen. Es sind nichtmal 20% automobil. Bei den übrigen sind verschiedenste Gründe für das Nichtvorhandensein des Führerscheins: Das Alter, Behinderung, finanzielle Lage usw. usf.

Nur weil du jetzt keinen innerhalb der 80% getroffen hast, die aus finanziellen Gründen das Ticket nehmen, heißt es nicht, dass sie nicht da sind. (Falls du überhaupt innerhalb der 80% gefragt hast).

Mobilität muss für alle bezahlbar und eigenständig möglich sein. Das ist es mit dem Auto eben nicht.

Deshalb finde ich es auch unverschämt, sich über Leute aufzuregen, die die Chance wahrnehmen, für wenig Geld zu reisen. (Das hast du zwar nun nicht direkt gemacht, das habe ich aber schon oft genug gelesen und gehört.)

Fahrerlaubnisbestand im Zentralen Fahrerlaubnisregister
 
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goofy1968

goofy1968

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Ich hab es versucht mit dem ÖPNV zu pendeln, vom Moviepark nach
Dortmund.
Ziel war es um 9Uhr am Rand von Dortmund Mitte an zu kommen und
um 14Uhr zurück.

Mit dem Auto die ersten 2km zum Bahnhof und los, hin in 1,25 Std machbar.
Nur am Ende ist dann ein Fußweg von 1,2km bis zum Ziel oder es muss
eine Stunde früher los.
Rückweg ist ohne Zeitdruck direkt vom Ziel möglich, dauert dann aber
theoretisch 1,75Std.

Autofahrt zum Ziel und zurück jeweils 0,75Std / 48km.

Gründe warum ich mich nach 2 Tagen für das Auto entschieden habe:

Hinweg nur mit einer Dauer von 2,25Std oder 1,2km Fußweg am Ziel.

Rückweg kann theoretisch ohne Fußweg gemacht werden ,praktisch
muss in Essen in 8 Minuten einmal quer durch den gesamten Bahnhof.
In dem Bahnhof gibt es Fahrstühle ,die sind aber sehr klein und es stehen 10 davor die warten.
Um in 8 Minuten den Bahnsteig zu wechseln bleibt nur Treppe runter
quer durch den nicht kleinen Bahnhof ,Treppe hoch und am Bahnsteig
noch mal zum ausgelagerten Zielgleis.
Es sind in 800m und 2 lange Treppen zu bewältigen.

Das mag für viele lächerlich klingen, nur haben die nicht meine Knie.

Da hilft es nicht das es für 9€ für die 4Wochen gekostet hätte,
das Auto kostet mehr Sprit an einem Tag.

Hab nach zwei Tagen das Handtuch geworfen und das Auto genommen.

Bahn für Freizeit ohne Zeitvorgaben (y) ,mit dem Bike zum Bahnhof und ohne umsteigen am Ziel raus.

Bahn für fixe Zeiten mit Umsteigen (n), ich kann mich nicht schon morgens lahm laufen oder 3x so lange brauchen wie mit dem Auto.
 
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ZNolte

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Es gibt 18,5 Mio. Führerscheine Klasse B in Deutschland und 80 Mio. Menschen. Es sind nichtmal 20% automobil. Bei den übrigen sind verschiedenste Gründe für das Nichtvorhandensein des Führerscheins: Das Alter, Behinderung, finanzielle Lage usw. usf.

Nur weil du jetzt keinen innerhalb der 80% getroffen hast, die aus finanziellen Gründen das Ticket nehmen, heißt es nicht, dass sie nicht da sind. (Falls du überhaupt innerhalb der 80% gefragt hast).

Ich darf mich selber zitieren:

Persönlich habe ich zumindest noch keinen Besitzer (Neukunde) eines neun Euro Tickets gesprochen, der das aus rein notwendigen finanziellen Gründen statt des Autos nutzt.

Es geht in meinem Kommentar um Neukunden mit 9 Euro Ticket, nicht um Bestandskunden die zufrieden sind, Geld zu sparen.
 
RheaM

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Heute das erste mal nicht mitgekommen mit dem Zug nach der Arbeit. Halbe stunde warten :mad::mad::mad:
 
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Quelle: ndr.de Stand: 01.08.2022 20:11 Uhr

Zitat nur Ausschnittsweise

Neun-Euro-Ticket: Land bringt norddeutsches Modell ins Spiel

"Sollte ein bundesweites Ticket nicht umsetzbar sein, könnten alternativ auch die fünf norddeutschen Bundesländer etwas auf die Beine stellen", teilte das Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit - ohne konkreter zu werden. Ein deutschlandweites Folgeangebot für das Ende August auslaufende Ticket wird weiterhin favorisiert, gleichwohl will Niedersachsens Verkehrsministerium darauf nicht allzu lange warten. Mitte August wollen Bund und Länder über die Frage sprechen. Es hapere momentan an der Frage nach dem Geld, und auch für das Nordticket bräuchten die Länder Geld vom Bund, sagte ein Ministeriumssprecher - aber das wäre eben nicht so viel. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte am Wochenende einem Folgeangebot des Neun-Euro-Tickets eine Absage erteilt.
Grüne fordern Fortsetzung - oder Alternative

Parteiübergreifend überwiegt in Niedersachsen Zustimmung zum Neun-Euro-Ticket und zu einem entsprechenden Angebot nach Auslaufen der Aktion. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg betonte, das Ticket entlaste alle, die sonst viel Geld für Monatskarten ausgeben müssten. Wenn der Bund keine Weiterführung hinbekomme, müsse die Landesregierung eine Anschlussregelung auf den Weg bringen, etwa durch die Einführung eines Tickets, das zwei Euro pro Tag koste. Auch FDP-Fraktionschef Stefan Birkner verwies auf einen großen Bedarf nach unkompliziertem und günstigem Nahverkehr. Der SPD-Verkehrspolitiker Christoph Bratmann betonte die Bedeutung von günstigen und einheitlichen Tarifen. "Eine Rückkehr zum unübersichtlichen Tarif-Dschungel und Einzelfahrten für über drei Euro innerhalb einer Kommune darf es nicht geben."


Zitat Ende

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ZNolte

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und auch für das Nordticket bräuchten die Länder Geld vom Bund, sagte ein Ministeriumssprecher“

Solange das Prinzip dahinter standardmäßig ist, dass der Bund auf diese Weise den unterfinanzierten und zumindest während der Coronaproblematik im Alltag nur relativ gering genutzten regionalen ÖPNV sanieren soll, wird das außer einem zu gewissen Zeiten durch Freizeitfahrer überlaufenden ÖPNV nichts bringen.

Was ist da auch groß „auf die Beine zu stellen“? Ticketpreise runter setzen, der Bund zahlt die Differenz, fertig. Ein übliches System zur Sanierung von regionalen Haushaltskassen, aber ob der Bund das auf Dauer so mitmachen wird? Bleibt abzuwarten.
 
Begonia

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Wenn der komplette Nahverkehr anstelle 9€ im Monat völlig kostenlos wäre, könnte man die ganzen Fahrkartenschaffner einsparen; das dann noch fehlende Geld kann man zum einen über die Erhöhung der Fahrkarten von den reichen ICE - Fernreisenden einziehen, zum andern hat man ja für Gott und die ganze Welt genügend Geld - da müßte doch die Druckerpresse nur ein wenig schneller laufen, um auch dieses Manko zu finanzieren.
 
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ZNolte

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Wenn das neun Euro Ticket den Bund 2,5 Milliarden für die drei Monate kostet, dann dürften die für ein dauerhaftes Billigticket nötigen 10-15 Milliarden pro Jahr den Kohl bei den Staatsbilanzen auch nicht mehr fett machen.

Dann müsste man allerdings auch die Entfernungspauschale bei der Steuererklärung entsprechend anpassen bis abschaffen. Das dürfte für viele ÖPNV Pendler sogar unter dem Strich ein Minusgeschäft sein.
 
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Glueckstiger

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Wenn das neun Euro Ticket den Bund 2,5 Milliarden für die drei Monate kostet, dann dürften die für ein dauerhaftes Billigticket nötigen 10-15 Milliarden pro Jahr den Kohl bei den Staatsbilanzen auch nicht mehr fett machen.

Die 100 Mrd. fuer die Olivgruenen waren sehr schnell abgenickt. Damit haette man 10 Jahre was Sinnvolles finanzieren koennen.
 
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mumpel

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Ich bin für eine Steuerbefreiung der Jobtickets. Davon hätten AN und AG was. Und die VU verdienen direkt, ohne sich mit der Bürokratie herumschlagen zu müssen.
 
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Die 100 Mrd. fuer die Olivgruenen waren sehr schnell abgenickt.
So entstehen mal wieder Märchen. Das 9-€-Ticket kostet den Staat keine 100 Mrd. sondern 2,5 Mrd. Und ist damit sogar noch günstiger als der vollkommen schwachsinnge Tankrabatt mit 3,75 Mrd.
 
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Glueckstiger

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Lies bitte #390 nochmal genau und das Zitat darin.
 
wahlium

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Ich bin für eine Steuerbefreiung der Jobtickets. Davon hätten AN und AG was. Und die VU verdienen direkt, ohne sich mit der Bürokratie herumschlagen zu müssen.
Dann muss aber auch jeder, der ein solches will eines bekommen.
der RMV nämlich hat daran überhaupt kein Interesse, der hat auch so genug Kunden. Mein Arbeitgeber versucht seit über 10 Jahren schon, mit dem RMV was auszuhandeln: Fehlanzeige.
 
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Kaspar

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Die Zahl gilt aber nur für nach 1999 erstellte oder getauschte.

Die melden für 2021 fast 58 Millionen PKW Führerscheine.
PKW-Führerschein - Besitz in Deutschland bis 2021 | Statista
Danke sehr aufmerksam. Ich hatte das tatsächlich so übernommen, weil ich kurz zuvor genau diese Zahl in dem Zusammenhang gelesen hatte.
Die haben allerdings eine Umfrage erstellt und ich glaube tatsächlich nicht, dass das so hinkommt.
Laut deren zahlen, die auf Umfragen beruhen, gibt es neben den Kindern (11 mio) noch knappe 13mio deutsche ohne pkw Führerschein.
Damit halte ich die Zahl für die Führerscheine für zu hoch gegriffen. Die Wahrheit ist, dass nicht bekannt ist, wie viele pkw Führerschein in Summe existieren. Das ändert sich nun erst stückweise mit der Umtausch Pflicht.
Die Wahrheit wird irgendwo zwischen liegen.

Meine Aussage bleibt davon unberührt. Es sind demnach mindestens 24 mio Menschen von eigenständiger Automobilität ausgeschlossen.

Und vielfach die Alternativen fehlen, sind unter diesen Menschen auch viele, denen eigenständige Mobilität komplett verwehrt wird.

Das ist und bleibt heftig, auch wenn ich meine zahlen hiermit korrigieren muss.
 
R

Ravenous

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Meine Aussage bleibt davon unberührt. Es sind demnach mindestens 24 mio Menschen von eigenständiger Automobilität ausgeschlossen.
Wieso ausgeschlossen?

Nicht jeder will einen Führerschein haben.
 
Thema:

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