1000 Ladezyklen?

Diskutiere 1000 Ladezyklen? im Akkus, Batteriemanagement (BMS), Ladegeräte Forum im Bereich Diskussionen; Beim Kauf eines Pedlecs wird gesagt der Accu würde ca. 1000 Ladecyclen halten. Spielt es dabei eine Rolle wie leer der Accu vorher war, bzw wie...
Tomcrepes

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Beim Kauf eines Pedlecs wird gesagt der Accu würde ca. 1000 Ladecyclen halten.
Spielt es dabei eine Rolle wie leer der Accu vorher war, bzw wie voll man ihn lädt?
Im Extrem frage ich mich wie wirkt die Rekupation bei BionX auf den Accu aus, bzw auf seine Lebensdauer?
Kommt das auf den Accu an?
 
Rutzki73

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Es kann viel gesagt werden, das Papier hält eine Menge aus :p
oder anderes gesagt, glaube nicht, alles was du liest...
Ich würde eher von ca. 10% - 15% zusätzlichen Ladezyklen, als das, was im Datenblatt des Herstellers von den Akkuzellen steht.
Samsung SDI schreibt bspw. bei dem 29E unter 7.9 :
"Each cycle is an interval between the charge (charge current 1,735mA) with 0.05C Cut-off and the discharge (discharge current 2,750mA) with 2.50V cut-off. Capacity after 500cycles.
Capacity ≥ 1,925mAh (70% of Rated Capacity)"
Da in den meisten Akkusysteme das BMS bei ca. 2,9V-3V abschaltet, so zeigt wenigstens unsere Erfahrung, dass ca. 10% - 15% mehr komplette Ladezyklen zu erreichen sind. Also realistisch sind ca. 600 - 625 Ladezyklen...aber...das setzt voraus, dass der Akku nicht über 1C entladen wird. Man braucht also einen Akku mit mindestens 20Ah, um mit 20A Dauerlast zu entladen....
Ich halte es eher für Wünschdenken über 1000 Ladezyklen bei den meisten Akkus zu sprechen...
 
onemintyulep

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Beim Kauf eines Pedlecs wird gesagt der Accu würde ca. 1000 Ladecyclen halten.
Der Akku verliert durch Benutzung an Kapazität, und der Innenwiderstand steigt. Konkret wirst du dir sicher schon einen neuen Akku wünschen wenn er noch ca. 70% Kapazität hat. Das ist nach 300-700 Ladezyklen der Fall abhängig von den verwendeten Zellen, ausser unter besonderer Schonung (reduzierte Ladeendspannung).
Das mit den 1000 Ladezyklen kommt hin wenn du damit nur die Fahrradbeleuchtung befeuerst oder das Handy. Das kannst du ewig machen....
Mit Ladezyklus ist übrigens gemeint einmal die ganze Kapazität volladen und wieder leerfahren (Vollzyklen). In welchen Häppchen du das machst ist egal, das geht entsprechend anteilig in die Abnutzung ein.
Rekuperation in nennenswerter Stromstärke ist relativ anstrengend für die Akkus, deshalb hatten die früher bei Bionx Zellen die nicht soviel Kapazität hatten aber das gut aushielten.
 
marci

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einige Eigen(um)bauten und viel Nostalgie
Und was die meisten bei dem Thema Ladezyklen ganz vergessen...

... auf wie viele Jahre das zu betrachten ist..

Bei einem Pendler, der den Akku 200mal im Jahr effektiv nutzt, geht die Rechnung eher auf, als bei dem Gelegenheitsradler wie mich z.B. (20-30 mal im Jahr voll- Ladezyklen)

Da altert der Akku schneller als ich einen Einbruch der Kapazitat / Ladezyklen feststellen könnte ;-)
 
Ewi2435

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Und was die meisten bei dem Thema Ladezyklen ganz vergessen...

... auf wie viele Jahre das zu betrachten ist..

Bei einem Pendler, der den Akku 200mal im Jahr effektiv nutzt, geht die Rechnung eher auf, als bei dem Gelegenheitsradler wie mich z.B. (20-30 mal im Jahr voll- Ladezyklen)

Da altert der Akku schneller als ich einen Einbruch der Kapazitat / Ladezyklen feststellen könnte ;-)
Halte ich für einen Mythos ;)

Sanyo GA 10S4P Block von 2015 hatte als ich ihn Anfang des jahres in den Fingern hatte eine messbare Kapazität von 13,4Ah und 120mOhm. Neu liegen die gleichen Zellen heute auf nahezu dem gleichen Niveau. Eine Alterung ist nicht feststellbar. Wurde aber auch bei 3,61V gelagert.

Wobei definitiv nicht auszuschließen ist das es stark von den Zellen und deren Herstellungsprozess/Chemie abhängig ist.
 
Rutzki73

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Nach ca. 3 Jahren optimaler Lagerzeit beginnen die Akkuzellen, sich zu degradieren. Nach 7 Jahren sollte man die nicht mehr in Akkusystemen verwenden.
Wir haben hier noch Panasonic CGR18650CH (ca. 10 Stück) vom Jahr 2012...die haben noch ca. 3,5V
 
Tomcrepes

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Mit Ladezyklus ist übrigens gemeint einmal die ganze Kapazität volladen und wieder leerfahren (Vollzyklen). In welchen Häppchen du das machst ist egal, das geht entsprechend anteilig in die Abnutzung ein.
Bedeutet das, dass ich z.B, immer schon nach 10% Verbrauch den Accu laden würde immer dieselben Zellen be- und entladen werden
und diese Partitionen sich dann schneller verbrauchen, .
Wenn ich z.B. von mir zuhause immer wieder mit vollem Accu 3km an die Albkante fahre, und dann 3km mit Rekupation 10% bergab, dann werden immer wieder dieselben Zellen benutzt?

Oder ,ist das so, dass ich theoretisch einen500W Accu (bei 1000X500W ) auf Lebensdauer mit 500 000W laden kann egal ob mit 1000, oder mit 2000 Ladezyklen. Dass die Zahlen so nicht stimmen ist mir schon klar geworden, aber vom Verständnis her?

Und ist die Rekupation für die akkus eher schädlich, sollte man die Rekupation eher schwach einstellen?
 
Ewi2435

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Wenn du 2x50% lädst ist es einmal 100%.

Je flacher die Zyklen desto mehr Zyklen.

Natürlich nicht 100%ig linear :D
 
Tomcrepes

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So schädlich,dass man das lieber bleiben lassen sollte und lohnt sich die Rek. vom Strom her überhaupt?
Und Danke für Eure Antworten
 
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So schädlich,dass man das lieber bleiben lassen sollte und lohnt sich die Rek. vom Strom her überhaupt?
Und Danke für Eure Antworten
Wenn der Akku groß genug ist kannste ruhig mit Reku fahren. Ist auf jedenfall deutlich cooler als richtig bremsen. Viel Reichweite gewinnst du aber nicht. Es sei denn du wohnst im Mittelgebirge und fährst ständig bergauf und bergab.
 
Tomcrepes

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Bei mir auf der schwäb. Alb kannś manchmal schon ganz schön rauf und runtergehen,
und ich hab mir auch schon übrlegt, on ich wohl an einer langen Abfahrt , wenn ich nur halb so schnell fahre (immer volle Reku)
also doppelt so lange brauche dann auch doppelt so viel Strom generiere.
 
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Bei mir auf der schwäb. Alb kannś manchmal schon ganz schön rauf und runtergehen,
und ich hab mir auch schon übrlegt, on ich wohl an einer langen Abfahrt , wenn ich nur halb so schnell fahre (immer volle Reku)
also doppelt so lange brauche dann auch doppelt so viel Strom generiere.
wenn du sehr viel steigungen fährst solltest du über einen Mittelmotor nachdenken. Der spart durch den besseren Wirkungsgrad mehr ein als die Rekuperation wieder reinholen kann.
 
Rutzki73

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Soweit ich es weiß, ja! Wahrscheinlich kommen mittlerweile die neuen Generationen von BMS´s besser mit Reku um. Damals gingen Tausende BMS´s deswegen kapput.
 
Ewi2435

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Soweit ich es weiß, ja! Wahrscheinlich kommen mittlerweile die neuen Generationen von BMS´s besser mit Reku um. Damals gingen Tausende BMS´s deswegen kapput.
Jedes billige China Teil hat damit keine Probleme :D Bei mir lief das 12€ billig BMS 7000km problemlos. Dann gewechselt wegen Zellentauch gegen ein hochwertigeres. Auch das jetzt bei 4000km mehr keine probleme :D
 
jm1374

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Bedeutet das, dass ich z.B, immer schon nach 10% Verbrauch den Accu laden würde immer dieselben Zellen be- und entladen werden
und diese Partitionen sich dann schneller verbrauchen,
Das ist insofern falsch, wenn du glaubst dass die Zellen nacheinander geleert werden. Alle Zellen werden gleichmässig und gleichzeitig benutzt. Alle liefern die gleiche Menge Strom. Im Akku gibt es keine Partitionen. Alle Zellen sind miteinander verbunden.

Wenn du 1.000 Vollladezyklen mit einer Zellgeneration schaffen möchtest, muss dein Akku ausreichend gross dimensioniert sein. Gehe vom 1,5fachen der maximalen Motorleistung aus. Zusätzlich muss der Akku mit moderatem Strom geladen werden. Generell gilt, je geringer der Lade und Entladestrom desto mehr Zyklen sind möglich. Die Ladeschlussspannung muss auf max. 4,1V begrenzt werden und unter 3,3V sollte nicht entladen werden. Und der Akku sollte immer im optimalen Temperaturfenster( 5-40 Grad Celsius) betrieben werden. Selbst unter diesen recht idealen Bedingungen muss man mit einem Kapazitätsverlust von ca. 30-40% nach den 1.000 Zyklen rechnen.
Ich mache seit knapp 4 Jahren einen Dauertest im Alltag und bin momentan bei knapp 600 Vollladezyklen. Die Zellen haben noch knapp 80% der Ausgangskapazität.
Aber mal ehrlich, 1.000 Zyklen wird kaum ein Akku schaffen können. 10-15.000km sollte man dafür pro Jahr fahren. Ansonsten sterben die Zellen vorher an der kalendarischen Alterung. Oben hab ich ja schon geschrieben dass der Akku dafür gross dimensioniert sein muss. 100km minimale Reichweite( maximale Unterstützung und höchstmögliche Geschwindigkeit) in der Ebene müssen drin sein. Mit Kapazitätsverlust sind das dann ca. 80.000km mit einem Akku. Mit der Laufleistung pro Akku plane ich zumindest. 40.000km bin ich mit meinem Akku bisher gefahren.

Wenn du so einen grossen Akku benutzt, ist auch die Rekuperation kein Problem. So hoch kannst du die gar nicht einstellen, dass sie den Zellen Schäden könnte.
 
O

oskar97

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2013(?) musste mein nagelneuer 48V-Akku ausgetauscht werden aber das BMS war an sich fehlerhaft, mit der Reku hatte das meiner Kenntnis nach nicht direkt etwas zu tun. Seit dem laufen alle meine Akkus unterschiedlicher Altersklassen ( 2x 48V, 3x 36V) problemlos. Habe bis jetzt nur bei einem jetzt ca. 10 Jahre alten 36V-Akku vor ein paar Jahren einen Zellentausch durchführen lassen.
Fahre nur mit Extendern. Das schont die Zellen.
 
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