Produkte: www.cnjzdj.com/en_product.asp
Bild 1: Modell JZ-FH 154, zerlegt
Bild 2: Modell JZ-FH 154, geöffnet
Bild 3: Mit dem NineContinent (Modell JZ-FH 154) ausgerüstetes 26“ Fahrrad
Beim NineContinent handelt sich um einen bürstenlosen Drehstrommotor mit Hallsensoren ohne Getriebe (ein sog. Direktantrieb wie z.B. auch die BionX-Motoren).
Der Durchmesser des in Deutschland gebräuchlichsten NineContinent Nabenmotors (Modell JZ-FH 154, 250W bei 36V, 330W bei 48V) beträgt 192mm, die Breite 100 mm. Es sind weiterhin je nach Gabeldicke und Einbaulage mind. 2 x 2mm dicke Distanzscheiben (am besten geeignet sind sog. Fitschenringe 12 x 18 x 2mm) zwischen Gabelenden und Motor erforderlich, also kommt man auf eine Einbaubreite von mindestens 104 mm. (Die mitgelieferten dickeren und größeren Distanzscheiben sind meist nicht erforderlich und reiben im Übrigen an der Simmerring-Gummilippe). Da deutsche Gabeln i.d.R. 100mm breit sind, muss man diese somit mindestens 4 mm aufbiegen. Das Gewicht mit Felge beträgt ca. 5.5 kg. Das Schleppmoment des Motors im Fahrradbetrieb ist gering. Nach etwas Einfahrzeit des Motors etwa vergleichbar mit einem der günstigeren Nabendynamos von Shimano unter Last. Ein Tropfen Öl auf die Achslager links und rechts kann auch nicht schaden. Noch besser ist, wie oben bereits ausgeführt, der Austausch der vorhandenen zu großen Distanzscheiben gegen Fitschenringe:
Die lediglich 2mm dicken Fitschenringe kann man allerdings nur dann verwenden, wenn die Gabelarme nicht zu dick sind und die Achsaufnahmen möglichst weit innen an den Gabelenden sind. (Zur Not verwendet man 2 Fitschenringe auf jeder Seite). Ansonsten scheuern die Gabelarme an den Motordeckeln.
Einbau-Lehre: http://www.akku-bike.de/Produkte1_files/WL15_Einbau-Lehre.pdf
Videos des NineContinent mit 3-Stufen-Geschwindigkeitsregler:
Drei-Stufen-Regler auf 1.Stufe (im Leerlauf ca. 10 km/h), klick
Drei-Stufen-Regler auf 2. Stufe (im Leerlauf ca. 22 km/h), klick
Drei-Stufen-Regler auf 3. Stufe (im Leerlauf ca. 30 km/h), klick
Den Motor gibt es mit verschiedenen Wicklungen:
(Anzahl der parallel geführten Drähte x Windungszahl)
1. 6×10: ca. 200 U/min mit 36V-Akku
2. 7×9: ca. 250 U/min mit 36V-Akku
3. 8×8: ca. 300 U/min mit 36V-Akku
4. 9×7: ca. 340 U/min mit 36V-Akku
Bild 1: Steuergerät, an dem Motor, Bremshebel, Gasgriff und Tretsensor angeschlossen werden. Stecker sind so konfektioniert, dass jeder nur einmal passt, Falschanschlüsse somit ausgeschlossen. Der Drehzahlbegrenzer lässt sich durch Ziehen der Steckverbindung am Regler (dünnes zweiadriges schwarz/weißes Kabel mit kleiner Snap-In Steckverbindung, nicht bei allen Reglern vorhanden) ausschalten. Bei 20“ Rädern und 36 Volt Betriebsspannung wird nur so überhaupt eine Motorunterstützung bis 25 km/h erreicht. Bei 26“ Rädern erreicht man durch Ziehen des Drehzahlbegrenzungssteckers eine Motorunterstützung bis ca. 30 km/h, bei 28“ Rädern noch etwas mehr. Dann ist jedoch legaler Betrieb in Deutschland nur auf einem dem öffentlichen Straßenverkehr nicht zugänglichen Privatgelände möglich.
Bild 2: Zwei Bremshebel, die neben der Verzögerung auch dafür sorgen, dass der Motor beim Bremsen abgeschaltet wird.
Bild 3: Normaler Griff und Gasgriff: Bei dem derzeitig vertriebenen Bausatz (10.2008) funktioniert der Gasgriff auch über 6 km/h (bis 6 km/h erlaubte Schiebehilfe) ohne Drehen der Tretkurbel („Mofabetrieb“). Damit ist bei Anschluss des Gasgriffes der legale Betrieb in Deutschland nur auf Privatgelände möglich.
Bild 4: Tretsensor: Magnetscheibe und bipolarer Hallsensor mit Latch. Meldet dem Regler, ob und wie schnell sich die Tretkurbel vorwärts dreht. Für den NineContinent sind verschiedene Regler erhältlich. (Grundsätzlich sind in Deutschland nur Regler legal, bei denen das Pedalieren Voraussetzung für die Motorunterstützung ist):
a) Ein/Aus Regler: Sobald man pedaliert, hat man die volle Motorunterstützung, wenn man aufhört zu treten, hat man keine.
b) Kadenzregler: Bei steigender Tretkurbeldrehzahl (Kadenz) steigt auch die Motorunterstützung. Soll schon bei niedriger Kadenz eine höhere Motorunterstützung anliegen, so kann man die Anzahl der Magnete auf der Magnetscheibe erhöhen: http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=12079&postcount=4
c) 3-Stufen-Regler: Man kann 3 Geschwindigkeitsstufen manuell mit einem Schalter am Lenker einstellen, bis zu denen unterstützt wird.
Zusätzlich bieten die meisten China-Regler die illegale Möglichkeit, mit einem „Gasgriff“ auch ohne Pedalieren wie mit einem Elektromofa zu fahren.
Austausch der Hallsensoren im Motor:
http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?t=1328
Zum Pedelec-Hallsensor (am Tretlager) mit Latch:
http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=4224&postcount=13
http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=4453&postcount=17
Fazit:
Der Motor ist wohl einer der Günstigsten auf dem Markt. Seine Langzeitqualität hat der Motor z.B. bei einem Reiseradler bewiesen, der damit bereits ca. 12.000 km mit Gepäck gefahren ist: http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?t=867
a) Neuralgischer Punkt bei jedem Nabenmotor ist die Drehmomentabstützung. Wenn das Ausfallende (Achsaufnahme) zu breit ist und/oder die mitgelieferten Zahnscheiben nicht perfekt in die Ausfallenden passen, kann sich die Achse des Nabenmotors verdrehen. Es ist insbesondere bei Alugabeln eine zusätzliche Drehmomentabstützung unbedingt erforderlich, die wie folgt aussehen kann:
Bild 1: Spezialanfertigung
Bild 2: Spezialanfertigung, eingebaut
Bild 3: Drehmomentabstützung mit zwei 10er Gabelschlüsseln
Bild 4: Die erste Zahnscheibe ist original, die zweite ist nachbearbeitet, damit sie besser in das Ausfallende passt. Je nach Ausführung kann man die teilweise vorhandenen dicken Unterlegscheiben weglassen und statt deren die Zahnscheiben umgedreht innen als Distanzscheiben zwischen Motornabe und Gabel verwenden.
Bild 5: Universelle anklemmbare Drehmomentabstützung zum Nachrüsten (Quelle: www.ebikes.ca)
b) Das Einschrauben des Pedelec-Sensors am Innenlager („Tretlager“) sowie das Anbringen der Magnetscheibe zwischen Innenlager und Tretkurbelarm kann je nach vorhandenem Abstand zwischen Innenlager und Tretkurbel Umbauarbeiten erforderlich machen.
So kann man ein Innenlager mit einer breiteren Achse verbauen, was jedoch bei einer Kettenschaltung zu Problemen mit der Kettenlinie führen kann.
Man kann sich auch aus einem Schlachtrad einen schmaleren linken Tretkurbelarm gleicher Länge besorgen.
Die Magnetscheibe selbst kann u.U. durch ein Ausfräsen der Öffnung an den vorhandenen Tretkurbelkopf so angepasst werden, dass sie weniger Zwischenraum benötigt.
Auch ist es auf eigenes Risiko als letzte Option möglich, den Tretkurbelfuß an der Achse einige Millimeter abzuschleifen (Achtung: Bruchgefahr !) um so Platz für die Magnetscheibe zu schaffen
Das Ankleben des Pedelec-Sensors ist nicht zu empfehlen. Fällt er ab, dann ist bei einem legalen Pedelec keine Motorunterstützung möglich.
Den Pedelec-Sensor kann man auch in seiner Halterung durch Unterlegscheiben o.ä. etwas zurücksetzen und auch so etwas Platz gewinnen.
c) Sollte es aufgrund einer besonderen Einbausituation erforderlich sein, den Nine Continent (Modell JZ-FH 154) mit dem Kabelanschluss in Fahrtrichtung rechts einzubauen (anstatt standardmäßig links), so muss die Drehrichtung des Motors geändert werden, was durch Vertauschen der Anschlussdrähte erreicht werden kann. Bei dem derzeitigen Regler (Stand 10/08) ist dies wie folgt durchzuführen (alle Angaben ohne Gewähr !):
Von den 3 dicken Motorkabeln vertauscht/verbindet man gelb mit blau und entsprechend blau mit gelb. Bei den 5 Hallsensoren-Kabel vertauscht/verbindet man gelb mit grün und entsprechend grün mit gelb.
d) Speichen sollten bei jedem neuen Rad nach einer „Einfahrzeit“ von ca. 100 km etwa eine halbe Umdrehung nachgezogen werden. Bei einem Nabenmotor ist dies noch wichtiger, da die Belastung durch den Antrieb größer ist. Sollten die Speichen bereits schon zu Anfang knarzen, so ist das Nachziehen sofort durchzuführen.
e) Zwei Tropfen Öl auf die beidseitigen Achsabdichtungen des Motors dichten, schmieren und verhindern Quietschen !
(1) Messreihen zur Ermittlung der Drehzahl-Spannungskonstante und anderer Motordaten:
http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?t=1047
http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?t=682
(2) Nine Continent Motoren (154 und 205) mit unterschiedlichen Windungszahlen für den jeweiligen Einsatzzweck: 6×10, 8×8, 7×9
http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=10308&postcount=84
http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=10311&postcount=86
Wenn die grüne Kurve (zeigt die verbrauchten Ah an) nach unten geht, wird der Akku durch Rekuperation beim Bergabfahren (blaue Kurve) geladen. Dadurch steigt auch wieder die Akkuspannung (rote Kurve).
a) Antriebskraftmessung bei Leerlaufstrom 0,6A, 40Volt und Vollgas. Innenwiderstand über zwei Stränge 0,66Ohm,also 0,33Ohm pro Strang nach folgender Messreihe. Stillstandsmoment bei 40 Volt Reglerspannung. Strom am Controllereingang gemessen (Nine Continent, 36V/250W, Typ JZ36-250) Ehrliche Messung, daher hüpfen die Werte etwas:
1,0A 06Nm
2,0A 09Nm
3,0A 14Nm
4,0A 16Nm
5,0A 18Nm
6,2A 24Nm
Hier hört es auf, weil das Netzteil nicht mehr bringt. Strom wurde also nicht vom Regler limitiert. Wie man sieht, sollte man die Verluste beim Quälen nicht vernachlässigen. 240 Watt sind schon was.
Messaufbau Antriebskraftmessung:
Auslaufzeit aus 30 km/h: 8 Sekunden. Der Wert bringt nichts, wird aber oft diskutiert.
b) Leistungsdaten in Abhängigkeit von der angelegten Spannung beim 26“ Rad:
Volt Amp Watt Umin kmh
50,0 0,74 37,0 384 46,1
48,0 0,72 34,7 370 44,4
46,0 0,71 32,7 357 42,8
44,0 0,70 30,6 337 40,4
42,0 0,68 28,5 322 38,6
40,0 0,67 26,7 306 36,7
38,0 0,65 24,8 294 35,3
36,0 0,65 23,4 278 33,4
34,0 0,63 21,4 263 31,6
32,0 0,62 19,9 246 29,5
30,0 0,61 18,3 231 27,7
28,0 0,60 16,8 216 25,9
26,0 0,59 15,3 199 23,9
24,0 0,58 13,9 186 22,3
22,0 0,56 12,3 169 20,3
20,0 0,54 10,8 154 18,5
c) Blockkommutierung:
Bild 1: 10 V / div, 2,5 ms / div, „Vollgas“
Bild 2: 10 V / div, 2,5 ms / div, „Halbgas“
Bild 3: 10 V / div, 500 us / div, „Halbgas“
Taktfrequenz: ca. 14 kHz