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Laden und Lagern von Li-Ion-Akkus

Die Bedienungsanleitung zum jeweiligen Li-Ion-Akku ist ausschlaggebend. Sind keine speziellen Informationen zum eigenen Li-Ion-Akku zu bekommen, kann man sich an folgenden Faustregeln orientieren:

1. Sehr wichtig: Akku nicht ganz leer fahren.

Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, sollte man Li-Ion-Akkus nicht ganz bis zur Abschaltung durch das meist vorhandene BMS (Batterie Management System) oder die Unterspannungsabschaltung des Controllers leer fahren. Ideal wäre es, wenn man zumindest 20% der Akku-Kapazität häufig unangetastet lassen könnte. Das bringt zusätzliche Zyklen und Lebensdauer.

2. Weniger wichtig: Akku nicht ganz voll machen.

Weniger wichtig, aber auch gut wäre es, wenn man den Akku nicht mehr als auf höchstens 80% seiner maximalen Kapazität aufladen müsste und/oder erst kurz vor seinem Einsatz ganz auflädt (nie vollmachen kann je nach verwendeten BMS auch schädlich sein, da manche BMS die vielleicht auseinander gedrifteten Zellspannungen erst beginnen anzugleichen, wenn die Zellen am Ladeende nahezu voll sind). So ein Verhalten bringt auch einige zusätzliche Zyklen und Lebensdauer. Lieber den Akku aber gleich ganz voll machen, als es zu vergessen und bei der Entladung so öfter unter die o.g. Restkapazität von zumindest 20% zu kommen.

3. Langzeit-Lagerung: Bei 50% der Akku-Kapazität in kühler, trockener, nicht brennbarer Umgebung.

Lagert man einen Li-Ion-Akku längere Zeit z.B. über den Winter ein (idealerweise bei möglichst kühlen, aber frostfreien Kellertemperaturen ohne Sonneneinstrahlung in trockener, nicht brennbarer Umgebung), so sollte man das etwa bei 50% seiner Kapazität (ganz grob etwa die Nennspannung der Akkuzelle bzw. des Akkupacks. also z.B. bei einem 36 V-Akku dann auch 36 V Lagerspannung) machen, die entsprechende Akku-Spannung messen und aufschreiben, alle 4-6 Wochen die Spannung kontrollieren und bei Spannungabfall etwas nachladen. Schlecht kalkulierbar wird die Selbstentladung des Akkupacks während einer längeren Lagerung, wenn beim Akku ein BMS (Batterie Management System) verbaut wurde, was heutzutage bei den meisten Akkus der Fall ist. So ein BMS benötigt Strom, dessen Bedarf von der individuellen Bauart abhängt. Ist man sich nicht sicher, dass man ein sehr stromsparendes BMS hat, ist im Zweifel etwas öfter die Spannung zu kontrollieren, bei Bedarf nachzuladen und generell den Akku eher etwas voller zu lagern.

4. Gelassen bleiben:

Letztlich sollte man aber aus dem Umgang mit Akkus keine Wissenschaft machen. Grundsätzlich ist im Rahmen des üblichen Gebrauchs von Li-Ion-Akkus ein voller Akku ein guter Akku, Laden und Aufbewahrung vor dem Einsatz sollte bei üblichen Zimmertemperaturen erfolgen und Totalentladungen sollten, wenn es irgendwie geht, vermieden werden.

5. Detaillierte Darstellung eines Profis für versierte Anwender:

http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?8012-M%F6glichst-viele-kleine-Ladungen-verl%E4ngern-die-Lebensdauer&p=103099#post103099

6. Doktorarbeit zum Thema:

http://vts.uni-ulm.de/docs/2010/7404/vts_7404_10513.pdf

Insbesondere ist Abbildung 4.17 auf Seite 52/193 interessant.

7. Wann ist ein Akku „voll“?:

http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?23546-wie-quot-voll-quot-ist-ein-Akku-wenn-er-neu-ist&p=331159#post331159

8. Nochmal aus Sicht eines Bosch-Pedaleurs:

http://www.pedelecforum.de/forum/index.php?threads/akku-schonend-behandeln-laden-fahren-und-sicherheitstipps.20923/#post-291774

akku/laden_und_lagern_von_li-ion-akkus.txt · Zuletzt geändert: 2014/09/18 16:56 von mani100