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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tretsensor UND Gasgriff



stefan70825
01.11.2008, 18:16
Erstmal vielen Dank für die vielen Tips und Hinweise im Forum. Habe mir nach ein paar Wochen mitlesen im Forum ein MTB mit Nine Continent Bausatz von Frank Scheftlein umgebaut.

Mit Gasgriff fährt es sich super, aber ja leider illegal, mit Sensor etwas unhandlich, weil nur 'Strom' oder 'kein Strom' geht.

Die Serienschaltung wird ja im Forum ausführlich beschrieben, bei mir ruckelt dann aber alles und die Endleistung ist geringer als nur mit Gasgriff oder Tretsensor.

Die empfohlene Schaltung mit Nutzung des Bremsgriffeingangs scheint mir sinnvoll, verstehe ich aber nicht ganz. Ein Widerstand am Bremsgriffeingang bringt zunächst doch gar nichts, weil der Motor, zumindest bei meiner Steuerung, dann ausgeht, wenn die beiden Leitungen zum Bremsschalter verbunden werden.

Ist evtl. auch eine Schaltung über ein Relais möglich, wenn Relais vom Pedelecsensor geschlossen wird und den Strom für den Gasgriff frei gibt?

triker
01.11.2008, 18:47
Die empfohlene Schaltung mit Nutzung des Bremsgriffeingangs scheint mir sinnvoll, verstehe ich aber nicht ganz. Ein Widerstand am Bremsgriffeingang bringt zunächst doch gar nichts, weil der Motor, zumindest bei meiner Steuerung, dann ausgeht, wenn die beiden Leitungen zum Bremsschalter verbunden werden.

Ist evtl. auch eine Schaltung über ein Relais möglich, wenn Relais vom Pedelecsensor geschlossen wird und den Strom für den Gasgriff frei gibt?
Hallo Stefan,

das mit den 2 Widerständen am Bremsgriffeingang funktioniert bei mir einwandfrei. Zusätzlich habe ich das Ganze noch über ein Relais laufen, damit ich auf Tasterdruck beim Anfahren in ungünstiger Lage auch ohne Treten den Motor nutzen kann.
Aber auch eine Schaltung nur über Relais ist möglich. Dabei wird das Relais durch den Tretsensor geschaltet, damit nur dann der Gasgriff in Funktion kommt. Dazu sollte der Tretsensor einen permanenten Gleichstrom abgeben.

Schönen Abend

wünscht Triker

stefan70825
01.11.2008, 19:01
Hallo Triker,

Danke für die schnelle Antwort. Wo genau steckt welcher Widerstand? Bin elektrotechnisch leider absoluter Laie. Zum Bremsgriff habe ich 2 Kabel, schwarz und gelb, vom Tretsensor blau, das Strom führt, wenn ich trete. Außerdem gibt es da noch das blaue Kabel vom Gasgriff das ja dem Steuergerät sagen muss wieviel Strom der Motor kriegt, wie ist das angeschlossen?

Danke
Stefan

triker
01.11.2008, 19:16
Wo genau steckt welcher Widerstand?

Ich habe die beiden Pole des einen Bremsschalteranschlusses mit einem 820 Ohm Widerstand verbunden. Danach läuft, wie du schon festgestellt hast, erst mal nichts mehr. Dann den Ausgang des Tretsensors (blau?) vom Steuergerät trennen und über einen 1 KOhm (1000 Ohm) Widerstand mit einem der beiden Pole des Bremsschalteranschlusses verbinden (ich meine, es ist der Minuspol, sonst ausprobieren). Hat bei mir ohne Probleme funktioniert.
Am Anschluß des Gasdrehgriffs muß nicht geändert werden.

stefan70825
02.11.2008, 11:13
Prima, werde mir die Widerstände besorgen und so probieren und hier dann wieder berichten.

didi28
02.11.2008, 11:21
Mit Gasgriff fährt es sich super, aber ja leider illegal, mit Sensor etwas unhandlich, weil nur 'Strom' oder 'kein Strom' geht.



"Strom oder kein Strom" stimmt nicht ! Mit steigender Kadenz ("Tretkurbeldrehzahl") steigt auch die Motorunterstützung ! Zumindest ist das bei meinem Nine Continent von Herrn Scheftlein (www.das-elektrorad.de (http://www.das-elektrorad.de)) so.

Und legal wird die ganze Sache in der EU erst, wenn sich die Anfahrhilfe ("Gasgriff") bei 6 km/h wieder abschaltet. Allein die Koppelung mit einer "UND" Schaltung am Pedelcsensor reicht nicht aus ! Es gilt nämlich:

(EU-Richtline 2002/24/EG): "...In Artikel 1 (h) werden „Fahrräder mit Trethilfe, die mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb mit einer maximalen Nenndauerleistung von 0,25 kW ausgestattet sind, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit progressiv verringert und beim Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h {…} unterbrochen wird“ von der Typenprüfung befreit..."

Und die progressive Verringerung der Unterstützung hast Du natürlich nicht mehr, wenn Du mit Gasgriff fährst !
Ausführlich dazu im Wiki: http://www.pedelecforum.de/wiki/doku.php?id=rechtliches:start

@ triker: Zitat: "...Dazu sollte der Tretsensor einen permanenten Gleichstrom abgeben..."
Macht er aber nicht, siehe:
http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=4224&postcount=13
http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=4453&postcount=17
Wiki: http://www.pedelecforum.de/wiki/doku.php?id=e-motor:nine_continent

stefan70825
02.11.2008, 13:44
Strom oder kein Strom" stimmt nicht ! Mit steigender Kadenz ("Tretkurbeldrehzahl") steigt auch die Motorunterstützung !Das muss ich nochmal genauer überprüfen, bisher hatte ich schon den Eindruck dass die Tretfrequenz keine Rolle spielt. Werde ich mal nachmessen.


Und die progressive Verringerung der Unterstützung hast Du natürlich nicht mehr, wenn Du mit Gasgriff fährst !:mad:Das klingt logisch, ist aber natürlich nicht so schön.

Aber ich meine es gibt auch Hersteller die zumindest die Möglichkeit anbieten verschiedene Unterstützungsstufen, also z.B. leicht, mittel, stark, vorzuwählen. Da wäre die progressive Verringerung ja auch ausgehebelt?

stefan70825
02.11.2008, 15:36
Das muss ich nochmal genauer überprüfen, bisher hatte ich schon den Eindruck dass die Tretfrequenz keine Rolle spielt. Werde ich mal nachmessen.

Ich habe nachgemessen: Unabhängig von der Trittfrequenz kommen 3,2 - 3,4 V von dem Tretsensor, wenn ich ganz langsam trete, gar nichts mehr.

Das ist wohl auch der Grund weshalb es sich nur mit Tretsensor so 'kantig' fahren lässt, sobald das Ding registriert hat dass ich trepple, läuft der Motor auf 'Vollgas'. Tretsensor habe ich den 'alten' mit dem Poti, der am Gasgriffanschluß angeschlossen werden musste.

peline
02.11.2008, 15:59
"Strom oder kein Strom" stimmt nicht ! Mit steigender Kadenz ("Tretkurbeldrehzahl") steigt auch die Motorunterstützung ! Zumindest ist das bei meinem Nine Continent von Herrn Scheftlein (www.das-elektrorad.de (http://www.das-elektrorad.de)) so.



Mein Controller für den Bafang-Vorderradmotor gibt immer volle Leistung, sobald sich die Kurbel dreht.
Vielleicht ist der Nine-continent-controller da fortschrittlicher.

Broadcasttechniker
02.11.2008, 20:28
Macht euch nicht ins Hemd wegen der "Verundung".
Nirgendwo steht, ab welcher Geschwindigkeit die Unterstützung in welchem Maße abnehmen muss.
Die progressive Abnahme der Unterstützung ist bei meinem Rad schon über die Leerlaufdrehzahl, bzw die Batteriespannung gegeben. Schluß ist allerdings "offen" erst ab 30 Kmh.
Beim bekannten Aldirad gibt es ja wohl auch nur ein plötzliches Abschalten bei 24Kmh.

Zum Tretsensor.
Der alte mit Poti gibt nur eine mit Poti einstellbare Spannung ab oder ist unterhalb der Einschaltdrehzahl stumm.
Der neue gibt Impulse auf einen separaten Eingang des Controllers.
Damit lässt sich die Verundung von Gasgriff und Pedelec nicht so einfach durchführen.

Interessant finde ich die Anfahrhilfe über Taster und separates Poti zur Einstellung der 6Kmh.

didi28
02.11.2008, 21:17
Tretsensor habe ich den 'alten' mit dem Poti, der am Gasgriffanschluß angeschlossen werden musste.

Ich habe den neuen Tretsensor von NC ohne Poti, der Impulse abgibt.

@Broadcast: Zitat: "Macht euch nicht ins Hemd wegen der "Verundung"."

Ein funktionsfähiger Gasgriff über 6 km/h ist nun einmal ganz klar nicht gesetzeskonform, deshalb haben den ja alle Fertigpedelecs nicht ! Das sollte jeder wissen und sich dann bewusst dafür oder dagegen entscheiden können.

Die "progressive Verringerung der Unterstützung" bei zunehmender Geschwindigkeit wird jedoch wohl wirklich nicht ganz so eng gesehen. Letztendlich hat ja sowohl die Kadenzsteuerung ("Tretkurbeldrehzahl") wie bei meinem neueren Nine Continent, als auch die drehmomentabhängige Steuerung wie z.B. bei den ganzen Panasonic Antrieben (Flyer, Raleigh, Kalkhoff etc.) nicht direkt was mit der Geschwindigkeit zu tun. Wenn man langsam und schwach tritt fährt man nicht unbedingt schnell...

triker
02.11.2008, 21:31
Ich habe nachgemessen: Unabhängig von der Trittfrequenz kommen 3,2 - 3,4 V von dem Tretsensor, wenn ich ganz langsam trete, gar nichts mehr.

Das ist wohl auch der Grund weshalb es sich nur mit Tretsensor so 'kantig' fahren lässt, sobald das Ding registriert hat dass ich trepple, läuft der Motor auf 'Vollgas'. Tretsensor habe ich den 'alten' mit dem Poti, der am Gasgriffanschluß angeschlossen werden musste.
Hallo Stefan,

dein Tretsensor ist meiner Meinung nach für das von mir vorgeschlagene Vorgehen bestens geeignet (wohl der gleiche wie meiner mit Lichtsensoren, hat aber kein Poti). Die Bedenken von didi28 teile ich nicht unbedingt, da die wichtigste Bedingung, dass der Antrieb nur beim Treten funktioniert, problemlos umgesetzt wird. Und im Urzustand mit sofortiger voller Leistung des Motors beim Treten entspricht die Schaltung noch weniger den Vorgaben, sie ist eher problematisch. Du rollst zum Beispiel auf eine Ampel zu, trittst noch mal kurz in die Pedale und schon setzt der Motor mit voller Leistung ein.

Viel Erfolg bei der Umsetzung.

Triker

Broadcasttechniker
02.11.2008, 23:49
Ein funktionsfähiger Gasgriff über 6 km/h ist nun einmal ganz klar nicht gesetzeskonform, deshalb haben den ja alle Fertigpedelecs nicht !
Das ist doppelt falsch.
Das Aldirad und ähnliche haben den Gasgriff.
Und sehe es doch mal anders herum.
Der Gasgriff ist eine (inverse) Drossel.
Und genauso benutze ich ihn auch.
Ich kann mich unterstützen lassen, muss aber nicht.
Und wenn ich mich unterstützen lassen will, MUSS ich treten.

didi28
03.11.2008, 08:25
Ich kann nur nochmal auf die Gesetzeslage hinweisen:

Grundsätzlich gilt die EU-Richtline 2002/24/EG über die Typengenehmigung für zweirädrige und dreirädrige Kraftfahrzeuge vom 18. März 2002: In Artikel 1 (h) werden „Fahrräder mit Trethilfe, die mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb mit einer maximalen Nenndauerleistung von 0,25 kW ausgestattet sind, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit progressiv verringert und beim Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h {…} unterbrochen wird“ von der Typenprüfung befreit.

Wenn die Hersteller des Aldirades diese interpretierbare Regelung meiner Ansicht nach zu weit auslegen, so werden sich die Gerichte damit irgend wann einmal damit befassen müssen (gerade wenn es zu Unfällen mit den Teilen kommt) und ich möchte nicht dieser Präzedenzfall sein, der bis zum BGH getrieben wird.

Da überlasse ich gerne den Aldiradfahrern die Vorfahrt ! :rolleyes:

Aber ohne der Entscheidung der Gerichte vorwegnehmen zu wollen, sehen wir die gesetzliche Formulierung einmal von der Motivationsseite: Was soll sie bezwecken ?

Man will die Abgrenzung zu den Mofas, die 25 km/h ohne Mittreten fahren.

Ein langsames Pseudo-Mittreten ohne Druck auf den Pedalen und nur zum Schein ist praktisch genauso wie Mofafahren. Um genau dies zu verhindern hat man die Fomulierung eingefügt, dass sich die Unterstützung mit zunehmender Geschwindigkeit verringern muss.

Würde man das Pseudo-Pedalieren zulassen, würden umgekehrt auch die Mofafahrer die gleichen Rechte (keine Führerscheinpflicht, keine Helmpflicht, keine Versicherungspflicht etc.) haben wollen und das Pseudo-Pedalieren auch durch den Einbau eines Tretsonsor gewährleisten.

Die Abgrenzung zum Mofa wäre bei Zulassung des Pseudo-Pedalierens also nicht mehr durchzuhalten.

Wollen wir also Führerschein-, Helm- und Versicherungspflicht für Pedelecs ? Nein !

Also kann auch Pseudo-Pedalieren nicht zulässig sein !

Natürlich macht (Pseudo-) Mofafahren mehr Spaß und ist verkaufsfördernd, weshalb sich offensichtlich die Hersteller des Aldirades dazu haben verleiten lassen, diesen rechtlich problematischen Weg zu gehen.

HorstG
03.11.2008, 09:17
Hallo Didi
Die progressive Verringerung der Geschwindigkeit ergibt sich schon aus der Motocharakteristik, so zieht z.B. mein NC bei knapp 20 km/h (Pseudomittreten) den höchsten Strom und darüber geht es bis 25 km/h nur mit kräftigem mittreten bei fallendem Strom.
Und wenn der Gasgriff "in Serie" mit dem Pedelec Sensor geschaltet wird wirkt er ja auch nur beim mittreten gegebenenfalls begrenzend und ist somit "gesetzeskonform",
Lediglich eine Parallelschaltung ist "gesetzwidrig", da diese auch ohne mittreten Motorunterstützung ermöglicht.

Horst

sentry3
03.11.2008, 14:05
Ich stimme HorstG 100%ig zu - bei allen bürstenlosen Radnabenmotoren steigt bei steigender Drehzahl die durch Induktion der bewegten Permanentmagneten erzeugte Gegenspannung und damit sinken Stromaufnahme und Leistung bis zum Gleichgewicht bei Leerlaufdrehzahl.

Spürbare Kraftenwicklung für den Fahrer gibt es bis zu 80% der Leerlaufdrehzahl und deshalb sind Pedelecs mit BLDC-Motoren auf ca. 30km/h Leerlaufdrehzahl ohne Tachofunktion der Steuerung gesetzeskonform ausgelegt.


Gruss Martin

sentry3
03.11.2008, 14:12
Mein Prima Powerbike BJ 2002 aus Italien beherrscht sogar Vorwärtsantrieb beim Rückwärtstreten - Motorunterstützung gibts aber nur bei Kurbelbewegung und damit ist die gesetzliche Regelung erfüllt worden.

Eine Verschärfung des Gesetzes wäre m.E. unnötig, da der Missbrauch (langsam oder rückwärts treten) in jedem Falle die Fahrleistungen VERSCHLECHTERT, da weniger Speed und weniger Reichweite erreicht werden.

Ich fahre gerne mit meinem Pedelec so schnell wie möglich, das sind 25km/h - und die erreiche ich nur beim Einsatz als Fahrrad mit Unterstützung!

Gruss Martin

Christian
03.11.2008, 17:59
Die progressive Verringerung der Geschwindigkeit ergibt sich schon aus der Motocharakteristik, [...]
Genau das haben die "Väter" der EU-Richtlinie 2002/24/EG wohl im Sinn gehabt mit der betreffenden Formulierung. Zumindest deutet der derzeitige Diskussionsstand in den Normungsgremien darauf hin. Vorgeschrieben ist es allerdings nicht, so dass jeder den Spielraum in der Formulierung halbwegs frei ausnutzen kann.

Gruß,

Christian

hkranawetter
03.11.2008, 19:10
Genau das haben die "Väter" der EU-Richtlinie 2002/24/EG wohl im Sinn gehabt mit der betreffenden Formulierung. Zumindest deutet der derzeitige Diskussionsstand in den Normungsgremien darauf hin. Vorgeschrieben ist es allerdings nicht, so dass jeder den Spielraum in der Formulierung halbwegs frei ausnutzen kann.

Gruß,

Christian


Na was ist jetzt die Unterstützung, ist das die Kraft, oder das Drehmoment, oder die zusätzliche geschwindigkeit, oder was,
...................?????????
jetzt muss ich mal meinen alten Physiklehrer fragen, was "Unterstützung" ist,
solange nähmlich Unterstützung im Text drinn seht, hab ich kein Problem,
weil "Unterstützung" kann man nicht messen weil keine physikalische Einheit,

die Sache wird aber erst, (die Jungs von der EU kommission sind nähmlich letzte woche wieder beisammengessen, und haben über die Richtlinie getüftelt,...., und ich hoffe um gottes willen das kein Physiker dabei war, weil sonst kommt wirklich noch ein brauchbarerer gesetztestext raushttp://www.pedelecforum.de/forum/imgcache/210.png,

aber ich sitz gottseidank im glücklichen Österreich,
400W und 20km/h http://www.pedelecforum.de/forum/imgcache/211.pngthats it, ....weniger ist manchmal mehr,
und fährt sich auch viel spassiger als mit" progessivererer,. ...Unters..."

Kranawetter

didi28
03.11.2008, 20:53
Genau das haben die "Väter" der EU-Richtlinie 2002/24/EG wohl im Sinn gehabt mit der betreffenden Formulierung. Zumindest deutet der derzeitige Diskussionsstand in den Normungsgremien darauf hin. Vorgeschrieben ist es allerdings nicht, so dass jeder den Spielraum in der Formulierung halbwegs frei ausnutzen kann.

Gruß,

Christian


Wenn sie das im Sinn gehabt haben sollen, dann ist das völlig misslungen. Und vorgeschrieben soll das nicht sein ? Wozu sind denn Normen da ? Zum Anschauen ?

@ horst: Zitat: "Die progressive Verringerung der Geschwindigkeit ergibt sich schon aus der Motorcharakteristik "

Also sind nur Motoren zulässig, die eine abnehmende Leistung haben je näher sie den 25 km/h kommen ? Welche sind das, wer prüft die ?

Diese Auslegung ist doch völlig unpraktikabel !

Die rechtliche Situation krankt an der Problematik der Abgrenzung zum Mofa. Ein Pedelec fährt sich nun einmal viel besser mit zusätzlichem Gasgriff aber dann hat man ein elektrisches Mofa. Man versucht hier also künstlich zu differnzieren und das ist nicht plausibel. Warum regelt man die Sache nicht einfach so, dass man sinngemäß sagt:

Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor bis 25 km/h sind wie normale Fahrräder zu behandeln.

Ein trainierter Fahrradfahrer schafft diese Geschwindigkeit ja auch ohne Zusatzantrieb !

Und bei den stinkenden Zweitaktmofas bleibt es bei der bisherigen Regelung !

stefan70825
04.11.2008, 18:11
Prima, werde mir die Widerstände besorgen und so probieren und hier dann wieder berichten
Habe fertig! Danke für die vielen Beiträge und die interessante Diskussion.

Ich habe die von Triker vorgeschlagene Lösung umgesetzt und bin damit hochzufrieden, allerdings hat die Schaltung so

Ich habe die beiden Pole des einen Bremsschalteranschlusses mit einem 820 Ohm Widerstand verbundennicht funktioniert.

Habe die blaue Steuerleitung vom Tretsensor über einen 1k-Ohm und anschl. über einen 820 Ohm Widerstand nur mit dem gelben Bremskabel vom Steuergerät verbunden.

Ergebnis: Wenn ich trete kann ich dosiert Gas geben, wenn ich nicht trete geht nichts. So finde ich das optimal.

Hätte ich die Schaltung im Orginal belassen, hätte ich immer sofort die volle Leistung gehabt, jetzt kann ich sie dosiert steigern. Von daher glaube ich nicht, dass das den Pedelecrichtlinien widerspricht, zumal
Die progressive Verringerung der Geschwindigkeit ergibt sich schon aus der Motocharakteristik

Zur Frage Gasgriff Ja oder Nein, bin ich der Meinung das hängt nicht nur von der Geschwindigkeit ab, sondern auch in welchem Gelände / Verkehr ich mich bewege. Auf gut befestigten Wegen mit wenig Verkehr und gleichmäßiger Topographie kann ich gut auf den Gasgriff verzichten. Ich selbst fahre viel im Wald, um scharfe Ecken herum und muß öfter langsam fahren, da finde ich einen Gasgriff, der einem eine dosierte Beschleunigung erlaubt, unverzichtbar.

didi28
04.11.2008, 19:57
Deine Lösung ist sicher näher an der Legalität als ein nicht mit dem Tretsensor "UND" verknüpfter Gasgriff.

Wie könnte man bei Deiner Lösung noch eine legale Schiebehilfe (bis 6 km/h mit Gasgriff fahren ohne zu pedalieren) technisch realisieren ?

Broadcasttechniker
04.11.2008, 20:54
Den besagten 820 Ohm Widerstand an der Masseseite abtrennen und einen N-Type (Darlington)Transistor zwischenschalten.
Die Basis an den Schleifer eines 100KOhm Poti, das zwischen Masse und Speed-Ausgang des Reglers anschließen. Wer will kann in die Basis noch einen Widerstand einschleifen

Funktionsprinzip: Der 820 Ohm setzt den Bremseingang erst dann auf Ground, wenn eine bestimmte Geschwindigkeit überschritten wird. Die wiederum ist am Poti einstellbar.

Hat bei mir funktioniert, war mir aber speziell bei weit geöffneten Drehgriff und Nichttreten zu stuckernd. Daher erstmal wieder verworfen. Da kann ja noch jemand was dran feilen.

Die Lösung mit dem Druckknopf und Poti, die hier auch erwähnt wurde, bringt bei meinem Regler viel zu wenig Startmoment.

peline
08.11.2008, 19:12
Habe die blaue Steuerleitung vom Tretsensor über einen 1k-Ohm und anschl. über einen 820 Ohm Widerstand nur mit dem gelben Bremskabel vom Steuergerät verbunden.

Ergebnis: Wenn ich trete kann ich dosiert Gas geben, wenn ich nicht trete geht nichts. So finde ich das optimal.

Hätte ich die Schaltung im Orginal belassen, hätte ich immer sofort die volle Leistung gehabt, jetzt kann ich sie dosiert steigern. Von daher glaube ich nicht, dass das den Pedelecrichtlinien widerspricht, zumal



Hallo Stefan,

leider bin ich (nur) heute zu blöd, um deinen Anschluss zu kapieren.
Aber du hast ja auch einen NC.

Beim Bafang Controller ist es doch so, wenn die Bremsanschlüsse kurzgeschlossen werden, also ein Strom fließt, unterbricht der Motor.
Wenn jetzt ein Signal vom Tretsensor kommt das an den Bremseingang gelegt wird, dann ist doch doch wie, wenn ich den Bremsgriff ziehe.
Sicher verstehe ich hier etwas falsch, aber bitte erklärt es mir, denn wenn mein Bike ca. 30 fährt, soll es doch wenigstens ein steuerbares Pedelec sein.

Gruß Peter

Broadcasttechniker
08.11.2008, 23:48
Nö.
Diese Art der Schaltung stammt übrigens von mir.
Am Bremsgriffeingang liegt normalerweise 5 Volt, hervorgerufen durch einen internen Pull-up.
Der 820Ohm Widerstand (meine 1K Schublade war zeitweise leer) wirkt wie ein gezogener Bremsgriff, da die Spannung auf unter ein Volt zusammenbricht.
Die Spannung vom Pedelec-Sensor bringt sie wieder über 4Volt, was als gelöste Bremse dedektiert wird, natürlich nur beim Vorwärts-Treten

peline
09.11.2008, 09:37
OK, jetzt verstehe ich das schon besser. Ist wahrscheinlich sicher, die Spannung gegen Null fallen zu lassen, als 5 Volt durch eine Leitung zu schicken, von der man die Länge nicht kennt...(ich bin Laie)

Weiß jemand, ob das beim Bafang auch so ist. Ich habe da auch mas ein bisschen gemessen, kann mich aber nicht mehr richtig erinnern.

War da nicht immer Spannung auf der Steuerleitung vom Tretsensor? Ich weiß es nicht:mad: mehr.

Gruß Peter

P.S. Jedesmal wenn ich das Rad in die Wohnung zum Auseinanderschrauben trage, kriege ich immer sowas von Ärger von meiner Frau (wegen des Drecks)- also kann ich das nicht so oft machen.

stefan70825
09.11.2008, 18:24
Diese Art der Schaltung stammt übrigens von mir.
Uuups. Sorry Broadcasttechniker, ich wollte mich nicht mit fremden Federn schmücken.

Wer der usprüngliche Erfinder war wußte ich nicht, hab darüber ein paar mal im Forum gelesen. In meinem Orginalbeitrag aus dem das Zitat verwendet wurde habe ich geschrieben
Ich habe die von Triker vorgeschlagene Lösung umgesetzt, weil er mir Deine Idee nochmal vorgestellt hatte.

Jedenfalls eine klasse Idee für die Dir alles Lob gebührt. Ich selbst wäre da nicht draufgekommen.

Gruß
Stefan70825

peline
09.11.2008, 19:07
Hat bei mir funktioniert, war mir aber speziell bei weit geöffneten Drehgriff und Nichttreten zu stuckernd. Daher erstmal wieder verworfen. Da kann ja noch jemand was dran feilen.



Wäre denn auch eine Schaltung mit TTL-Bausteinen möglich. Irgendwie ein retriggerbares Monoflop, dass von dem Tretsensor-Signal getriggert wird und nach einer einstellbaren Zeit wieder umschaltet. Das ganze könnte man an ein Reedrelais anschließen, welches wiederum mit dem Bremseingang verbunden wird.

Leider habe ich vor nicht allzulanger Zeit meinen gesamten Elektronikvorrat weggeschmissen, weil ich die Sachen so 10 Jahre nicht mehr benutzt habe.

Wenn ihr die Idee nachvollziehen könnt und Ahnung habt: ich weiß nicht, welche Widerstände und welche Kapazität der Kondensator haben muss um die Zeit einzustellen, wann das Monoflop ohne Tretsignal den Motor abschaltet.
Das Reedrelais kann jedenfalls direkt vom 5V Ausgang des TTLs (74XXX) gespeist werden.

Gruß Peter

P.S. Wären wohl eigentlich nur 4 Bauteile und etwas Lötzinn nötig.

Broadcasttechniker
09.11.2008, 21:08
Die Gasgriff und Pedelec Verknüpfung scheint ja bei vielen recht gut zu funktionieren.

Bleibt die Anfahrhilfe. Hierzu nur ein paar Denkanstöße.
Wenn der Controller ein analoges Geschwindigkeitssignal rausgibt, lässt sich damit prima spielen.
Ich habe diese Spielereien aber im Moment dran gegeben, siehe Beitrag #23.
Für Leute ohne analogen Geschwindigkeitsausgang lässt sich sicherlich eine Lösung finden, die den Gasgriff ab 6Kmh abschalten. Das bedetet für die meisten doch zuviel des Aufwands.
Die Lösung, mittels Druckknopf den Pedelec zu brücken und die (Leerlauf)Geschwindikeit zu limitieren, bringt bei meinem Controller zu wenig Anfahrmoment.
Man könnte den Pedelec mittels Druckknopf ganz brücken, ohne die Geschwindigkeit zu limitieren. Das wäre natürlich wieder nicht legal.
Wenn ich nicht mal wieder vergessen habe, vorher runterzuschalten (lang lebe die Nabenschaltung!), spricht mein Pedelec aber schon nach einer halben Kurbeldrehung an, und damit kann ich leben.
Nur für Sonderfälle, wie das Hochschieben auf einer Rampe oder Treppe, wäre reines Handgas noch eine schöne Ergänzung.

worldedit
21.08.2009, 11:03
Hab ich das richtig verstanden, dass das Tretsensor UND Gasgriff beim neuen NC Probleme macht weil der Sensor kurze negative Spannungspulse gibt während man tritt? Könnte man die nicht einfach mit einem Kondensator rausfiltern?

Broadcasttechniker
21.08.2009, 17:18
Habe ich hier http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?t=495 mal angedacht, aber immer noch nicht in die Praxis umgesetzt.
Wie man der Simulation entnehmen kann, könnte die Schaltung auch auf Rückwärtstreten ansprechen.

worldedit
09.09.2009, 17:14
Ich hab das jetzt so verstanden dass der Bremsgriffanschluss einmal 5V mit Pullup und einmal Masse ist. Zieht man die 5V runter indem man Masse anschließt(Bremse ziehen) wird der Motor abgeschaltet.
Der Widerstand den man nun zwischen die Kabel macht muss wesentlich kleiner(deshalb 820ohm) sein als der Pullup damit die Spannung klein genug wird um den Motor abzuschalten.
Jetzt kommt der Pedelec mit 1kohm zusätzlich an das Kabel das im freien Zustand 5V hat. Sagen wir der Pedelec Sensor gibt 4,5v aus. Über den Spannungsteiler 1kohm 820ohm liegen also noch ca 2V an und der Motor läuft. Den pullup kann man hier vernachlässigen, am besten wäre es wenn man den ganz abklemmen könnte, dann könnte man mehr als 820ohm nehmen. Wahrscheinlich ist der Pullup Widerstand aber integriert.

Hab ich das so richtig verstanden?

worldedit
12.09.2009, 18:42
Habe nun mal den Pedelecsensor vermessen. Rot ist 4,6V, schwarz ist Masse. Blau macht beim vorwärts treten 3V und springt immer kurz zu 0. Beim Rückwärtstreten immer 0V und dann kurze Sprünge zu 3V. Soweit wie erwartet.
Jetzt habe ich das blaue kabel aus dem Stecker gezogen. Zwischen blau und Masse hab ich nun immer 0V. Zwischen rot und blau sprint beim vorwärts treten die spannung hin und her. Trete ich rückwärts liegen 4,2V an und bleiben wenn ich aufhöre Rückwärts zu treten. Das verwirrt mich total und ist ungeeignet um den Bremseneingang anzusprechen.
Wenn ich wie oben beschrieben mit 1k und 820 Ohm die schaltung aufbaue passiert nichts mehr. Egal wie man tritt. Lege ich das blaue kabel direkt an das geble(+4,2V wenn frei) des Bremseneingangs läuft der Motor bis ich kurz rückwärts trete. Trete ich vorwärts stottert er, höre ich auf vorwärts zu treten läuft der Motor weiter ohne zu stottern.
Was jetzt?

tofi
13.09.2009, 22:46
Was jetzt?

Hast du überhaupt den richtigen Pedelecsensor für diese Schaltung?

Wenn du einen hast, der Impulse abgibt, wird das so nicht funktionieren. Und deiner Beschreibung nach hast du sowas. Du benötigst einen, der eine Spannung ausgibt und keine Impulse. Schau mal hier: http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=34412&postcount=1

worldedit
14.09.2009, 08:35
Ja, scheint so. Ich dachte der Sensor der Impulse ausgibt würde auch gehen aber ein ruckeln produzieren. Damit hätte man arbeiten können. Jetzt brauch ich wohl nen neuen Sensor.
Frage mich ob dieser Sensor auch gehen würde, sieht jedenfalls genauso aus und man hätte 5 Euro gespart:
http://wilkotec.de/Zubehoer/Pedelec-Hallgeber-Magnetscheibe-fuer-KB1::46.html?XTCsid=5759b206d2d951356cbe5287f9ac1d f7

tofi
14.09.2009, 18:02
Frage mich ob dieser Sensor auch gehen würde, sieht jedenfalls genauso aus und man hätte 5 Euro gespart:
http://wilkotec.de/Zubehoer/Pedelec-Hallgeber-Magnetscheibe-fuer-KB1::46.html?XTCsid=5759b206d2d951356cbe5287f9ac1d f7

Kann sein, aber das geht so aus der Beschreibung nicht eindeutig hervor. Müsste man wohl mal anfragen.

maxandig
15.09.2009, 08:43
Hast du überhaupt den richtigen Pedelecsensor für diese Schaltung?

Genau das scheint mir das Problem zu sein.

Es gibt Sensoren, die Impulse liefern, und solche, die als Ausgangssignal eine kontinuierlich variable Gleichspannung liefern.

Sensor und Controller bilden immer eine Funktionseinheit! Man muß also peinlich darauf achten, daß der jeweilige Sensortyp auch zum Controller paßt. Dem entsprechend gilt das auch für alle Änderungen/Ergänzungen, die man am Sensor - oder drum herum - vornehmen will.

Es ist folglich nicht möglich, z. B. die Ausgangsimpulse eines Sensors mit Impulsausgang zu verschleifen, sie über RC-Glieder aufzuintegrieren etc., um daraus eine Gleichspannung zu machen. Wie soll mit so einem Signal dann noch ein Controller arbeiten können, der Impulse an seinem Eingang sehen will/muß?
Umgekehrt wird i. d. R. nie ein Sensor mit Gleichspannungsausgang an einem Controller mit einem Impulsspannungseingang funktionieren.

Es gibt natürlich noch div. andere Möglichkeiten von Tretsensorsignalen, aber immer gehört der passende Controller dazu.

Gruß
Max