Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nine Continent Pedelec-Sensor
Hochsitzcola
22.10.2008, 21:58
Hallo zusammen,
ich habe mir einen NC- Umbausatz über Hr. Scheftlein angeschafft. Auch von mir noch mal Lob über kompetente und schnelle Beratung und Lieferung. (Das Loben krieg ich nicht bezahlt...) Es zeigt sich, wie im Forum schon an verschiedenen Stellen erwähnt, ein recht merkwürdiges intermittierendes Ansprechen des Motors über den Pedelec-Sensor. Ich habe ein Modell, an dem äußerlich kein Poti vorhanden ist. Also nur der Sensor (Reed-Kontakt?!) und die an der Tretlagerachse befestigte Scheibe mit Magneten. Die Spannung, die man am Sensorausgang misst, springt recht zusammenhangslos zwischen 0 und 5V, soweit mit einem digitalen Multimeter messbar. (Ein Oszi besitze ich leider nicht..).
Die Frage an die Experten im Forum: Kann man auf den Sensorausgang ein 0 bis 5V Signal legen, daß dann ähnlich wie der Gasgriff eine proportionale Motorunterstützung bewirkt?
Gruß
Martin
Hallo Martin,
mein Bausatz stammt auch von Herrn Scheftlein und hat auch keinen Potentiometer zwischen Reed-Kontakt (Sensor am Tretlager) und Regler.
Es ist bei meinem Bausatz so, dass mit steigender Kadenz (Tretkurbeldrehzal) auch die Motorunterstützung proportional ansteigt. Für mich ist das sehr gut, da ich gerne mit hoher Kadenz fahre, was für die Gelenke auch besser ist. Wenn man jedoch gewohnt ist, "langsam zu treten", hat man nicht die maximal mögliche Motorunterstützung.
Die Spannung am Sensorausgang habe ich bisher nicht gemessen. Du müsstest jedoch den Reed-Kontakt imitieren, wenn Du die Motorunterstützung dadurch steuern willst. Der Reed-Kontakt ist ja nichts anderes als ein Schalter, der durch die Magnete auf der Magnetscheibe an der Tretkurbel geschaltet wird, wenn diese an ihm vorbeistreichen. Man bräuchte also einen Schalter statt des Reed-Kontaktes (Sensor), dessen Schaltfrequenz man steuern kann. Dann kannst Du aber gleich beim Gasgriff bleiben, in beiden Fällen ist legaler Betrieb nur auf Privatgelände möglich.
Gruß
didi
Hochsitzcola
23.10.2008, 19:25
Hallo Didi,
ist das den tatsächlich nur ein primitiver Reed-Kontakt? Dann komme ich natürlich mit einer konstanten Gleichspannung nicht weiter. Ich habe nur keinen Zusammenhang zwischen Magnet vorm Sensor und Magnet nicht vorm Sensor messen können. Die Spannung ist mal 5V mal 0, aber nicht abhängig ob Magnet da oder nicht (bistabil??).
Das mit der hohen Trittfrequenz muß ich mal ausprobieren...
Gruß
Martin
Broadcasttechniker
23.10.2008, 20:07
Sieh' mal ab hier, ab Beitrag #7: http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?t=312
Und was willst du eigentlich genau?
@ Martin:
Da siehst Du, dass es ein einfacher Reed-Schalter ist (übrigens genauso wie bei einem Tacho):
http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=4224&postcount=13
Der schaltet die 5V ein und wieder aus, wenn die Magnete an ihm vorbeistreichen. Die Schaltfrequenz steuert die Stärke der Motorunterstützung.
Also bringt eine Gleichspannung zwischen 0V und 5V wie Du sie anlegen willst nichts, sie muss schnell geschaltet werden, wenn man damit die Motorunterstützung steuern will wie der Reed-Kontakt es tut.
Aber wie gesagt, wäre diese Konstruktion dann nichts anderes als ein indirekter Gasgriff und somit nur eine Spielerei.
Broadcasttechniker
23.10.2008, 20:43
Da siehst Du, dass es ein einfacher Reed-Schalter ist (übrigens genauso wie bei einem Tacho):
http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=4224&postcount=13
Nein! Oder wie erklärst du dir dir Vorwärts-Rückwärts-Abhängigkeit?
Hochsitzcola
23.10.2008, 21:00
Ja, der Thread war sehr aufschlußreich...
Ich bin grad mal im kleinen Gang losgestrampelt, Effekt war wie beschrieben.
Warum die Unterstütung intermittiert ist mir aber immer noch nicht klar?!
@broadcasttechniker: Eigentlich würde ich gern drehmomentabhängig bzw. kettenzugabhängig und nicht trittfrequenzabhängig Motorunterstützung haben (wird in der Preisklasse des NC halt nicht angeboten). Dazu hatte ich schon mal eine recht ergebnislose Anfrage im Forum gestellt.
Meine Idee war, den Pedelec-Sensoreingang am Motorregler zu benutzen, das macht aber offensichtlich keinen Sinn. Da werde ich auf den Eingang vom Gasgriff gehen, der ja offensichtlich ein analoges 0 - 5V Signal erzeugt. Wie so ein Kettenzugsensor aussehen kann, muß ich erst mal austüfteln. Ideen nehm' ich gern entgegen.
Gruß
Martin
Christian
23.10.2008, 21:08
Ideen nehm' ich gern entgegen.
Wurde hier (http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?p=3972) schon mal ansatzweise diskutiert (Beiträge 8, 9, 11).
Gruß,
Christian
@broadcast:
Mein Fehler :o, es ist ein bipolarer Hallsensor mit Latch:
http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=4453&postcount=17
Hochsitzcola
23.10.2008, 21:23
Ich sollte wohl mal mehr die Suchfunktion nutzen...:)
Gruß
Martin
Christian
23.10.2008, 21:27
Ich sollte wohl mal mehr die Suchfunktion nutzen...:)
Das ist entschuldbar ... wenn Du uns in zwei Wochen den ersten funktionsfähigen Prototypen vorstellst. :)
Gruß,
Christian
Hochsitzcola
26.10.2008, 20:51
Hallo Christian,
2 Wochen brauche ich da nicht... Hier 2 Fotos vom 1. Versuch aus Teilen, die das Kellerregal so hergab, noch nicht mit Schleifleinen und Lack aufgehübscht. (4,90€ habe ich für 2 Schaltwerkrädchen ausgegeben). Das Ganze hängt im Lasttrum der Kette, zur Zeit noch über Gummiband und Draht aufgehängt. Das werde ich wohl in einem Kettenschutzblech verstecken. Über die flexible Aufhängung ist es möglich, sämtliche 21 Gänge wie immer zu schalten. Wie lange das Poti (10KOhm, aus einem alten Kassettenrekorder) mitmacht, bin ich gespannt.
Ansonsten funktioniert das erstaunlich gut, etwas mehr Reibung und Geräusch verursacht der Aufbau natürlich. Schade ist, daß der Gasgriff-Eingang vom Regler erst bei ca. 1,5V aufmacht und dann aber bei etwas über 3V anscheinend schon Vollgas gibt. Da verschenke ich zur Zeit die Hälfte der Empfindlichkeit.
Gruß
Martin
Christian
27.10.2008, 22:25
Hallo Martin,
sehr nett, wirklich. Schaut zwar noch etwas rustikal aus, aber wenn's in dieser Konfiguration schon halbwegs funktioniert, dann hat das mit Sicherheit Potential.
Was den Pegelbereich angeht: Du könntest ja mal einen Aufbau mit Hallsensor und Magnet ausprobieren, dann liegst Du mehr oder weniger automatisch im richtigen Bereich. Außerdem wird's wetterfest.
Halte uns auf dem Laufenden.
Gruß,
Christian
Hochsitzcola
28.10.2008, 12:43
Hallo Christian,
du empfiehlst einen Hall-Sensor, gibt es da auch welche die ein analoges Signal liefern? Alles was ich so gefunden habe ist digital! :confused:
Gruß
Martin
Reinhard
28.10.2008, 18:44
Hallo Martin,
einfach suchen ... Klick (http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=4787&postcount=1)!
Hallo Martin
Kannst ja auch einen Gasgriff nehmen, der hat einen kleinen Drehwinkel, liefert die richtige Spannung und hat auch gleich den passenden Stecker; musst ihn jedoch axial radikal !!! kürzen.
Horst
Hochsitzcola
28.10.2008, 20:00
Hallo Horst,
den Stecker vom Gasgriff hab ich eh schon abgekniffen und ans Poti gelötet. Ich werde vielleicht den Gasgriff mal schlachten, es interessiert mich schon, wie das von Innen gelöst ist. (oder gibt es da schon Bilder? sonst kann ich die gern mal hochladen) Brauchen tu ich den Gasgriff nicht mehr, wenn ich "Mofa" fahren will nehm ich meine BMW C1.
Der Link vom Reinhard hat auf jeden Fall schon weitergeholfen.
Gruß
Martin
Ich war neugierig und habe einen Gasgriff zerlegt:
Im Inneren eines China-Gasgriffs werkelt hautpsächlich neben einer Drehfeder ein Hallsensor, der von 2 Magneten eingeschlossen wird.
Ein Magnet meldet Stellung "kein Gas" und liegt in Ruhezustand links vom Hallsensor. Der andere Magnet ist im Kreisbogen um 45° versetzt rechts davon angeordnet und nähert sich bei Gas Richtung Vollgas dem Hallsensor auf der anderen Seite, währenddessen sich der "kein Gas Magnet" entfernt.
Das ansteigende Ausgangssignal über den Verdrehwinkel hat einen leichten "Durchhänger" in der Mittelstellung; die grossen Spannungsänderungen gibt es in der Nähe von "kein Gas" oder "Vollgas".
Radlerpeter
29.10.2008, 08:19
Ich war neugierig und habe einen Gasgriff zerlegt:
Hallo und "Guten Morgen",
kannst Du Fotos machen und hier einstellen. Es wäre schön und würde weiter helfen.
Viele Grüße aus Ostthüringen - Peter
Hochsitzcola
29.10.2008, 16:53
Ich war neugierig und habe einen Gasgriff zerlegt:
Im Inneren eines China-Gasgriffs werkelt hautpsächlich neben einer Drehfeder ein Hallsensor, der von 2 Magneten eingeschlossen wird.
Ein Magnet meldet Stellung "kein Gas" und liegt in Ruhezustand links vom Hallsensor. Der andere Magnet ist im Kreisbogen um 45° versetzt rechts davon angeordnet und nähert sich bei Gas Richtung Vollgas dem Hallsensor auf der anderen Seite, währenddessen sich der "kein Gas Magnet" entfernt.
Das ansteigende Ausgangssignal über den Verdrehwinkel hat einen leichten "Durchhänger" in der Mittelstellung; die grossen Spannungsänderungen gibt es in der Nähe von "kein Gas" oder "Vollgas".
Ich habe gestern auch mal reingeschaut. Für mich stellt sich das so dar, daß die 2 Magnete nach aussen als ein großer Magnet wirken. Im Ruhezustand liegt der Sensor beim Südpol, je weiter man aufdreht, um so mehr kommt man zum Nordpol (kann auch andersrum sein). Ich habe einen Kompass in die Nähe gehalten, da konnte man das sehr schön nachvollziehen.
Gruß
Martin
Die analogen Sensoren funktionieren etwa so:
Ohne Magnetfeld liegt die Ausgangsspannung bei halber Betriebsspannung.
Bei einem negativen Magnetfeld sinkt die Ausgangsspannung, bei positiven Magnetfeld steigt die Ausgangsspannung.
In der Mitte zwischen beiden Magneten heben sich die Magnetfelder auf, Ausgangsspannung = 2,5V. Nähert sich der Sensor einem der Magneten, steigt oder sinkt die Ausgangsspannung, je nach Polung des Magneten.
bd. Alv
worldedit
21.08.2009, 10:49
Das hört sich so an als ob ich plötzlich Vollgas fahre wenn irgendein Magnet in die Nähe vom Gasgriff kommt. Da sollte man vorsichtig sein.
Hochsitzcola
04.09.2009, 22:01
Hallo Zusammen!
Die Konstruktion mit dem in die Kette gehängten Aufnehmer war doch nicht richtig zielführend. Ich habe nun bei Ebay für unter 10€ einen Meßverstärker geschossen und DMS am Rahmen zwischen Tretlager und Hinterrad aufgeklebt, siehe Fotos. Die Verkabelung muß ich natürlich noch aufräumen und die DMS versiegeln, aber die Funktion ist großartig! Ein klitzekleiner Makel ist das etwas assymetrische Ansprechen von linkem und rechtem Pedal, was durch die überlagerte Torsion des Rahmens beim treten bedingt ist. Ich bin mal gespannt, ob und wie der Nullpunkt über die Zeit wegdriftet.
Gruß
Martin
Markus2811
04.09.2009, 23:08
Du solltest vielleicht auch erklären was ein DMS ist, ich denke 99% der Forenuser haben keinen blassen Schimmer davon.
DMS=DehnungsMessStreifen.
Aber ob dein Prinzip in einem steiferen Aluhinterbau noch funktioniert wage ich fast zu bezweifeln.
Hochsitzcola
05.09.2009, 15:58
Du solltest vielleicht auch erklären was ein DMS ist, ich denke 99% der Forenuser haben keinen blassen Schimmer davon.
DMS=DehnungsMessStreifen.
Aber ob dein Prinzip in einem steiferen Aluhinterbau noch funktioniert wage ich fast zu bezweifeln.
Hallo Markus,
mich hat es selbst überrascht, wie gut das funktioniert...
Das Rahmenmaterial sollte eigenlich egal sein, die lokale Dehnung (oder in dem Fall Stauchung) muß halt groß genug sein.
Ich wollte den gewogenen Leser nicht mit einer meßtechnischen Vorlesung langweilen, darum habe ich auf die Erklärung des Sensorprinzips verzichtet;).
Gruß
Martin
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