PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Haltbarkeit Bafang-Hinterradmotor



berufsradler
19.02.2010, 07:20
Electric-Bike-Solutions schreibt:


Ein Nachteil dieses Motors soll nicht unerwähnt bleiben: da der Seitendeckel mit dem Gewinde für die Schraubkranzaufnahme aus Aluminium gefertigt ist, kann dieser bei zu starker Belastung (= sehr starkem Mittreten) u.U. abbrechen. Wir empfehlen diesen Motor daher eher für den "normalen Alltag". Ist Stabilität & Robustheit gefragt (z.B. Gelände, Mountainbike etc.) halten wir andere Motoren für Sie bereit, bei denen das Schraubkranzgewinde aus Stahl besteht: BMC, eZee, Crystalyte.


Hat diesbezüglich jemand Erfahrungen gemacht und kann das bestätigen oder dementieren?

grosserschnurz
19.02.2010, 08:40
Hallo Berufsradler,

Es gab in der Tat eine Serie, bei der sich die Gehäuse/Deckel überdreht haben. U. a. wurden bei Frank im Sommer 2 dieser Motore (einer war von mir) anstandslos gegen neue getauscht.

Hier waren Innen- des Motors zum Aussengewinde des Deckels die nicht sauber in den Toleranzen gefertigt.

Danach hat man dieses Problem offensichtlich kein Thema mehr.

grosserschnurz

Kraeuterbutter
19.02.2010, 08:42
keine eigene Erfahrung..

aber hier noch ein Händler, noch ein Heck-Bafang,
noch eine Aussage zum Thema:

http://www.das-elektrorad.de/Motoren.htm

(2. Motor von oben)

Herr Müller
19.02.2010, 13:11
Ich frage mich auch, wie sehr der Rahmen eigentlich unter dem eingeleiteten Drehmoment leidet - dafür ist er eigentlich nicht konstruiert worden.

RaoulDuke
21.02.2010, 11:31
Ich frage mich auch, wie sehr der Rahmen eigentlich unter dem eingeleiteten Drehmoment leidet - dafür ist er eigentlich nicht konstruiert worden.

Wenn dein Rahmen das Drehmoment einer Nabenschaltung aushält, hat er mit dem Bafang kein Problem.

turbo911
21.02.2010, 13:52
Wenn dein Rahmen das Drehmoment einer Nabenschaltung aushält, hat er mit dem Bafang kein Problem.

Das sehe ich nicht so. Ein Großteil der Energie beim Pedalieren geht doch direkt in die Drehbewegung des Rades und die Achse ist nur der Stützpunkt. Also im Prinzip wirkt doch eine Kraft in Richtung zum Tretlager und eine Kraft wirkt von oben ( Gewicht Fahrrad/Fahrer ) --> keine direkte Drehwirkung auf die Achse.

Der Motor bringt seine komplettes Drehmoment auf die Achse, die sich, wenn sie könnte, einfach im Kreis drehen würde ( volle Drehwirkung)

Also ist ein Achsende grundsätzlich überhaupt nicht für einen Nabenmotor konstruiert!

Gruß
turbo911

mechaniker
21.02.2010, 14:01
Der Motor bringt seine komplettes Drehmoment auf die Achse, die sich, wenn sie könnte einfach im Kreis drehen würde ( volle Drehwirkung)
Also ist ein Achsende grundsätzlich überhaupt nicht für einen Nabenmotor konstruiert!


sehr gut beschrieben ,
ich versuche das immer wieder einigen Kunden zu erklären die ewig mit dem gleiche Argument kommen das beim Bremsen mehr als 250Watt vernichtet werden und deshalb wären selbst 500Watt Motoren kein Problem für die Fahrräder was natürlich falsch ist.
Problem ist leider oft das Fehlende Verständnis für die mechanischen Abläufe.

gruss
frank

jimmy
21.02.2010, 15:10
Also ist ein Achsende grundsätzlich überhaupt nicht für einen Nabenmotor konstruiert!


Sehe ich auch so und auch mechaniker kann ich zustimmen.
Beim Bremsen wird zwar schon erheblich Energie (z.T. deutlich mehr als 250W / 500 W) abgefangen, die an der Achse allerdings haupsächlich als Stützmoment 'nach hinten' und nicht - wie beim Beschleunigen mit Motor - als Kombination von Stützmoment (dann Belastungrichtung in Fahrtrichtung) und Drehmoment anfallen.

Andererseits hatten 'früher' die alten Rücktrittsbremsen ebenfalls stets eine Drehmomentstütze. Liess man diese weg (oder schraubte diese nicht fest) konnte sich das Hinterrad bei scharfer Bremsung ebenfalls in der Achsaufname verdrehen. Also ganz zu vernachlässigen dürfte dieses Drehmoment beim Bremsen ebenfalls nicht sein..

Beispiel Rücktrittsbremse mit Drehmomentstütze:
(Stütze ist hier der 'Stummel' links, der am Rahmen fixiert wird)
http://www.pedelecforum.de/forum/imgcache/2752.png



Grüsse, jimmy

didi28
21.02.2010, 15:31
Da sieht man es ja, auch die Drehmomentstütze zum Abfangen des Bremsdrehmomentes hat eine beachtliche Länge. Nur nötig bei so einer Naben-Rücktrittbremse, weil dort ähnlich wie bei einem Nabenmotor die Antriebskraft, die Bremskraft über die Achse verläuft und abgestützt werden muss.

Bei Felgenbremsen braucht man so was natürlich nicht, genau so wenig wie ein Reibrollenantrieb eine Drehmomentstütze brauchen würde.

radwan
21.02.2010, 17:28
Bei der Rücktrittbremse braucht man die Drehmomentstütze um den Bremsmantel zu fixieren weil der sich sonst beim Bremsen mitdrehen würde.

Eine Torsionsbelastung für die Achse ist in diesem Fall nicht vorhanden.

Beim Nabenmotor dürfte der Stator mit der Achse fest verbunden sein und deshalb müsste die Achse auch als Drehmomentstütze dienen= Belastung auf Torsion.

Die Motorenhersteller bzw. Konstrukteure haben doch bestimmt daran gedacht....

Beim Reibrollenantrieb braucht man natürlich auch eine Drehmomentstütze,die ist hier mit der Befestigung identisch;)

Kraeuterbutter
21.02.2010, 17:42
Ein Großteil der Energie beim Pedalieren geht doch direkt in die Drehbewegung des Rades und die Achse ist nur der Stützpunkt.

hier muss man wohl zwischen Nabenschaltung und Kettenschaltung unterscheiden, nicht ?

turbo911
21.02.2010, 18:03
hier muss man wohl zwischen Nabenschaltung und Kettenschaltung unterscheiden, nicht ?

Ja, schon. Aber die Nabenschaltungen haben ja ab Werk eine lange Drehmomentstütze.


5020

radwan
21.02.2010, 18:06
Ja, schon. Aber die Nabenschaltungen haben ja ab Werk eine lange Drehmomentstütze.

Aber nur die mit Rücktritt.;)

Trockenschwimmer
22.02.2010, 09:46
Aber nur die mit Rücktritt.;)

Die anderen auch:
http://www.rohloff.de/de/info/faq/speedhub_50014/drehmomentabstuetzung/index.html

Kraeuterbutter
22.02.2010, 12:06
Ja, schon. Aber die Nabenschaltungen haben ja ab Werk eine lange Drehmomentstütze.


auch Nabenmotoren kannst mit Drehmomentstütze versehen..
aber ansich: wo ist der Unterschied zwischen einer Getriebenabe und dem Nabenmotor ?

ohne Drehmomentstütze wirken doch beide aufs Ausfallsende

haegar
22.02.2010, 15:45
Beim Nabenmotor geht die volle Motorleistung als Drehmoment auf das Ende, bei Getriebenaben kommt es auf die Übersetzung an. Ist die Raddrehzahl = Ritzeldrehzahl wirken wohl keine Drehkräfte, bei anderen Gängen hat man wohl je nach übersetzung mal Drehmement rechts und Linksrum auf das Ausfallende..... oder??????

Herr Müller
23.02.2010, 19:15
Beim Reibrollenantrieb braucht man natürlich auch eine Drehmomentstütze,die ist hier mit der Befestigung identisch;)
Es war wohl eine Reibrolle auf dem Reifen wie beim Velo-Solex gemeint.

Herr Müller
23.02.2010, 19:17
auch Nabenmotoren kannst mit Drehmomentstütze versehen..
Ist mir aber noch nicht gelungen :o



aber ansich: wo ist der Unterschied zwischen einer Getriebenabe und dem Nabenmotor ?
ohne Drehmomentstütze wirken doch beide aufs Ausfallsende

So ist es. Der Getriebemotor entwickelt evtl noch ein höheres Drehmoment.

jimmy
23.02.2010, 23:05
Ist mir aber noch nicht gelungen :o
Der Getriebemotor entwickelt evtl noch ein höheres Drehmoment.


Denke, Nabenmotor oder Getriebemotor unterscheiden sich hier nicht.

Das Moment wird konstruktiv bei diesen Motoren immer an der Achsaufnahme abgefangen. Wie/Wo es ursächlich entsteht, durch Getriebe oder Direktläufer, ist m.E. unerheblich.

Eine extra Drehmomentstütze wäre daher dringend zu empfehlen

Grüsse, jimmy

----

Die üblichen 'Nasenscheiben' (Wiki Bild):
http://www.pedelecforum.de/forum/imgcache/2764.png

bei den Motoren sind m.E. (zumindest bei Aluminiumgablen (bzw. Ausfallenden aus Aluminium)), ohne weitere externe Stütze, eher kritisch zu betrachten:

Unter Umständen könnten die Nasenscheiben bei der üblichen Montage (ausgerichtet nach unten an den Gabel-Ausfallenden) Teile der Ausfallenden evtl. einfach (hier ausgerechnet noch an der schwächsten Stelle) 'sprengen' (wegbrechen).

Gleiches trifft für die oft abgeflachten Achsen der Motoren zu.

Beispiel aus dem Forum (hier allerdings grob fehlerhafte Montage):
http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=32203&postcount=1

http://www.pedelecforum.de/forum/imgcache/2765.png

Empfehlung: Extra Drehmomentabstützung, Vorschläge dazu sind im Forum ja vorhanden.

P.S.: Meine Lösung (06/2009): http://www.pedelecforum.de/forum/showpost.php?p=28978&postcount=1