PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Ende des Schlepper-Märchens !



labella-baron
09.02.2010, 18:56
Nachden es so einfach ist das Schleppmoment eines Nabenmotors zu messen: http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?t=4176 und ich bei meinem Direkttriebler Crystalyte 209 außerhalb der Speichen am Nabenkörper problemlos einen Zwirnfaden aufwickeln konnte, habe ich jetzt mal diese Messung durchgeführt. Temperatur 12 Grad Celsius.

Ich habe also solange das anhängende Gewicht erhöht, bis nach anschubsen des Laufrades der Abwickelvorgang durchlief.

Dies war bei 311g der Fall. Der Nabendurchmesser hat dort 172mm.
Also haben wir bei einer Kraft von 0,311*9,81 = 3,05 Newton und 0,086m Radius ein Schleppmoment von 0,262 Nm.
Mit meinem Radumfang von 1,275m sind das bei der Pedelec-Normgeschwindigkeit von 25km/h 25000/60/1,275 = 327U/min = 5,45 U/sec.
Die hierzu benötigte Leistung ist also 0,262*5,45*2*3,14 = 8,97W

Es werden also ca. 9 Watt bei 25km/h benötigt !

Und bei 50 wären es halt 18Watt; aber bei 50 bringen kürzere Schuhbändel auch schon 18 Watt ;)

Zur Nachahmung bei den anderen Crystalyte- und NineContinent-Motoren empfohlen.

Christian
09.02.2010, 20:08
Obwohl ich auch dazu neige, das Schleppmoment eines guten freilauflosen Motors als eher gering einzustufen, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich der elektrische bzw. magnetische Anteil an den Schleppverlusten nicht zwangsläufig linear über der Drehzahl/Frequenz verhält. Die Wahrheit wird also irgendwo zwischen der EPACSim-Leerlaufkurve (die zusätzlich noch die aerodynamischen Verluste des Laufrades enthält sowie die - sehr geringen - elektrischen Verluste) und Deiner Messung liegen.

Gruß,

Christian

amp-berlin61
09.02.2010, 20:57
ich fahre ohne schnürsenkel ;)

labella-baron
09.02.2010, 21:14
Obwohl ich auch dazu neige, das Schleppmoment eines guten freilauflosen Motors als eher gering einzustufen, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich der elektrische bzw. magnetische Anteil an den Schleppverlusten nicht zwangsläufig linear über der Drehzahl/Frequenz verhält. Die Wahrheit wird also irgendwo zwischen der EPACSim-Leerlaufkurve (die zusätzlich noch die aerodynamischen Verluste des Laufrades enthält sowie die - sehr geringen - elektrischen Verluste) und Deiner Messung liegen.Durchaus.
Es ist aber interessant die Verluste z.B. bei 25km/h zu betrachten. Die linearen wären bei 9W. Die Leerlaufleistungsaufnahme beträgt nach EPACSIM-Kurve bei 327U/min ca. 20W. Die ohmschen Verluste sind bei diesen geringen Strömen vernachlässigbar. Die Verluste durch Wirbelströme kann ich mir bei der Geschwindigkeit auch noch nicht so hoch vorstellen. Bleiben noch die Luftverwirbelungsverluste.
Diese hat hier http://www.velomobilforum.de/forum/showpost.php?p=196855&postcount=37 mal jemand versucht bei 40km/h zu bestimmen.
Den 20W elektrisch entspricht dort am ehesten die erste Wertezeile (11W+2,8W). Wenn ich diese 14W auf 25km/h herunterrechne kommen 12W heraus.

Also behaupte ich, dass die restlichen 11W auf die 20W fast komplett aufs Konto Luftverwirbelung gehen und bei einem normalen Laufrad ebenso da sind !

labella-baron
09.02.2010, 21:15
ich fahre ohne schnürsenkel ;)Und immer gut rasiert ?! ;)

amp-berlin61
09.02.2010, 22:05
nö, meistens aber wenns damenbesuch gibt, aber dann auch nich immer, und im sommer die beene, immer;)
(sorry für ot)

jimmy
10.02.2010, 12:21
Zur Nachahmung bei den anderen Crystalyte- und NineContinent-Motoren empfohlen.

Diese Messung habe ich bereits vor einiger Zeit durchgeführt:
Bindfaden und Gefäss aussen an waagerechter stehender Speiche am freidrehenden Vorderrad befestigt und solange mit Wasser gefüllt, bis das Rad sich anfängt zu drehen.

Bei meinem NC 154 (ca. 2500 km gelaufen) waren es 193g bei 0,18 m Hebelarm.

-> Moment von 0,34 Nm -> Auf 25 km/h sind das 7,4 W Verluste durch Reibung (bei 26'').

Diese (geringe) Verlustleistung berücksichtigt keine nichtlinearen Effekte bei höheren Geschwindigkeiten (z.B. Magnetisierungsverluste).


Grüsse, jimmy

Christian
10.02.2010, 12:27
Also behaupte ich, dass die restlichen 11W auf die 20W fast komplett aufs Konto Luftverwirbelung gehen und bei einem normalen Laufrad ebenso da sind !

Gut möglich. Ich denke auch, dass in jedem Fall wenigstens der überwiegende Teil der Differenz den aerodynamischen Verlusten zuzuschlagen ist (zumindest bei den bisher diskutierten Motoren).

Gruß,

Christian

dann
10.02.2010, 13:04
Es werden also ca. 9 Watt bei 25km/h benötigt !



Das entspricht knapp einem Seitenläuferdynamo, richtig?

Naja weniger als ich dachte..aber wohl dennoch genug für manche um es nicht akzeptierbar zu empfinden.

didi28
10.02.2010, 13:12
Ja, der "Freilauf"-Widerstand der Direktantriebsmotoren ist nicht das eigentliche Problem, das spielt sich diesbezüglich mehr in den Köpfen der Pedaleure ab.

Das Mehrgewicht des Motors ist viel mehr objektiv ausschlaggebend, wenn man öfter auch mal ohne Motorunterstützung bergauf fahren will oder viel wert auf Dynamik und Optik legt.

labella-baron
10.02.2010, 14:13
Das entspricht knapp einem Seitenläuferdynamo, richtig?
..aber wohl dennoch genug für manche um es nicht akzeptierbar zu empfinden.Ja. Und einen Super-Dynamo bekommt man obendrein noch geschenkt. :)
Schätze mal, dass man zusätzliche 3 Watt fürs Licht mit zusätzlichen 4 Watt Tretaufwand bekommt.

labella-baron
10.02.2010, 14:36
Diese Messung habe ich bereits vor einiger Zeit durchgeführt:
Bindfaden und Gefäss aussen an waagerechter stehender Speiche am freidrehenden Vorderrad befestigt und solange mit Wasser gefüllt, bis das Rad sich anfängt zu drehen.Eine ähnliche Diskussion hatte ich mit crumly vor Kurzem auch: Auf diese Weise mißt du in erster Linie das Haltemoment der Magnete.

-> Moment von 0,34 Nm -> Auf 25 km/h sind das 7,4 W Verluste durch Reibung (bei 26'').Wenn es dir möglich ist, dann mache bei Gelegenheit den Zwirnfaden-Abspulversuch.
Möglicherweise sind die größeren Direktläufer also noch besser als mein "halbierter" Crystalyte 209.
Zu dumm, jetzt habe ich meinen Versuchsaufbau schon wieder abgebaut. Das Haltemoment hätte ich natürlich auch gleich messen sollen.

Joerg046
15.02.2010, 12:27
Das entspricht knapp einem Seitenläuferdynamo, richtig?

Naja weniger als ich dachte..aber wohl dennoch genug für manche um es nicht akzeptierbar zu empfinden.

Ja, z.b. bei einem Liegerad oder Velomobil, wo man ständig ohne Motorunterstützung über 30 ( oft über 40 ) fährt und den Motor nur für Bergauf und zum Rekuperieren bergab einsetzen möchte.

Ob die Dioden / Schaltermethode aus diesem Beitrag
http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?t=521&referrerid=190
da was bringt ?

labella-baron
15.02.2010, 14:36
Ja, z.b. bei einem Liegerad oder Velomobil, wo man ständig ohne Motorunterstützung über 30 ( oft über 40 ) fährt und den Motor nur für Bergauf und zum Rekuperieren bergab einsetzen möchte.
Ob die Dioden / Schaltermethode aus diesem Beitrag
http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?t=521&referrerid=190
da was bringt ?M.E. in dem Fall wo kein "natürlicher Reku-Strom" fließem kann nicht, das heißt, wenn Drehzahl / Spannungskonstante des Motors kleiner als die Akku-Spannung ist.

Da aber der Geschwindigkeitsbereich beim Velomobil sehr groß ist und die Akkuspannung z.B. oft 36V hat, tritt der natürliche Reku-Fall ein und die genannte Schaltung mit Diode ist sinnvoll.

Es könnte aber sein, dass ein Controller, welcher richtiges Reku-Bremsen kann, die natürliche Reku ohnehin verhindert, dann braucht es diese Schaltung nicht. Aber das weiß ich nicht so genau und dazu sollten sich Berufenere äußern.

Broadcasttechniker
15.02.2010, 15:09
Bei einem permanent erregten Motor und Feldeffekt-Transistoren in der Endstufe ist die Roll-Reku nicht zu vermeiden.
Die Zwangsbrems-Geschwindigkeit lässt sich aber hochschieben, wenn man einen schnell gewickelten Motor nimmt.
Mit einem hochsstromtauglichen und überspannungsfesten Regler muss man übrigens keine Abstriche beim Anfahrmoment machen.
Auch auf die Dauerleistung des Motors hat diese Dimensionierung keinen Einfluss.
Man muss aber die Höchstgeschwindigkeit per Hard- oder Software limitieren, da diese prinzipbedingt ansteigt.
Und die Übervolter können sich das Booster-Pack sparen.