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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umbau eines alten Damenfahrrades mit 36 V elfkw Frontmotor



Beamer
23.12.2009, 14:46
Wir, meine Frau und ich, wohnen am Rande des Bergischen Landes. Gerne machen wir Radtouren in die nähere Umgebung und besonders in die Rheinebene. Aber auf den letzten Kilometern des Rückwegs hatten wir mit unseren voll gefederten, schweren Kettler Aluräder mit langen Steigungen zu kämpfen. Der Weg in die andere Richtung, ins Bergische, war uns sowieso zu anstrengend.

Deshalb begann ich mich für Hybridfahrräder zu interessieren. Ich wollte ein Rad zum ganz normalen Radeln, das nur im Bedarfsfall (Berg, Rückenwind, Ermüdung) einen elektrischen Notanker zur Verfügung stellt. Die von mir Probe gefahrenen Modelle waren mir aber zu schwer und erschienen mir für das Radfahren ohne Elektroantrieb eher ungeeignet. So entschloss ich mich zum Eigenbau.

Als Basis nahm ich ein ausrangiertes 26´ Fahrrad meiner Frau, über 30 Jahre alt und durch Vandalismus bis auf den Rahmen zerstört. Ich habe das Tretlager und die Beleuchtung restauriert, einen neuen Gepäckträger angebaut, ein „komplett“ Hinterrad mit 5 Gang S- Ram Schaltung von Tylor Wheels eingebaut und den Drehgriff sowie die vielen Kleinteile zur Betätigung der Schaltung beim Fahrradhändler besorgt!

Wegen des geringen Gewichts und des viel gerühmten und für mich sehr wichtigen Freilaufs entschied ich mich für einen Motor von elfkw. Der Einbau verlief, nach leichtem Aufweiten der Vordergabel per Hand, Anpassen der Torq Washer und leichtem Nachfeilen der Achsaufnahme problemlos.

Wegen des veralterten Keilbefestigungs Systems der Tretkurbeln http://de.wikipedia.org/wiki/Innenlager#Verbindung_von_Tretlagerwelle_und_Kurbe ln ) stellten die Montage der Pedelec Magnetscheibe und des Sensors eine Herausforderung dar. Ich habe die Achsöffnung der Magnetscheibe auf die Sechskantmutter des Tretlagers angepasst und, da sich bei dieser alten Konstruktionsweise beim Treten praktisch alles mitdreht, den Sensor mit Zweikomponentenkleber direkt auf den Rahmen geklebt.

Den Schalter für das Standgas habe ich zum Ein- Ausschalter für den Pedelec Betrieb umfunktioniert (Braun und Gelb vom Daumengas Stecker am Controller lösen und den blauen Draht vom Pedelec Sensor entsprechend unterbrechen.und anschliessen).
Als Stromquelle dienen zwei 18Volt 4Ampere Lipos, direkt importiert aus Hongkong. Die sind bei mir nach 20 km gerade mal bis zur Nennspannung entladen

Das Teil geht ab wie die Feuerwehr der Freilauf ist prima und jeder der es Probe fährt ist total begeistert. Meine Frau sogar so sehr, dass ich das Fahrrad jetzt los bin und mein zweites Umbauprojekt in Angriff genommen habe, um im nächsten Frühjahr nicht hoffnungslos hinterherfahren zu müssen.