Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was tun die Hersteller gegen das Zellenumpolen beim Entladen?
AkkuFerdl
21.09.2008, 18:24
Hallo Leute :)
Bin neu hier im Forum und würde mir gerne eines der neuen tollen Pedelecs zulegen, event. einen Flyer.
Hätte aber vorher noch eine prinzipielle Frage zu den Akkus: Zwangsläufig wird bei mehreren in Serie geschalteten Einzelzellen beim Entladen (gegen Ende) die schwächste Zelle umgepolt, sprich von den anderen verkehrt herum geladen!
Dass dies keinem Akku (Zelle) gut tut ist verständlich, egal ob nun NiCd, NiMH, LiIon oder was auch immer. Dies ist auch schon mal der Grund warum Akkupacks oft schon nach kurzer Zeit kaputt sind und nicht annähernd 500 Zyklen erreichen ...
Meine Frage jetzt: was tun die Hersteller um das schädliche Umpolen von Einzelzellen im Verbund zu verhindern?, speziell jetzt beim 10Ah-Panasonic-Akku?
Der Hinweis das Akkupack immer nur zu 2/3 leerzufahren (um Umpolen+Tiefentladen zu vermeiden) ist ja generell nicht falsch, erfordert aber viel Disziplin oder wird gar ignoriert ...
Schon mal Danke im Voraus und nette Grüße
AkkuFerdl
Kraeuterbutter
21.09.2008, 19:03
also wenn du einen Lipo/LiIon oder auch Fepo4 derart tief entlädst dass er sich umpolt, dann sind sie sowieso hinüber.. :rolleyes:
um dies zu verhindern, werden 2 Varianten angewendet:
1.) es sind Zellen verbaut die einfach wirklich gleich sind (und nicht verschieden schnell leer werden)
(Stichwort Konion)
da braucht man dann nur überwachen, dass der gesamte Pack nicht unter 30Volt geht (z.b. bei 10 Zellen in Serie wäre das der Fall)
2.) oder es sind Lipos, fepos verbaut... hier ists halt leider oft der Fall das eine Zelle vor der anderen leer wird..
hier wird dann eine Einzelzellenüberwachung verwendet.
sobald eine Zelle unter eine bestimmte Schwelle fällt wird der ganze Akku abgeschaltet
beim Laden das selbe: sobald eine Zelle über eine gewisse Schwelle steigt, wird diese kontrolliert entladen wärend die anderen noch weiter geladen werden
so wird garantiert das beim Erreichen der Ladeschlussspannung für den Akkupack auch alle Zellen die gleiche Spannung haben
AkkuFerdl
21.09.2008, 19:31
Vielen Dank Kraeuterbutter für die schnelle Antwort! :)
1.) gibts das wirklich?, (selektierte) Zellen die absolut gleich sind und alterungsbedingt keinerlei Drift unterliegen?
2.) da gefällt mir die Einzelzellenüberwachung schon besser. Ist so eine im Panasonic-Akku verbaut? Ist das der Fall? Wer kann das bestätigen?
Danke und beste Grüße
AkkuFerdl
PS: ich will nen 10Ah-Akku auch wirklich leerfahren können (ohne jedes mal eine der Zellen etwas mehr zu schädigen)
Broadcasttechniker
21.09.2008, 22:41
Bei NiMH kann man durch Erhaltungsladung alle Zellen vollbekommen.
Die Akkus können überschüssige Ladung ohne Gasung in Wärme verwandeln.
Das schafft schon mal den richtigen Ausgangszustand. Wenn sich danach Zellen tiefentladen/umpolen, haben sie sowieso nichts getaugt.
AkkuFerdl
21.09.2008, 23:10
Das stimmt schon Broadcasttechniker, bei NiCd + NiMh-Packs kann man durch zartes Überladen jede Zelle randvoll bekommen. Klar. Das Problem hierbei ist nicht das Laden sondern das Entladen (mit vergleichsweise hohen Strömen). Die Kapazität der Einzelzellen schwankt durch die Serienstreuung beträchtlich. Bis zu +/- 15% sind da keine Seltenheit, daraus folgt folgendes:
Beispiel: in einem 30 Zellenpack (NiMH in Serie) liefern die meisten Zellen rund 9000mAh, einige Zellen sogar etwas mehr. Eine einzige Zelle ist darunter die liefert aber nur 8000mAh (was schon mal vorkommt). Entladet man nun so einen 30er-Pack kontinuierlich so wird die 8000er Zelle als erste leer sein, klar. Die anderen 29 Zellen liefern aber weiterhin satt Strom. 1000mAh lang. Innerhalb dieser 1000mAh wird diese eine Zelle eben gehörig maltretiert, mit mehreren Ampere (sprich umgepolt oder anders ausgedrückt: verkehrt herum geladen)
Mit einem Wort: komplettes Entladen (Leerfahren) eines Akkupacks (mit vielen Zellen in Serie) schädigt immer eine (oder sogar mehrere) Zellen durch umpolen
Welcher Akku mag das schon?
Grüße AkkuFerdl
Kraeuterbutter
21.09.2008, 23:35
also Lithiumtechnologie mag das GAR nicht..
hier spricht man von einer Schädigung, wenn eine einzelen Zelle unter 2,5Volt fällt
von Umpolen wie du es nennst gar nicht die Rede..
Fepo4: bei den A123 scheint das auch die einzige Möglichkeit zu sein, die Zellen zu killen
(und wenn man sie im wirklich heißen Zustand (über 70°C) mit hohen STrömen lädt)
ich hab mal an einem 4s A123 Akkupack eine 5. Zelle angeschlossen..
dann beim Laden aber vergessen diese auch zu laden, also nur die 4 Zellen geladen, die 5. war leer
Ergebnis: diese Zelle ist bei der nächsten Ladung gestorben
ansonsten kann man die A123 bis auf fast 0 Volt entladen (so getestet und dokumentiert im rcgroups-forum)
der hat eine Zelle 300mal auf 0,1Volt entladen und nur einen geringfügig höheren Kapazitätsverlust festgestellt im vergleich zu Zellen die innerhalb der Specifikation (= 2,5Volt Entladeschlussspannung) entladen wurden
nur ohne Einzelzellenüberwachung kann man nicht garantieren, das Zellen eben nicht "umgepolt" werden, wenn man sie wirklich so leer fährt und nutzt
allerdings bringt das auch nix, da der Spannungsabfall am Ende der Entladung derart rapide vonstatten geht, dass man da kaum noch nutzbare Kapazität rausziehen kann
also warum Zellen zusätzlich maltretieren ?
zu den Konion und ihre Eigenschaft nicht zu driften:
BOSCH verbaut diese Zellen in ihren Akkuschrauber-Packs ohne Balancer, ohne Einzelzellenüberwachung
Gerd Giese hat z.b. bei seinen Tests festgestellt:
Das sporadische Nachmessen der Zellen, sowohl im Leerlauf, beim Laden, als auch unter Last erwies sich als
überflüssig! Während des gesamten Test's drifteten die Zellen nicht größer als 0,1% (null-komma-eins)
auseinander!Die einzelnen Leerlaufspannungen, jetzt nach ca. 10% Entladung und 75 Zyklen:
4,139 - 4,143V mal ehrlich: die meisten Messgeräte die wir im Baumarkt oder beim Conrad kaufen haben einen grösseren Messfehler
was auch zu bedenken ist: Gerd hat sie vermessen wie sie auch im Modellbau verwendet werden..
Temperaturen der Zellen bis über 50°C, Entladeströme von 12C Dauer und 22C kurz
und es hat sich bis jetzt immer gezeigt: jeh mehr Zellen maltretiert werden, umso mehr driften sie auch
also wenn sie diese rüde Behandlung so gut wegstecken, kanns im E-Bike mit der Balance nur noch besser ausschauen
der User mit den meisten Zyklen den ich kenne, hat jetzt 700 !! Zyklen auf seinen Konion drauf
immer ohne Balancer geladen
er misste alle 100 zyklen mal nach, aber immernoch in Balance
es ist die erste Generation an Konion-zellen die vor ca. 3-4 Jahren im Modellbaubereich erhältlich war
700 Zyklen ist eine unglaubliche Zahl im Modellbaubereich, da wir normalerweise schon über 150 Zyklen froh sind
(und viele sich mit billigen China-Zellen mit 50Zyklen herumschlagen (weil sie meinen was dabei sparen zu können)
also bei den Konions halte ich eine Einzelzellenüberwachung wirklich für unnötig
eine normale Unterspannungsüberwachung reicht (die bei z.b. 3Volt/Zelle den Akku abschaltet)
den den FEpo4 (ich hab nur ERfahrungen mit A123)
würde ich auch auf eine Einzelzellenüberwachung verzichten
die zellen sind nicht aufs 1/100Volt gleich (so wie die Konions), die können schon mal 0,2Volt driften
aber wenn man bei 2,5Volt abschaltet und bis 3,6-3,7Volt pro Zelle lädt ist das vollkommen unkritisch,
da sie auch bei weit tieferer Entladung keinen Schaden nehmen und auch Ladung bis 4,1Volt pro Zelle keine Langzeitschäden erkennen lassen (getestet bei rcgroups wo die Zellen 250 Zyklen lang auf 4,2Volt/Zelle geladen wurden, und kein höherer Kapazitätsverlust feststellbar war wie bei der normalen Ladung auf 3,6Volt)
also: A123 Fepo4... nicht so driftfrei wie die Konions, aber so robust dass sie es wegstecken
einmal alle paar Monate kann man ja nachmessen, ob nicht doch ne faule Zelle dabei ist
hab ich anfangs aus Angst (und geschult durch Lipo-Nutzung) auch gemacht, seit 1,5 Jahren aber nimma, da die Zellen sich eh immer so in einem 0,2Volt-Fenster bewegen (im entladen bzw. geladenen Zustand.. bei TEilentladung sind sie meist sogar aufs 1/100 Volt gleich)
Kraeuterbutter
21.09.2008, 23:40
achja: das ist MEINE Praxis mit den a123 Zellen
der Hersteller empfiehlt die Verwendung von Balancern
und: jeh mehr zellen man in Serie hängt, umso eher würd ich hin und wieder mal die Einzelzellenspannungen kontrollieren
AkkuFerdl
22.09.2008, 10:51
Vielen Dank Kraeuterbutter für die umfangreichen Ausführungen zu den diversen Lithiumvarianten.
Dies beantwortet aber noch immer nicht meine Frage: wie wird der Entladevorgang beim 10Ah Lithium-Ionen-Mangan von Panasonic gemanagt sodaß keine der Einzelzellen dauerhaft geschädigt wird?
Darf ich das Pedelec zb. komplett leerfahren und dann wochenlang im Keller stehen lassen ohne dass der Akku Schaden nimmt?
Seien wir uns doch ehrlich, wieviele von uns denken im Alltag an regelmäßige Akkupflege? (z.B. diverse Akkus alle paar Wochen nachladen, entladen, halbladen, anladen, formieren, usw.). Im Regelfall wird das akkubetriebene Gerät einfach weggelegt und bei Bedarf ärgert man sich dann dass der Akku wieder mal leer/kaputt ist - ist doch so oder?
Das Panasonic-Teil ist mit € 600,-- (+ € 200 Ladegerät) ja nicht gerade ein Schnäppchen, mal angenommen das Teil hält bei schlampiger Pflege gerade mal zwei Saisonen dann sind das € 300,-- im Jahr - dafür bekommt man schon ne Menge Mopedsprit ;)
Danke und schöne Grüße
AkkuFerdl
Kraeuterbutter
22.09.2008, 13:29
tja, ich kenn den Panasonic-Akku nicht, keine Ahnung was da verbaut ist
(Zellenchemie ? welche Zellen ?)
oder ob da eine Einzelzellenüberwachung drin ist.
zur Akkuelbensdauer:
einen wirklich leer gefahrenen Akku würde ich nicht wochenlang weglegen..
notfalls häng ich den 15min ans Ladegerät...
die Selbstentladung bei Lipos ist so gering, dass ein nachladen alle paar Monate entfällt
(SOFERN: da nicht irgendeine Überwachungselektronik eingebaut ist, die ständig am Akku nuckelt)
lagern: wenn du weißt, dass du jetzt (Urlaub, Job, zu kalt weil Winter) paar Monate nicht fahren wirst, dann sollest den Akku ca. "halb voll" lagern
also nicht ganz voll (beschleunigt Zersetzungsprozesse im inneren der Zellen) sowie nicht ganz leer
halb voll: also einen leeren Akku anladen, oder einen vollen Akku halb leer fahren
AkkuFerdl
24.09.2008, 13:55
Danke Kraeuterbutter, also halb anladen/entladen und lagern ...
Nach wie vor interessiert mich aber welche Zellen nun im Panasonic 10Ah-Akku verbaut sind?. Am ehesten würde ich dieses Akkupack hier vermuten: 28 (4P7S) Zellen CGR18650DA, von den Eckdaten (Spannung, Kapazität, Gewicht) würde das in etwa passen, siehe Bild:
http://www.pedelec-forum.de/forum/attachment.php?attachmentid=149&stc=1&d=1222256783
Quelle: http://products.panasonic-industrial.com/datasheets/en/Short-Form-Catalog.pdf
Wer kann das bestätigen/widerlegen?, sprich wer hat schon mal das 10Ah-Panasonic-Akku-Gehäuse geöffnet und reingeguckt?
Besten Dank und Grüße
AkkuFerdl
Hi,
wenn Du weißt was es ist, wieso googelst Du dann nicht.
http://www.actec.dk/Panasonic/pdf/CGR18650D.pdf
have fun:cool:
abala
AkkuFerdl
24.09.2008, 17:09
Also auf dem Bild oben lässt sich eindeutig erkennen dass auf den Zellen CGR18650DA aufgedruckt ist (und nicht 26650). Falls die wirklich im Panasonic-Akku verbaut sind dann hier noch was interessantes zur Lebensdauer: Nach 300 Zyklen beträgt die Kapazität nur mehr 66% der ursprünglichen Kapazität (1600 statt 2400mAh), siehe Bild:
http://www.pedelec-forum.de/forum/attachment.php?attachmentid=150&stc=1&d=1222268126
Quelle: http://www.actec.dk/Panasonic/pdf/CGR18650D.pdf
Für mich persönlich wär der Akku damit bereits "kaputt" (obwohl 300 Zyklen sind schon ne Menge km am Pedelec). In der Praxis befürchte ich aber werden nicht mal diese 300 Zyklen erreicht (da viel höhere Entladeströme und nicht nur 1C) und keine "Laborbedingungen" bezüglich Pflege, Temperatur, usw. vorherrschen ..
Ja, sind das nun diese Zellen im Flyer?, wer weiß Konkretes?
Grüße AkkuFerdl
Aber nach allem, was ich gehört habe, sollen die Akkus drei bis vier Jahre halten. Sind Li-Ion-Mangan-Akkus.
Gruß Peter
AkkuFerdl
24.09.2008, 23:11
Danke Peter
Genau, diese Aussage kenne ich aus diversen Prospekten eben auch!
Nur: ich kann im gesamten Netz keinen einzigen Hinweis finden dass Panasonic jemals in Frage kommende Li-Ion-Mangan-Akkus im Programm hatte bzw. hergestellt hat. Geschweige denn eine genaue Typenbezeichnung :confused:
Sind denn diese Panasonic-Li-Ion-Mangan-Akkus derart geheim? :confused:
Danke und Gruß
AkkuFerdl
Kraeuterbutter
25.09.2008, 01:23
also ich stimme Wepfi zu,
die schaun wie 26650er aus und nicht wie 18650er
ist das Bild vielleicht verzerrt ?
so schaun 18650er aus:
http://www.kraeuterbutter.at/Bilder2/Radnabenmotor_Vorderreifen/Akkubehaelter/Groessenvergleich_Pringles_DSCF2471.jpg
18mm Durchmesser
650mm lang
die Zellen auf deinem Bild, Akkufredl, wirken deutlich dicker
zu den 1C... soviel mehr wie 1C hast du aber im E-Bike auch nicht
bei 10Ah-Akku sind 1C eben 10A
im Schnitt wirst du da immer darunter liegen
(sonst würden sich bei 25km/h max.-Speed eines Pedelecs mit 10Ah-Akku ja keine ÜBER 25km Reichweite ausgehen)
weiters: die 300 Zyklen sind VOLLE Ladezyklen
das hast du im Bike wahrscheinlich auch nicht = erhöht nochmals die Lebensdauer
statt 300 volle Zyklen kommt man vielleicht auf 500 Teilzyklen im täglichen Gebrauch
AkkuFerdl
25.09.2008, 09:00
Ich muss mich entschuldigen. Ihr habt natürlich recht. Die Zellen oben auf dem Bild sind CGR26650A, wie komme ich auf CGR18650DA ? :confused:
Ist aber im Prinzip egal, sind beides keine Li-Mn-Typen, oder?
300 Zyklen wären schon super. Muss ich mal meinem Laptop-Akku sagen ;)
Also, wer kenn die genaue Type die im Flyer verbaut ist?, würde derartige Spekulationen (wie von mir hier angestellt) beenden ...
Danke und Grüße
AkkuFerdl
AkkuFerdl
25.09.2008, 17:37
Hab nun endlich was gefunden: In den Panasonic-Antrieben sind folgende Zellen verbaut:
Model: Li-lon-battery (Ni-Li) NKY224B02
Capacity: 10 Ah
Siehe Seite 8 unter:
http://www.jobike.it/Public/data/elle/200839233450_manuale%20kalkhoff%20inglese.pdf
Nur:
- Was ist Ni-Li ?
- Wo gibts Infos über die NKY224B02 ? (Datenblatt?)
Danke und Grüße
AkkuFerdl
Kraeuterbutter
25.09.2008, 18:07
300 Zyklen wären schon super. Muss ich mal meinem Laptop-Akku sagenein grund für schnellere Alterung ist Wärme...
wenn du jetzt deinen Laptop zuhause ständig am Netzteil hängen hast, und der Laptop-Akku täglich mehrere Stunden "geheizt" wird (Durch Platine, Speicher, Prozessor), verkürzt das sicher die Lebensdauer
Tipp: wenn der Laptop am Netz hängt, Akku rausnehmen
Europa81
24.04.2009, 22:32
Beispiel: in einem 30 Zellenpack (NiMH in Serie) liefern die meisten Zellen rund 9000mAh, einige Zellen sogar etwas mehr. Eine einzige Zelle ist darunter die liefert aber nur 8000mAh (was schon mal vorkommt). Entladet man nun so einen 30er-Pack kontinuierlich so wird die 8000er Zelle als erste leer sein, klar. Die anderen 29 Zellen liefern aber weiterhin satt Strom. 1000mAh lang. Innerhalb dieser 1000mAh wird diese eine Zelle eben gehörig maltretiert, mit mehreren Ampere (sprich umgepolt oder anders ausgedrückt: verkehrt herum geladen)
Ich hadere schon die ganze Zeit mit dem "Umpolen" ... bei in Serie verbauten Zellen entsteht doch nie ein umgekehrtes Spannungspotential. Oder fehlen mir hier die hoeheren Denkweiehn ? Dass das schwaechste Glied (wer moechte das schon haben) als erstes leer wird und leer bleibt und dass das nicht gut ist leuchtet mir ein, aber "Umpolen" ?
Broadcasttechniker
24.04.2009, 23:15
Dass das schwaechste Glied (wer moechte das schon haben) als erstes leer wird und leer bleibt und dass das nicht gut ist leuchtet mir ein, aber "Umpolen" ?
Ist doch klar.
In der Batterie liegen die Zählpfeile von Strom und Spannung gegeneinander, die Leistung ist hier negativ. (Verbraucherzählpfeilsystem)
Wenn du dir jetzt die Spannung einer Zelle über die Zeit anschaust, während sie entladen wird, dann wird die Spannung immer kleiner, zum Schluss sogar sehr schnell.
Was passiert denn, wenn sie zu Null geworden ist?
Die anderen Zellen schieben ja noch kräftig raus.
Richtig, sie geht "unter" Null, wird also umgepolt.
Jetzt liegen die Pfeilrichtungen von Strom und Spannung an dieser Zelle wieder in einer Richtung, die Leistung ist Positiv, die Zelle nimmt Energie auf und wird also "geladen".
Nur leider falschrum.
AkkuFerdl
24.04.2009, 23:18
Ich hadere schon die ganze Zeit mit dem "Umpolen" ... bei in Serie verbauten Zellen entsteht doch nie ein umgekehrtes Spannungspotential. Oder fehlen mir hier die hoeheren Denkweiehn ? Dass das schwaechste Glied (wer moechte das schon haben) als erstes leer wird und leer bleibt und dass das nicht gut ist leuchtet mir ein, aber "Umpolen" ?
Hier gibts eine halbwegs verständliche Erklärung warum Zellen (NiMH, NiCd) umpolen: http://wiki.rc-network.de/Umpolung
Grüße AkkuFerdl
.
Tiefflieger
25.04.2009, 00:32
NiMH und NiCd sind veraltete Technologien.
NiCd darf nicht mehr verkauft weden, Sondermüll.
NiMH ist ein Auslaufmodell.
Li Kobald Batterien , alias Li Polymer, und Li Mangan Batterien können nicht umpolen.
Das verhindert die Zellenüberwachung, NiMh und NiCd haben/brauchen keine.
Erreicht eine Zelle ihren unteren Grenzwert wird die Batterie abgeschaltet.
Diese Li Zellen haben den Höhepunkt ihrer Karriere bereits erreicht.
Lithiumeisenphosphat ist Stand der Technik und hat noch mächtig Entwicklungspotential.
Zur Lebensdauer von Li Ion.
Ich tippe hier auf einem IBM Thinkpad T30, Baujahr 2001.
Original Akku, fast immer am Stromnetz wenn er läuft.
Den Akku habe ich nie rausgenommen.
Mit Akku läuft die Kiste immer noch ca. 1 Std.
AkkuFerdl
25.04.2009, 07:59
NiMH und NiCd sind veraltete Technologien.
NiCd darf nicht mehr verkauft weden, Sondermüll.
NiMH ist ein Auslaufmodell
Für NiCd gelten Sonderregelungen, dürfen von der Industrie noch eingesetzt werden (z.B. in Akku-Werkzeugen). Sind auch noch erhältlich (gewußt wo).
NiMH werden aktuell noch vielfältig eingesetzt, auch in Pedelecs. Und sobald mehrere davon in Reihe geschalten sind werden gegen Entladeende zwangsläufig Zellen umgepolt ...
Unabhängig davon. Ich kenne keinen Akku-Typ der im rauhen Alltagsgebrauch nicht relativ bald Schwäche zeigt. Auch nicht die Lithium-Technologie. Die wird alleine durchs Liegen (lange Lagerung) kaputt. Ich persönlich setze wo geht auch heute noch auf Industrie-NiCd´s von Sanyo. Und nur von Sanyo.
Bzw. hab ich mich vom Thema "Akkus" bzw. "Elektroantrieb" mehr oder weniger zurückgezogen da keine der (auch nicht neuen) Akku-Technologien wirklich hält was sie verspricht ...
Grüße AkkuFerdl
Europa81
25.04.2009, 10:55
Bzw. hab ich mich vom Thema "Akkus" bzw. "Elektroantrieb" mehr oder weniger zurückgezogen da keine der (auch nicht neuen) Akku-Technologien wirklich hält was sie verspricht ...
Grüße AkkuFerdl
Ich wuerde die Hoffnung nicht aufgeben. Im Vorfeld des Pedelec Baus habe ich naechtelang in Foren gelesen und Kraeterbutter befragt und schlussendlich die Konions gekauft. Natuerlich kann ih nix zur Lebenserwartung sagen, aber ich habe noch nie Akkus gesehen, die in Serie verschaltet so spannungsstabil sind. Lediglich in der zweiten Stelle nach dem Komma ist mal 'ne Abweichung von 10 mV (nach dem Entladen) zu sehen. Bin baff.
Die A123 sind wohl derzeit das Referenzprodukt was Lebenserwartung / Zyklenzahl angeht.
Die A123 sind wohl derzeit das Referenzprodukt was Lebenserwartung / Zyklenzahl angeht.
Ja, aber die sollte man wenigstens ab und zu balancen, was bei den Konions wirklich nicht erforderlich ist.
Für den täglichen Pedelec-Pendler sind die Lithiumeisenphosphat (LiFePO4) Zellen von A123 Systems trotz Balancer und Preis letztlich wegen der nach Werksangaben 10 mal höheren Zyklenzahl aber wohl trotzdem aufgrund des Kilometerpreises die erste Wahl.
Früher gab es NC Akkus den machte eine Umpolung nichts aus, die hatten
eine negative Ladungsreserve eingebaut. Das war die Firma DEAC die hatten
ein Patent darauf. Die Firma wurde von Varta in den 60ern? übernommen.
Die Zellen waren die sogenannten DEAC Knopfzellen.
AkkuFerdl
27.04.2009, 17:07
In jedem Akku-Pack in dem mehrere Zellen (NiCd bzw. NiMH) in Reihe geschalten sind wird (werden) gegen Ende beim Entladen zwangsläufig die schwächste(n) Zelle(n) gehörig maltretiert, umgepolt und dadurch noch weiter geschwächt. Das gilt für Akku-Schrauber genauso wie für Elektrofahrzeuge.
Dadurch werden Akku-Packs relativ schnell zum Sondermüll und erreichen niemals auch nur annähernd jene Lade- und Entladezyklen die vom Hersteller angegeben werden, siehe:
http://wiki.rc-network.de/Akkulebensdauer
In diesem Sinne, frohes Entladen! ;)
Grüße AkkuFerdl
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