Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Instandsetzung Aerorider Prototyp
cucciolotto
24.07.2009, 15:58
Wie bereits einigen Interessierten versprochen, werde ich nun endlich über meine Arbeiten am Aerorider Vorserienmodell, welches ich von Stefan Flakus gekauft habe (http://www.velomobilforum.de/forum/showthread.php?t=18882), berichten. Übrigens handelt es sich laut Bart de Wert, dem Hersteller, ziemlich warscheinlich um den 6. gebauten Prototypen.
Nun ist es so, dass sich aufgrund meines Umzuges und anderen Schwierigkeiten alles doch ein bisschen verzögert hat und ich den Aerorider nicht wie ursprünglich geplant bis Anfang September fertig bekomme um ihn als Pendelfahrzeug zu benutzen. Akuter Geldmangel verhindert außerdem momentan weitere Investitionen in Teile oder Batterie, so dass ich ihn zu einem fairen Preis wieder in "gute Hände" abgeben würde.
Nachfolgend eine Übersicht der Arbeiten die ich bereits übernommen habe:
Dach/Klappe schloss nicht richtig - erledigt
Dachfenster fehlte - provisorisches Dachfenster
Ein Vorderreifen platt - neuer Schlauch
BMX Hinterad mit nur 6 Ritzeln - Neues Hinterrad + neue 9-Gang Nabenschaltung
Schwache Leistung der hydraulischen Scheibenbremsen - Wechsel des Hydrauliköls (inzwischen leider wieder selbes Problem)
Fehlender Motor/Batterie/Steuerung - Teilweiser Test der Elektronik und Einbau 720-Watt Getriebemotor (in Arbeit)
Details folgen.
cucciolotto
24.07.2009, 19:47
Eine der ersten Arbeiten war die Haube neu aufzuhängen, so dass sie möglichst nahtlos schließt. Die Haube musste weiter vor und weiter runter. Dies gestaltete sich aber schwieriger als zuerst gedacht.
Da die hinter der vorderen Abtrennwand verbauten Lüfter und die Befestigungen des Drehgelenkes sowieso schlecht zugänglich waren, entschloss ich mich einen weiteren Ausschnitt zu öffnen, ähnlich wie auf Fotos von manchen anderen Aeroridern zu sehen. Das dadurch gewonnene Material sollte hinter den Stellen der Abtrennwand, an denen das Gelenk befestigt ist, dafür sorgen, dass die Haube ingesamt weiter nach vorne rückt. Damit keine weiteren Positionänderungen durch Materialermüdung auftreten, wurden die ursprünglichen Bohrungen vergrößert und Stützröhrchen aus Aluminium in der Länge der doppelten Stärke der Trennwand eingesetzt. Mit neuen, längeren Schrauben wurden die Aufhängungen dann wieder befestigt.
Doch damit nicht genug. Die Haube war nun in etwa in der richtigen horizontalen Position, jedoch noch nicht auf der richtigen Höhe. Da das Gelenk weiteren Spielraum nach unten gehabt hätte, ein weiteres Absenken des vorderen Teils der Haube aber dadurch verhindert wurde, dass der hintere Teil bereits auflag, musste zusätzlich zur Position der Befestigung der Winkel verändert werden. Den Neigungswinkel der Abtrennwand, an der die Gelenke befestigt sind, zu verändern wäre zu aufwändig gewesen, daher wurde zwischen Haube und Gelenk ein mit Bohrungen versehener Keil aus Holz eingesetzt, das Ganze wieder verschraubt und dann verspachtelt.
Fertig! ;)
Vorher:
http://www.pedelecforum.de/forum/imgcache/1332.pnghttp://www.pedelecforum.de/forum/imgcache/1333.png
Nachher:
http://www.pedelecforum.de/forum/imgcache/1334.pnghttp://www.pedelecforum.de/forum/imgcache/1335.png
Notiz: Die Befestigung des Scheibenwischermotors muss jetzt natürlich auch noch im Winkel verändert werden, damit die Antriebswelle wieder durch die Bohrung in der Windschutzscheibe passt.
cucciolotto
24.07.2009, 20:07
Zum Dachfenster, welches fehlte, gibt es nicht viel zu sagen. Eine provisorische Version wurde von mir aus Meterware aus dem Baumarkt zurechtgeschnitten und mit Bohrungen für die Befestigungen versehen. Eine bessere Version aus stärkerem Material, das z.B. durch Wärmeeinwirkung in Form gebracht wird (wegen der leichten Krümmung) oder eine Version mit Aluminiumeinfassung ist denkbar. Herstellerseitig (Bart) ist leider nur noch ein mit einem Riss versehenes Ersatzfenster zu haben.
http://www.pedelecforum.de/forum/150720091291_tn.jpg
cucciolotto
24.07.2009, 20:52
Dem Aerorider habe ich außerdem eine neue Gangschaltung sowie ein neues Hinterrad spendiert. Da für die Motorisierung ein Getriebemotor angedacht war, welcher die Gangschaltung mitbenutzen und so in jedem Gang mit der optimalen Drehzahl laufen kann, und weil der Aerorider nur ein vorderes Kettenblatt besitzt, hielt ich eine Nabenschaltung mit einem möglichst großen Übersetzungsumfang und einer gleichmäßigen Gangabstufung für sinnvoll. Die Gangschaltung ist somit gleichzeitig gut gegen Witterungseinflüsse geschützt und man muss nur einen Schalthebel bzw. Drehgriff zum Schalten betätigen.
Die Referenz wäre hier natürlich die Rohloff Speedhub gewesen, aber mir ersteinmal eine Nummer zu groß. Die SRAM i-motion 9 mit 9 Gängen, einer ebenfalls gleichmäßigen Gangabstufung und größerem Übersetzungsumfang als die Nexus/Alfine 8-Gang kommt der Rohloff aber imho am nähesten.
Die (neue) Nabe wurde in eine neue 20" Felge eingespeicht, der Mantel ist von einem KMX-Trike. Lustigerweise war in dem alten BMX-Hinterrad ein 26 oder 28" Zoll Schlauch - habe leider kein Foto davon.:D
Eine kleine human-powered Testfahrt: die Gangschaltung funktioniert!
cucciolotto
24.07.2009, 23:16
Meine vorerst letzte Arbeit am Aerorider ist der Einbau eines neuen Getriebemotors wie von VeloMobilWerk (http://www.velomobilwerk.de)verkauft und verbaut, jedoch mit 720 Watt (30 A, 24 Volt). Der Motor hat einen doppelten Freilauf und eine feste Untersetzung, welche auf ein 20" Rad abgestimmt ist. So kann er die Gangschaltung mitbenutzen und immer im optimalen Drehzahlbereich laufen. In den Kettenstrang zwischen dem Zwischengetriebe des Aeroriders und dem Motor muss noch ein Kettenspanner. Ich kann mir momentan und in nächster Zeit keinen Antriebsakku leisten, deshalb würde ich den Aerorider auch in gute Hände abgeben, faires Angebot vorausgesetzt. Verkauf =>
(http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?p=32909#post32909)
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