Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : E-Bikebau: Hilfe bei Motor, Steuerung etc. Auswahl erbeten
Servus werte Elektrifizierten ;) ,
kurze Vorstellung meinerseits. Bin 40 Jahre alt, Vater von zwei Kindern und verwende das Bike gerne für den Weg in die Arbeit nach Wien (rund 25km).
Bis vor 2 Jahren versuchte ich den täglichen Weg mit dem Rad zurückzulegen, bei einer Tour-Retour Strecke von 50km war ich abends aber regelmässig früh im Traumland.
Da ich künftig keinen Parkplatz mehr für meinen Smart bekomme, will ich auf ein E-Bike umsatteln bzw. mein vorhandenes Merida Speedster T5 mit Motor nachrüsten.
Nach verschiedenen Recherchen (Juristen, österreichischer Autofahrerclub) ist es in Österreich möglich mit einem E-Bike mehr als 25 km/h zu fahren ohne, dass dafür ein Versicherungskennzeichen notwendig ist. Auch wenn ich mir hier noch nicht gaanz sicher bin, möchte ich den Nachrüstsatz auf höhe Geschwindigkeit auslegen, weil rund 80% meiner Strecke Land-Radwege darstellen.
Ins Auge gefasst habe ich einen Nine-Continent 36V/250 Motor, Steuergerät und einen chin. Lifepo Akku, je nachdem welchen ich günstig ersteigern kann.
Nach dem Studium des englischen und amerikanischen Forums schließe ich, dass die Herrschaften in diesen Ländern ihre 36 Volt Motoren mit dem entsprechenden Steuergerät auf höheren Spannungen laufen lassen, daher die Frage:
Macht es Sinn einen 36 Volt Motor zu "übertakten" also mit 48 Volt anzusteuern um auf eine höhere Endgeschwindigkeit (rund 40km/h in der Ebene) zu kommen, oder dann gleich einen 48 Volt Motor?
Meine Absicht ist es zumindest eine Strecke, also 25km wenn möglich relativ rasch und unverschwitzt in die Arbeit zu gelangen. Den Retourweg würde ich dann auch selbst treten.
Schönen Gruß
Michael
Christian
28.08.2008, 18:46
Hallo Michael,
Nach verschiedenen Recherchen (Juristen, österreichischer Autofahrerclub) ist es in Österreich möglich mit einem E-Bike mehr als 25 km/h zu fahren ohne, dass dafür ein Versicherungskennzeichen notwendig ist. Auch wenn ich mir hier noch nicht gaanz sicher bin, möchte ich den Nachrüstsatz auf höhe Geschwindigkeit auslegen, weil rund 80% meiner Strecke Land-Radwege darstellen.
Mit Unterstützung mehr als 25 km/h fahren? Das ist hier in D nur mit typgeprüften bzw. einzeln abgenommenen Fahrzeugen möglich und daher für Privatpersonen nahezu unerreichbar (Kosten). Es wäre sehr interessant, wenn Du zu gegebener Zeit mehr dazu erzählen könntest.
Ins Auge gefasst habe ich einen Nine-Continent 36V/250 Motor, Steuergerät und einen chin. Lifepo Akku, je nachdem welchen ich günstig ersteigern kann.
Die Motorwahl ist vernünftig, insbesondere wenn Du ihn in ein 26"/28"-Laufrad einbauen willst. Eine Geschwindigkeit von 28 / 20 x 25 km/h = 35 km/h würdest Du sogar erreichen, ohne den Nenndrehzahlbereich des Motors zu verlassen. Selbst 45 km/h halte ich ohne weiteres für machbar, dann halt bei 48 statt 36 V.
Zum Ersteigern von chinesischen LiFePO-Akkus gibt's Alternativen, einige davon wurden auch schon hier im Forum berichtet.
Nach dem Studium des englischen und amerikanischen Forums schließe ich, dass die Herrschaften in diesen Ländern ihre 36 Volt Motoren mit dem entsprechenden Steuergerät auf höheren Spannungen laufen lassen, daher die Frage:
Macht es Sinn einen 36 Volt Motor zu "übertakten" also mit 48 Volt anzusteuern um auf eine höhere Endgeschwindigkeit (rund 40km/h in der Ebene) zu kommen, oder dann gleich einen 48 Volt Motor?
Ja, es macht Sinn (s.o.). Achte auf die Erwärmung des Motors oder entscheide Dich für einen Controller, der die 17 A des Standardcontrollers nicht überschreitet, dann wirst Du kaum Probleme bekommen.
Meine Absicht ist es zumindest eine Strecke, also 25km wenn möglich relativ rasch und unverschwitzt in die Arbeit zu gelangen. Den Retourweg würde ich dann auch selbst treten.
Du wirst etwa zehn Kilo zusätzlich mit Dir herumschleppen. Ich zumindest würde daher für den Heimweg zwischenladen wollen - oder gleich einen etwas größeren Akku wählen.
Viel Erfolg und viel Spaß beim Umrüsten.
Gruß,
Christian
Kraeuterbutter
28.08.2008, 18:59
wenns nicht zu bergig ist und wirklich nur die erste etappe(25km) mit motor gefahren werden soll, gehts wohl auch schon mit nur 5-6kg :-)
servus christian,
danke für die info. zunächst:
die information bezüglich gesetzeslücke hier in österreich stammt von meinem freund und nachbarn, mit dem ich die interessen teile. er kommt von der trike-fraktion und hat sich bezüglich der gesetzeslage schlau gemacht und auch mit einem juristen beim öamtc gesprochen. dieser hat ihm bestätigt, dass es hier eine lücke im nationalen gesetz gibt.
bei meinem urlaub in deutschland hab ich einen kerl mit einem rex-bike getroffen, der eine frisierte version gefahren ist und meinte, dass wir hier in österreich es ja besser hätten, weil wir über 250 watt motoren fahren dürften. also gab es unabhängig von meinem nachbarn durch diesen rex-fahrer eine bestätigung. ich werde den sachverhalt nochmals erfragen und hier dazu einen neuen thread eröffnen. soweit zum offtopic.
der motor würde in ein 28" vorderrad eingebaut werden, das bike selbst hat etwa 12 kg, fahrer 80kg, ich versuche nicht über 105kg gesamt zu kommen.
zum controller: die china-teile die von ecrazyman durch sofort-kauf angeboten werden scheinen mir fast schon zu günstig, gibt es hier schon erfahrungen was die qualität angeht? interessant ist freilich, wie gut die leistungstransistoren gekühlt werden. sollte es hier noch keine erfahrungen mit china-steuergeräten geben, werde ich mir eines besorgen, aufschrauben und die qualität prüfen. ein wide-range controller wäre zum experimentieren freilich auch interessant (36-72volt z.b.)
akku: bei verwendung des e-bike als transportmittel zur arbeit wäre natürlich auch die möglichkeit die kapazität zu splitten und jeweils einen akku in der arbeit zu laden und einen zu hause. das verteuert freilich die angelegenheit um einen zweiten akku, gewährleistet aber eine gewisse zeitliche unabhängigkeit vom ladevorgang. ist bekannt, ob die chin. lifepo´s inkl. ladegerät durch das BMS vor überladung geschützt sind? wenn dies akkutypisch ohnehin nicht möglich ist, ziehe ich die frage freilich zurück - in bezug auf diese akkus bin ich noch nicht so firm ;)
greez
michael
Christian
28.08.2008, 19:27
wenns nicht zu bergig ist und wirklich nur die erste etappe(25km) mit motor gefahren werden soll, gehts wohl auch schon mit nur 5-6kg :-)
Aber nicht mit dem Nine Continent ... das bringt der doch schon nackt auf die Waage. :D
Und der Standard-Controller des Bafang zickt doch wegen des Getriebes bei sehr hohen Drehzahlen ... oder hast Du das schon ausgelotet?
Gruß,
Christian
Christian
28.08.2008, 20:08
zum controller: die china-teile die von ecrazyman durch sofort-kauf angeboten werden scheinen mir fast schon zu günstig, gibt es hier schon erfahrungen was die qualität angeht?
Der Verkäufer hat in den amerikanischen Foren eine recht gute Reputation. In Anbetracht der Tatsache, dass sowieso ein Großteil der Ebike/Pedelec-Controller aus China stammen, kann man da nicht wirklich viel verkehrt machen.
interessant ist freilich, wie gut die leistungstransistoren gekühlt werden.
Die Dinger werden heiß, Forumsmitglied Kraeuterbutter hat da bereits Erfahrungen gesammelt. Was soll's ... sie funktionieren - und preiswerte Alternativen gibt's meiner Meinung nach nicht. Wenn Du Spaß am Basteln hast, dann kannst Du ja mal die MOSFETs tauschen oder die Kühlung verbessern, das dürfte durchaus machbar sein.
akku: bei verwendung des e-bike als transportmittel zur arbeit wäre natürlich auch die möglichkeit die kapazität zu splitten und jeweils einen akku in der arbeit zu laden und einen zu hause. das verteuert freilich die angelegenheit um einen zweiten akku, gewährleistet aber eine gewisse zeitliche unabhängigkeit vom ladevorgang.
Hmmh, arbeitest Du nur so kurz, dass ein Akku (der für eine Strecke bemessen ist und dann während der Arbeit wieder geladen wird) nicht ausreicht? :D
ist bekannt, ob die chin. lifepo´s inkl. ladegerät durch das BMS vor überladung geschützt sind? wenn dies akkutypisch ohnehin nicht möglich ist, ziehe ich die frage freilich zurück - in bezug auf diese akkus bin ich noch nicht so firm ;)
So sollte es eigentlich sein. Es gibt hier Nutzer, die diese Frage aus eigener Erfahrung beantworten können.
Gruß,
Christian
schuhmax
28.08.2008, 21:09
Aber nicht mit dem Nine Continent ... das bringt der doch schon nackt auf die Waage. :D
Motor: Nine Continent
Mehr Informationen zu nine continent (http://www.inexess.com/pwiki/doku.php?id=mobil:nine_continent)
file:///C:/DOKUME%7E1/didi/LOKALE%7E1/Temp/msohtml1/01/clip_image001.gif (http://www.inexess.com/pwiki/lib/exe/detail.php?id=mobil%3Abike-e-motor&cache=cache&media=wiki:nine_continents_pancake.jpg)Type: Radnabenmotor (Brushless, Direkt ohne Getriebe)
Firma: Wenling City nine continent Motor Manufacture Co., Ltd.
Web: http://www.cnjzdj.com/en_product.asp
Info: Motor ist mit 5.4kg recht schwer, im Ebay um ca. 250€ zu erstehen, in Forums wird dieser Motor als nicht mehr ganz Zeitgemäß betrachtet wegen dem recht hohen Gewicht.
Verwendet von:
Diverse Anbieter im Ebay mit günstigen Umbausätzen unter verschiedenen Namen
JZ-RH154 =
JZ-RH205 = superphantom = GL2 = pancake
JZ-FH154 = phantom = GL1
JZ-BD.. = B1 (mit bürsten)
Wegen des gewichts würde ich zu alternativen greifen.
Schuhmax
Ich fahre den nine cont. nunmehr seit vielen Kilometern. Alles mit 36V controller aber mit 48 V Akku.
Das Bike ist "entdrosselt", d.h. die Brücke habe ich ausgesteckt. Wenn ich den Poti am Hall Sensor voll aufdrehe geht es ohne Mittreten auf ca. 48 km/h, verbraucht dann aber auch entsprechend viel.
Mittlerweile habe ich mit etwas experimentieren den Poti so eingestellt, dass ich Unterstützung bis ca. 28 km/h habe.
Der Verbrauch auf meiner Hausstrecke ( 24km), hügelig und 100 Höhenmeter rauf und runter beträgt dabei ca. 4 Ah, ich trete dabei gut mit, alledings ohne mich dabei groß anzustrengen. Am Berg gebe ich mit dem Gasgriff leicht dazu, so ca. 400 Watt. Durchschnittsgeschwindigkeit immer so ca. 25 Km/h.
Das ginge alles noch deutlich schneller, aber für mich ist´s ok. Vielleicht hilfts dir ja weiter.
Kraeuterbutter
28.08.2008, 21:28
@Christian: ok, wenns denn dieser 9-continent-Motor sein muss, dann wirds vielleicht schwerer ;)
ich hab halt einfach meinen Motor (Bafang) hergenommen:
3,5kg der Motor + 2,2kg Akku (36V, 7800mah bei mir)
plus Gasgriff, Kabel und Regler.. kommen wir auf ca. 6kg
bei mir:
36V und 7800mah ->
wenn man 35km/h fährt braucht man für 25km ca. 45min
45min lang stellt der Akku 370Watt zur Verfügung
370Watt bei 35km/h verspricht hohen Motorwirkungsgrad, also 80%
370Watt * 0,8 + 100Watt (gemütliche "nichtschwitz" Eigenleistung) = 400Watt am Radl
also für eine Strecke reicht das locker... (sofern man nicht 25km weit nur bergauf fährt mit 40% Motorwirkungsgrad ;) )
auf einer Strecke wirst den Akku wahrscheinlich gar nicht leer kriegen
naja, wiedermal eine an den Haaren herbeigezogene Rechnung :)
------------
zur Erwärmung: die Fetts werden warm
die Wärmeableitung funktioniert aber recht gut finde ich, sonst würde ja das Alu-Gehäuse des Reglers nicht so warm werden
wenn der Regler im Fahrtwind ist (ich werd in meine Satteltasche ein Loch machen, damit ein Teil des Reglers unten rausschauen kann)
ist das sicher kein Problem
bis jetzt hatte ich keine Abschaltung oder dergleichen (falls es einen Übertemperaturschutz überhaupt gibt ?!?)
-------------
Regler - Kommutierungsprobleme bei hohen Geschwindigkeiten:
also mit dem Regler von special-Bikes hatte ich bis jetzt noch keine solche Erfahrung
mit meinen 43Volt-akkus krieg ich auch noch bei über 40km/h ne Unterstützung vom Motor, auch da gabs noch keine Abschalter, Stottern oder dergleichen
also Kommutierungsprobleme konnte ich keine Feststellen
--------------
zum Akkuladen, rein was technisch möglich ist:
ein Fepo4-Akku ist schnell ladbar
die A123 Fepo4-M1 2300er-Zellen von A123-systems lade ich seit 2 Jahren mit 3,5C (Ladezeit: 20min) und die sind noch praktisch wie neu
Fliegerkollegen von mir ballern sogar mit 16A in die 2,3Ah-Stunden-Zelle rein, machen den Akku so in ca. 10min wieder voll
auch hier sind wir schon bei über 200 Zyklen und es funktioniert
im ebike mit 8Ah oder 10Ah Kapazität wirds etwas schwierig diese hohen Ladeströme bereitzustellen
allerdings brauchst du ja auch keine Ladezeit von nur 10min, oder ?
sprich: ein Ladegerät mit 5A Ladestrom macht dir den 10Ah-Akku in 2 - 2,5Stunden wieder voll
das sollte doch reichen
Akku ist also nicht das problem, eher das Ladegerät
(2 Ladegeräte (1 zuhause, 1 in der Firma -> vielleicht zu teuer)
1 Ladegerät das immer mitgenommen wird -> vielleicht zu schwer)
--------------------
Kraeuterbutter
28.08.2008, 21:33
noch ein Erfahrungswert aus meiner "in-die-Arbeit-Fahr"-Praxis dieses Sommer:
hin-und-zurück in Summe:
58-60km (jeh nachdem ob Fahrradweg benutzt oder nicht)
dabei 600hm zu überwinden
das bin ich gefahren mit 36V bzw. 43V Akku mit in Summe ~7Ah
Motor zu 70% nur am Berg benutzt
in der Ebene praktisch nur mit Eigenleistung
Durschnittsgeschwindigkeit auf die 60km: jeh nach Tagesverfassung um die 28km/h rum
danach aber immer Dusche nötig gehabt
Kraeuterbutter
28.08.2008, 21:35
@Lentas:
der motor würde in ein 28" vorderrad eingebaut werden, das bike selbst hat etwa 12 kg, fahrer 80kg
klingt nach einem Alu-Rad mit Alu(Feder)-Gabel ?!?
VORSICHT !
bei starken Motoren kanns bei Alu bis hin zum Bruch der Gabel kommen !!!
zunächst: herzlichen dank an alle beteiligten hier im thread. eure erfahrungen und meinungen sind sehr wertvoll für die komponentenwahl und überlegungen.
ich werde euch beim wachsen meines "babys" natürlich teilhaben lassen, auch wenn es noch etwas dauern wird.
die elektronikkenntnisse sind jedenfalls vorhanden @christian, der wille hier die controller mal unter die lupe zu nehmen ebenfalls.
@kraeuterbutter: ja es ist ein alurad, aber mit starrer gabel. bislang sind "asphaltschneider" draufgeschnallt, im winter bei schnee und eis waren es schon mal für eine saison nokian hakapelitta spikereifen... für die e-bike version werde ich breitere schwalbe plust atb´s wählen. aber danke für den hinweis bezüglich gabelstabilität.
nächtlichen gruss
lentas
Kraeuterbutter
29.08.2008, 00:57
ja, schau auf jedenfall, dass du einen guten "Drehmoment"-Hebel hast,
also das Drehmoment nicht nur über die Ausfallsenden aufgefangen wird..
da dürfte keine Alu-Gabel - egal ob gefedert oder nicht - halten..
geben ja sogar Stahlgabel nach
Hallo Michael
Falls Du den ecrazyman 72V Controller für niedrigere Spannungen umbauen willst, findest Du alle nötigen Angaben hier:
www.endless-sphere.com/forums/viewtopic.php?f=2&t=4282&sid=0ed0a6f4e2799e1afc93fe0bfa022549
Gruß
Horst
servus @all,
kräuterbutter, hab vielen dank für den hinweis. ich werde beim umrüsten auf die gabel achten.
horstG, das ist natürlich eine schöne "mod" die hier veranstaltet wird, ganz nach meinem geschmack ;) auch dir ein dankeschön für den tipp. schön langsam wird die "internet-bibliothek" herbstfüllend, das ist schon gut so.
schönen gruß
michael
Powered by vBulletin® Version 4.1.4 Copyright ©2012 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.