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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Antikes 28er Trekkingrad mit elfkw-HR und 36V/10Ah "pinggepimpt"



vollko
02.07.2009, 13:32
Liebe Forumsteilnehmer,


nachdem ich mein Fahrrad mit Eurer Hilfe erfolgreich umgerüstet habe, möchte ich Euch das Resultat nicht vorenthalten.
Ausgangsbasis war mein altes 28er Trekkingfahrrad von Anno 1995. Warum dies noch? Weil´s einfach MEIN Fahrrad ist und einen stabilen, leichten 62er Alurahmen findet man auch heute nicht an jeder Ecke.

Weil ich es weiterhin als ganz normales Fahrrad nutzen will, sollte ein Motor mit Freilauf her. Den Nabendynamo im Vorderrad wollte ich auch behalten.
Also Hinterradantrieb, fertig eingespeicht, damit ich mich nicht auch noch damit befassen muss.

Bis vor kurzem kam da ja nur der Bafang in Frage, den man aus Ö. beziehen kann.
Zum Glück gibt es mittlerweile Alternativen zu diesem Angebot :D
Zum Einsatz kommt nun ein elfkw-Hinterradmotor mit 6-Fach Schraubkranz, Getriebe+Freilauf.
Dem anderen Händler, der ebenfalls in Ö. sitzt, würde ich noch so manches mehr abkaufen - der Service und eine Lieferzeit von 7 Tagen nach D sind einfach spitze!

Trennen musste ich mich von meiner schönen alten LX Mimik :-( , aber der bisherige 8-fach Kranz war für die hintere Aufnahme zu breit.

Die alten Cantilever-Bremsen habe ich bei der Gelegenheit gegen V-Brakes getauscht. Die funktionieren auch mit den umstrittenen mitgelieferten Bremsgriffen viel besser als die Cantilever-Teile zuvor, da helfen die schönsten Griffe nichts :cool:

Controller und Stecker sitzen halbwegs regensicher unter einem simplen MTB-Sattelstützengepäckträger (9,90 Euro, 10 Kilo Tragkraft), der Akku mit Schaumstoff gepolstert in der Fototasche obendrauf. Alles nicht ganz so, wie bei einem fertigen Edelgerät aus dem Laden, aber genau das gefällt mir daran :)

Den 36V 10AH Lifepo4 habe ich bei Ping gekauft, was nicht problemlos war, weil er trotz Tracking Nr. auf der Reise von China seiner eigenen Wege ging und nicht mehr gesehen ward.. Ping schickte einen Zweiten, und der kam nach insgesamt sechs Wochen endlich an.

Nun bin ich ziemlich geplättet, wie die alte Möhre abgeht...

Im Gegensatz zu manch Anderem hier war ich noch nie der Schnell-Strampler... mein Reisetempo lag stets bei gepflegten 18 Km/h, bergab auch mal 24...

Nun läuft das Fahrrad auf der Geraden knapp 30, und zwar ohne Mittreten. Gibt man „Vollgas“ ist ein Anzug deutlich spürbar. Längere Steigungen, die mich vorher gekillt haben, rausche ich nun schmerzlos strampelnd mit 25 Sachen hinauf.

Der Motor ist bei 30 nahezu unhörbar, unter Last schon (brummen), aber nicht auffällig oder störend. Der Freilauf ist „vollständig“. Werfe ich das Rad mit Schmackes an, läuft es 20 Sekunden lang weiter.

Fazit: Ich bin begeistert. Die Performance reicht absolut aus. 40 will ich damit nicht fahren, es ist und bleibt ein (ziemlich hohes) Fahrrad.
Ich werde in den wärmeren Monaten (Tagen:p?) so oft wie möglich damit zur Arbeit fahren (2x17KM/Tag).

Also vielen Dank an die Cracks hier! Ihr seid wohl sowas wie eine Speerspitze..

Viele Grüße, Vollko

vollko
14.07.2009, 10:49
Kleiner Nachtrag nach 350 Kilometern: Die Bundesdrogenbeauftragte warnt: Pedelecfahren macht süchtig :rolleyes: .. und das mir, als ex-Motorradfreak...

Martinkos Motor und Technik funktionieren fehlerlos, die Feinfühligkeit des Daumengasreglers ist begeisternd. Unter Last klingt das Rad wie unsere S-Bahn, wenn sie anfährt :), das Geräusch kommt allerdings aus dem Bereich des dicken Alurahmens, nicht aus dem Motor selbst.

Zur "Schraubkranzproblematik" an der Hinterachse:
Ich kann mich über die Schaltbarkeit und die Freilaufeigenschaften meines (billigen) 6er Shimano Kranzes nicht beklagen.
Beim sportlichen Einsatz mag es da Probleme geben, beim normalen Fahren sehe ich keine.

Die nun 18 statt vorher 24 Gänge reichen mir auch vollkommen aus.
Bei "Vollgas" (28 Km/h) kann ich noch gut mittreten und so ca. 33 Km/h erreichen. Für mehr Tempo ist die Übersetzung dann aber zu kurz.

Den PAS habe ich montiert, aber noch nicht angeschlossen. Er würde nicht zu meinem Fahrstil passen - einige KM ganz ohne Unterstützung treten, dann den Motor auch mal alleine ´ran lassen :cool:... zusammen arbeiten wir eigentlich nur, wenn es steil wird. So habe ich den Akku (36V10AH) nach nun max. 45 Km Strecken bislang nicht leer gefahren.

Die frickeligen Gepäckspanner habe ich durch zwei stabile Gummi-Spannbänder ersetzt, nun wackelt nichts mehr auf dem Gepäckträger herum. So kann ich den Akku in Sekunden vom Bike abnehmen, was beim Fahren in Berlin unverzichtbar ist.

Also alles bestens? Fast. Mein Arbeitsweg führt über Kopfsteinpflaster, Schotterpisten, entlang stillgelegter Bahnstrecken, durch Kleingartenkolonien, etc. etc. - nur glattgeteerte Radwege sind kaum dabei :(

Schnell zeigte sich: Auf meinem steifen Alurad ist das auf Dauer eine Tortur für Fahrer und Technik...

Da läuft mir beim Surfen doch ein vollgefedertes 28er Crossrad über das Display... eine nahezu ausgestorbene Art, steht eigentlich nur noch in Baumärkten herum... dieses staubte seit 2005 im Lager eines Händlers vor sich hin. Kein Spitzenteil, aber auch kein Billigschrott. Ungefahren, für 30% des ehemaligen Neupreises, was soll man da schon machen ..:cool:

Geht das jetzt eigentlich immer weiter so? :confused:

Grüße, V.

vollko
16.07.2009, 14:04
Vor drei Tagen gekauft, vorgestern umgebaut, gestern der Test (wieso schaut mich meine Freundin eigentlich so komisch an zur Zeit :rolleyes:):

Mit "Full Suspension" bin ich auf meiner Referenzstrecke (Arbeitsweg) zehn Minuten schneller - wenn ich will :cool:. Also 40 statt 50 Min. für ca. 17 Km, Beschaffenheit siehe Vorpost.

Wichtiger: Kopfsteinpflaster, durch Baumwurzeln aufgebrochene Radwege etc, das ständige Gerüttel, das den Akku (und mich) in Wallung brachten und teilweise auf Schrittgeschwindigkeit eingebremst haben, bügelt das Rad einfach weg.

Ich weiß jetzt aber auch, warum sich diese Federung bei schnelleren 28er Rädern nicht durchgesetzt hat: Beim kräftigen Treten federt das Hinterrad ein und eliminiert einen Teil der aufgewendeten Energie ... also quasi der ideale Kandidat für eine Elektrifizierung :rolleyes:.

So groß kann der Verlust aber auch nicht sein - weil das Rad niedriger ist als mein Trekking (RH 58 statt 62 cm), und man gebeugter darauf sitzt, erreiche ich nun für einige Sekunden 35 Km/ durch Mitreten :o (vorher etwas über 30). Der Motor alleine schafft weiterhin 28 Km/h.
Dem elfkw steht jetzt nur noch die Schwinge als Resonanzkörper zur verfügung - er ist noch leiser, oft nahezu unhörbar.

Die 9-fach Kette läuft übrigens absolut geräuschlos über den hinteren 6-fach Kranz, die Schaltbarkeit ist (mit 6-Fach Umschalthebel natürlich)
einwandfrei, selbst unter Last!

Technik und Umbauart habe ich komplett vom Trekkingrad übernommen Controller unter billigem MTB-Gepäckträger, Akku obendrauf -
diese fällt da oben weniger ins Gewicht, als es scheint- er wiegt 3,7 Kilo, das Meiste in der Tasche ist Schaumstoff.

Schutzbleche und Licht mussten auch noch dran (habe neulich irgendwo gelesen, es gäbe Leute, die wollen keine Schutzbleche - das müssen vielleicht freaks sein... :p)
und - voilà.

Sieht schon irgendwie technisch aus, die Mühle .. ganz anders, als mein betuliches altes Trekkingrad..
Von hinten gefällt es mir am besten. Die meisten Radfahrer sehen das (hoffentlich) genauso :D

Nochmals vielen Dank an Alle hier für die vielen wertvollen Tipps!

Das Fahren macht dermaßen viel Spaß - kein (schwerer) Helm, keine Lederkombi, kein Krach...trotzdem diese unglaubliche Leichtigkeit (des Seins...) - wem sag´ich das.

Viele Grüße, V.