smbond
12.08.2008, 15:33
Hallo,
vor rund zwei Monaten habe ich mir gebrauchtes Pedelec (ca. 8 Jahre alt)
der Marke Piaggio Albatros zugelegt. Wie zu erwarten war waren
die 36V 6AH Original-Bleibatterien defekt. Nach einigen Recherchen
über die heute verfügbaren Akku-Technologien entschied ich
mich für LiFePo4-Batterien, da diese sehr robust gegen Über- und
Unterladung sein sollen und bis zu 2000 Ladezyklen überstehen.
Schliesslich fand ich auch Batterien dieses Typs, die in das alte
Akku-Gehäuse passten (siehe Bild Akkublock.jpg). Weiterer Vorteil:
Statt bisher 6AH passten durch die höhere Energiedichte
jetzt 10AH in das Gehäuse. Nachteil gegenüber den Bleibatterien
war natürlich der hohe Preis: für einen 12-Zellen Akkublock
(10AH, 36V) bezahlte ich bei der Firma Lipopower
(www.lipopower.de, sehr nette und kompetente Beratung auch
nach dem Kauf) 336 Euro, für ein passendes Balancer-Ladegerät
(2A) nocheinmal 138 Euro. Letzteres ist sicherlich ein Schnäppchen,
denn ein Ladegerät für 12 LiFePo4-Zellen, welches gleichzeitig
noch balanciert, konnte ich nirgentwo im Internet zu auch
nur annähernd vergleichbarem Preis finden. Aber auch der
Preis für die 12 LiFePo4-Zellen (LINANO, 10AH, quaderform)
ist ok.
Nachdem sich der Einbau nicht sonderlich schwer gestaltete hatte ich
nun gut einen Monat Zeit, das Fahrrad mit den Batterien zu testen
Während der Testphase hatte ich mir zusätzlich zwischen
Batterie und Leistungselektronik des Pedelecs ein
Wattmeter installiert, welches die abgegebenen AH,
die Spannung, die Stromstärke und die aktuelle Leistung
(Watt) misst. Zusätzlich hatte ich vor dem Einbau
bei 2 Testlade- und Entladezyklen mit Hilfe von 3 H4-Autolampen
(ergibt 3 mal 60 Watt, also 180 Watt, bei 36 Volt ca
5A Entladestrom) die schwächste Zelle identifiziert und
überwache diese mittels eines kleinen LCD-Spannungsmessers,
welchen ich mir an den Lenker gebaut habe.
Mein Resumee lautet: Ich bin total begeistert.
Die Batterien halten bei ca. 20 Grad Aussentemperatur
wirklich mindestens 10AH durch und das Balancerladegerät
gleicht wirklich nach jeder Entladung den Ladezustand aller
Einzelzellen auf ein gemeinsames Niveau (z.B. wird das
oben erwähnte LCD-Voltmeter durch 4 Zellen des
Akkublocks betrieben. Wenn man dann nach einigen
Tagen den vollen Akkblock an das Ladegerät hängt werden
genau diese vier Zellen erkannt und einige Minuten nachgeladen).
Übrigens hat sich der Akkublock auch bei höherer Belastung
von ca. 15 A (ca. 550 Watt) nicht spürbar erwärmt, wohl aber
mein Motor, dessen Temperatursicherung dann einschaltete.
Ich habe auch ein Entladediagramm als PDF beigefügt. Dieses
spiegelt den Stand der Batterien nach ungefähr 20 kompletten
Lade-/Entladezyklen wieder. Dabei habe ich zweimal die Werte
während einer Testfahrt mit meinem Pedelec ermittelt und
gemittelt. Hierbei traten häufig Entladestöme von bis zu
20A beim Anfahren und Steigungen auf, wenn das Pedelec
dann auf ebener Strecke in Fahrt war wurden nur noch
ca. 4 A oder weniger benötigt. Mit Hilfe der Bremsen erzeugte ich dann
für die Messpunkte jeweils einen Entladestrom von ca.
10A. Die Entladekurve für 5 A wurde mit Hilfe von
3 H4-Autolamen erzeugt, wobei der Entladestrom am
Anfang etwas höher war (5,2A) und mit zunehmender
Entladung bis auf 4,6A am Ende absank (I=U/R). Den
Großteil der Messung lag dieser Wert aber bei fast exakt
5A. Die Kurven "mit Last 5A" und "mit Last 10A" geben
diese Messungen wieder. Nach jedem Messpunkt habe
ich dann für eine Minute die Entladung gestoppt und
nocheinmal festgehalten, wie weit sich die Spannung dann
wieder erholt (siehe zwei Spannungskurven "ohne Last").
Ausserdem habe ich neben der Gesamtspannung des
Akkublocks (entsprechend obiger Beschreibung) noch
die Einzelspannung der schwächsten Zelle festgehalten
und wegen der Vergleichbarkeit und Skalierung der
Kurven mit 12 multiplitzert. Auch hierfür ergeben sich
dann 4 weitere Kurven (mit und ohne Last je 5 und 10 A).
Wenn ich Zeit habe werde ich die Messung nächstes
Jahr noch einmal wiederholen.
Auch plane ich, in das 24V-Pedelec meiner Frau 16 Zellen des
gleichen Typs (LINANO, aber diesmal Rundform mit höherer
Energiedichte) einzubauen, dass ergibt dann einen 24V 20AH
Akkublock. Kann aber noch etwas dauern, da ich jetzt erstmal
für 4 Wochen in den Urlaub verschwinde und ich dann
schauen muss, ob die Zellen vorrätig sind oder ich mich
auf längere Lieferzeit einstellen muss. Werde meine Erfahrungen
dann hier nocheinmal vorbringen.
Ich hoffe, mit meiner Beschreibung einige Anregungen
gegeben zu haben.
Werner K.
vor rund zwei Monaten habe ich mir gebrauchtes Pedelec (ca. 8 Jahre alt)
der Marke Piaggio Albatros zugelegt. Wie zu erwarten war waren
die 36V 6AH Original-Bleibatterien defekt. Nach einigen Recherchen
über die heute verfügbaren Akku-Technologien entschied ich
mich für LiFePo4-Batterien, da diese sehr robust gegen Über- und
Unterladung sein sollen und bis zu 2000 Ladezyklen überstehen.
Schliesslich fand ich auch Batterien dieses Typs, die in das alte
Akku-Gehäuse passten (siehe Bild Akkublock.jpg). Weiterer Vorteil:
Statt bisher 6AH passten durch die höhere Energiedichte
jetzt 10AH in das Gehäuse. Nachteil gegenüber den Bleibatterien
war natürlich der hohe Preis: für einen 12-Zellen Akkublock
(10AH, 36V) bezahlte ich bei der Firma Lipopower
(www.lipopower.de, sehr nette und kompetente Beratung auch
nach dem Kauf) 336 Euro, für ein passendes Balancer-Ladegerät
(2A) nocheinmal 138 Euro. Letzteres ist sicherlich ein Schnäppchen,
denn ein Ladegerät für 12 LiFePo4-Zellen, welches gleichzeitig
noch balanciert, konnte ich nirgentwo im Internet zu auch
nur annähernd vergleichbarem Preis finden. Aber auch der
Preis für die 12 LiFePo4-Zellen (LINANO, 10AH, quaderform)
ist ok.
Nachdem sich der Einbau nicht sonderlich schwer gestaltete hatte ich
nun gut einen Monat Zeit, das Fahrrad mit den Batterien zu testen
Während der Testphase hatte ich mir zusätzlich zwischen
Batterie und Leistungselektronik des Pedelecs ein
Wattmeter installiert, welches die abgegebenen AH,
die Spannung, die Stromstärke und die aktuelle Leistung
(Watt) misst. Zusätzlich hatte ich vor dem Einbau
bei 2 Testlade- und Entladezyklen mit Hilfe von 3 H4-Autolampen
(ergibt 3 mal 60 Watt, also 180 Watt, bei 36 Volt ca
5A Entladestrom) die schwächste Zelle identifiziert und
überwache diese mittels eines kleinen LCD-Spannungsmessers,
welchen ich mir an den Lenker gebaut habe.
Mein Resumee lautet: Ich bin total begeistert.
Die Batterien halten bei ca. 20 Grad Aussentemperatur
wirklich mindestens 10AH durch und das Balancerladegerät
gleicht wirklich nach jeder Entladung den Ladezustand aller
Einzelzellen auf ein gemeinsames Niveau (z.B. wird das
oben erwähnte LCD-Voltmeter durch 4 Zellen des
Akkublocks betrieben. Wenn man dann nach einigen
Tagen den vollen Akkblock an das Ladegerät hängt werden
genau diese vier Zellen erkannt und einige Minuten nachgeladen).
Übrigens hat sich der Akkublock auch bei höherer Belastung
von ca. 15 A (ca. 550 Watt) nicht spürbar erwärmt, wohl aber
mein Motor, dessen Temperatursicherung dann einschaltete.
Ich habe auch ein Entladediagramm als PDF beigefügt. Dieses
spiegelt den Stand der Batterien nach ungefähr 20 kompletten
Lade-/Entladezyklen wieder. Dabei habe ich zweimal die Werte
während einer Testfahrt mit meinem Pedelec ermittelt und
gemittelt. Hierbei traten häufig Entladestöme von bis zu
20A beim Anfahren und Steigungen auf, wenn das Pedelec
dann auf ebener Strecke in Fahrt war wurden nur noch
ca. 4 A oder weniger benötigt. Mit Hilfe der Bremsen erzeugte ich dann
für die Messpunkte jeweils einen Entladestrom von ca.
10A. Die Entladekurve für 5 A wurde mit Hilfe von
3 H4-Autolamen erzeugt, wobei der Entladestrom am
Anfang etwas höher war (5,2A) und mit zunehmender
Entladung bis auf 4,6A am Ende absank (I=U/R). Den
Großteil der Messung lag dieser Wert aber bei fast exakt
5A. Die Kurven "mit Last 5A" und "mit Last 10A" geben
diese Messungen wieder. Nach jedem Messpunkt habe
ich dann für eine Minute die Entladung gestoppt und
nocheinmal festgehalten, wie weit sich die Spannung dann
wieder erholt (siehe zwei Spannungskurven "ohne Last").
Ausserdem habe ich neben der Gesamtspannung des
Akkublocks (entsprechend obiger Beschreibung) noch
die Einzelspannung der schwächsten Zelle festgehalten
und wegen der Vergleichbarkeit und Skalierung der
Kurven mit 12 multiplitzert. Auch hierfür ergeben sich
dann 4 weitere Kurven (mit und ohne Last je 5 und 10 A).
Wenn ich Zeit habe werde ich die Messung nächstes
Jahr noch einmal wiederholen.
Auch plane ich, in das 24V-Pedelec meiner Frau 16 Zellen des
gleichen Typs (LINANO, aber diesmal Rundform mit höherer
Energiedichte) einzubauen, dass ergibt dann einen 24V 20AH
Akkublock. Kann aber noch etwas dauern, da ich jetzt erstmal
für 4 Wochen in den Urlaub verschwinde und ich dann
schauen muss, ob die Zellen vorrätig sind oder ich mich
auf längere Lieferzeit einstellen muss. Werde meine Erfahrungen
dann hier nocheinmal vorbringen.
Ich hoffe, mit meiner Beschreibung einige Anregungen
gegeben zu haben.
Werner K.