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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Optimales Laden von LiIon Akkus



oskar97
26.06.2008, 07:15
Hi,
Ich mache mir immernoch Gedanken, welches "Ladeverhalten" in Bezug auf die Lebensdauer des BionX Akkus das optimale ist.
Ich fahre an manchen Tagen nur ca 10 bis 20 km, so das im Display
nur 1-3 "Balken" der Akkuanzeige fehlen (d.h. der Akku ist noch 2/3-3/4 voll). Soll ich dann den Akku trotzdem am Abned jedesmal laden oder ihn am nächsten Tag noch "leerer" fahren und erst dann laden?
Bionx gibt ca. 800 Vollladungen oder "über 1000" Teilladungen für den Akku an.
wenn ich ihn also täglich nach jeder Fahrt lade, was in einem amerikanischen Forum empfohlen wird um den chem. Stress im Akku zu minimieren, würde er 1000 + X Tage halten.
Wenn ich ihn nur alle 2 Tage lade, dann ca. 1600 Tage. Also sollte ich ihn nicht tgl. laden oder was? :confused:...Also, bitte bitte noch mal einen letzten Tipp von Euch Experten!

Vielen Dank
Oskar

http://www.velomobilforum.de/forum/imgcache/866.png (http://www.velomobilforum.de/forum/post_thanks.php?do=post_thanks_add&p=176282&securitytoken=1214456994-dd1451ed95f96aa161827b39517b799949e6b2c5)

peter n.
26.06.2008, 07:32
Hallo Oskar,

LiIo-Akkus im Allgemeinen:

Die Lebensdauer wird begrenzt durch
- Alter (auch ohne Gebrauch)
- Anzahl der Ladezyklen (auch eine kleine Teilladung zählt dann leider als volle Einheit)
- hohe Temperaturen
- zu tiefe Entladungen (Die mitgelieferte Elektronik sollte das verhindern)

Zum letzten Punkt:
Geräte, welche ganz besonders lange halten sollen (z.B. Rasierapparate) werden hier besonders schonend behandelt.
Wie sich das mit den klein zu haltenden Ladezyklen vereinbaren lässt weiß ich nicht. Vielleicht gibt es Unterschiede, ob man mit großen oder kleinen Strömen arbeitet?

Auf jeden Fall:
Für eine hohe Lebensdauer/Ausnutzung des Akkumaterials ist es sinnvoll, mit möglichst wenigen Ladungen auszukommen, also tunlichst NICHT nach jeder Nutzung wieder aufladen.

Peter

Werner
26.06.2008, 08:40
Weitere Frage an die Experten:
der BionX schaltet ja bei jedem Bremsen auf Laden, d. h. da muß ja auch jedes mal die ganze Chemie umschalten.
In wie weit beeinflußt dies die Lebensdauer?
Gruß Werner

labella-baron
26.06.2008, 08:42
Für eine hohe Lebensdauer/Ausnutzung des Akkumaterials ist es sinnvoll, mit möglichst wenigen Ladungen auszukommen, also tunlichst NICHT nach jeder Nutzung wieder aufladen.Wie wird dieser Zusammenhang erklärt und wo kann man dies nachlesen. Meine Erfahrungen mit Akkus (NiMH, LiPo, eventuell auch LiIo) sind ganz andere. Sie halten um so länger, zumindest auf die Gesamtzeit bezogen, je weniger man sie entlädt.

Aber welche Zyklenzahl soll denn ein Hersteller bei solch undefinierten Betrieb nennen? Da legt er sich vermutlich auf die sichere Seite, um Reklamationen vorzubeugen.

trubby
26.06.2008, 09:43
- Anzahl der Ladezyklen (auch eine kleine Teilladung zählt dann leider als volle Einheit)

Soweit ich weiß, zählt eine Teilladung eben nicht als Vollzyklus und beeinträchtigt die Lebensdauer entsprechend weniger.
(zumindest aus den Sanyo Datenblättern läßt sich das so entnehmen)

Wie eine optimale Ladung im Detail ausschaut, hängt auch vom Akkutyp ab und wird i.d.R. von den Herstellern publiziert.

Hauptfaktoren sind wohl:


Der Ladestrom während der ConstantCurrent Ladephase
Die Spannung, bei der auf ConstantVoltage Ladung umgeschaltet wird
Der Strom, bei dem die CV Ladung abgeschaltet wird
Die Zellentemperatur während der Ladung

Bei Akkupacks ist noch das Balancing der einzelnen Zellen ein wichtiger Faktor.

Grüße,
André

Kraeuterbutter
26.06.2008, 15:09
das mit "Teilentladung" zählt als voller Zyklus hört man immer wieder..

und wird auch immer wieder von Experten (gibt dazu ja einige Seiten im Internet) widerlegt

was vielleicht noch erwähnenswert ist (bei täglicher Nutzung weniger):
lagern sollte man den LiPo/ion nicht im vollen Zustand..

auch Wärme ist da nicht gerade gut...

siehe:
http://www.velomobilforum.de/forum/imgcache/869.png
sehr viele weitere Infos:
http://www.batteryuniversity.com/index-german.htm


@Oskar: an deiner Stelle würd ich mir da nicht zuviele Gedanken machen (bei täglicher Nutzung)
obst jetzt 1 mal lädst und dann 2mal fährst
oder 2mal lädst aber dafür nur immer die Hälfte

wird mehr oder weniger aufs gleiche bei der Lebensdauer rauskommen..

optimal würd ich meinen wäre:
den akku nur zu 80% voll machen
und ihn auch nicht ganz leer fahren
und dann wieder bis 80% voll laden

oskar97
26.06.2008, 16:16
Hallo, Allerseits!

Ersteinmal vielen dank für die vielen Meinungen!

@Kraeuterbutter: Den Akku nur zu 80% zu laden wird nicht gehen, da weder Akku noch Ladegerät (sondern nur das Display am Fahrrad) über eine Akku-Ladestandsanzeige verfügen. Ich werde dann wohl vollladen, fahren und wenn der Akku dann noch zu 70-80% voll ist nicht gleich nachladen, denn so lässt er sich ja gut lagern, wie Du sagst ( und das habe ich so auch schon gelesen). Und danke für den Link!

@ Peter n.: Nimm´s mir nicht übel aber Deiner Theorie trau ich nicht so ganz. Teilladung = Vollladung ? Da hab ich schon zu oft gelesen, das das nicht stimmt.

...Es wird halt einfach Zeit, das unempfindlichere, idiotensicherere, schneller zu ladene Akkus, die ja wohl schon in der "Pipeline" sind, eingesetzt werden, damit man in jeder Situation und jederzeit laden oder fahren kann, ohne das es eventuell langfristig kostspielige Konsequenzen hat.

Gruss
Oskar

HeinzH.
23.05.2011, 22:36
Moin Freunde,
genau vor dieser Frage stehe ich derzeit auch. Gibt es diesbezüglich inzwischen neue Erkenntnisse?
Immer mehr Lokale/Restaurants im hier Münsterland bieten Lademöglichkeit für Pedelec Akkus an, aber auch in einem der drei Fahrradparkhäuser in Münsters Innenstadt sind Akku-Ladeboxen installiert worden. So gesehen könnte ich ganz oft nachladen....
Bis später,
HeinzH.

matt44
24.05.2011, 10:05
Hallo,

macht Euch mal eines klar: Akkus sind Verbrauchsmaterialien mit einer begrenzten Lebensdauer. Man sollte sich nicht die ganze Freunde am Fahren dadurch kaputtmachen, indem man die ganze Zeit über den Akku nachdenkt, denn der geht sowieso früher oder später kaputt (Kapazitätsverlust, schlechtere Spannungslage, Tod einzelner Zellen) Ist halt einfach so und das kann auch nicht verhindert werden.

Es gibt m.E. nur eine wichtige Regel:

Akkus niemals tiefentladen
d.h.
- nach Möglichkeit nicht immer bis zum Abschalten fahren, sondern eine gewisse Restkapazität im Akku belassen (Modellflieger sind immer von 20-30% Restkapazität ausgegangen, das ist aber schon sehr konservativ und betrifft vor allem Lipos, nicht LiFe und kommt auch daher, dass die Zellen bei den Modellfliegern massiv belastet werden)
- leere Akkus nicht herumliegen lassen, sondern laden.

Durch diese einfache Maßnahme hat man lange Freude am Akku, sowohl was die Lebensdauer, als auch die Kapazität angeht.
Dennoch wird der Akku nach 2-3 Jahren nachlassen. Kleiner Trost: die werden bestimmt günstiger.

Grüsse Matthias

Kraeuterbutter
24.05.2011, 13:43
voll und lange in diesem Zustand sollte man wenn geht auch vermeiden
jeh voller ein Lipo ist, umso schneller laufen die chemischen Reaktionen (Alterungsprozesse) ab
das gleiche trifft auch auf Temperatur zu

also wenn ich ein Wochenendfahrer bin, dann würde ich den Akku nicht am Sonntag Abend laden und dann am Samstag die Woche darauf verwenden
ich würde ihn erst am Freitag Abend laden für den nächsten Tag, Samstag

setzt natürlich voraus, dass der Akku nicht tief entladen ist, da würde ich ihn natürlich sofort "anladen"

die 20-30% Regel im Modellbau hat denke ich auch noch einen anderen Grund: es wird zu 99,9% der Fälle ohne Einzelzellenüberwachung geflogen/gefahren
meist also nur Gesamtspannung betrachtet
eine Inbalance in den zellen kann so nicht erkannt werden und die schwächste zelle stirbt schnell den Heldentod
deshalb den Akku gar nie so leer machen, dann kommt die schwächste Zelle im Zellenpack nicht so leicht in die Verlegenheit tiefentladen zu werden

klar, Belastung spielt auch ne Rolle
wenns richtig extrem zugeht (bis 100C Belastung) machen KLeinigkeiten dann den unterschied ob ein Akku nach 1-2mal benutzen kaputt ist oder ob er 100 Zyklen durchhält..
Beispiel:
mit 20°C in den Hotliner ? --> Akku kann beim ersten Flug hin sein
selber Akku auf 40°C vorgewärmt, hält das eine ganze Saison lang durch

hier wird dann auch geschaut den Akku nicht unter 50% zu entladen, erhöht die Lebensdauer auch nochmal merklich

broehsel6
24.05.2011, 19:59
@Peter n: Die Aussage, dass die Akkus nicht immer wieder aufgeladen werden sollen, trifft noch auf die NiCd Akkus zu, da hier ja noch der Memory Effekt (also dass der Akku sich die nötige Speichermenge "merkt") einsetzte. Daher sollte man den Akku möglichst leer fahren, um eine möglichst große Energiemenge auch auf längerer Sicht zu speichern.
Bei den ganzen neueren Pedelec Akkus und bei den ganz alten Bleiakkus trifft diese Aussage allerdings nicht zu.